Das «Bestzeit» nimmt unter Familie Senn neuen Anlauf
Ein Jahr nach der Eröffnung startet das Hotel «Bestzeit» in Parpan unter neuem Besitzer in die kommende Wintersaison. Die Familie des ehemaligen SBG-Verwaltungsratspräsidenten Nikolaus Senn hat die Hotelanlage jüngst erworben.
Ein Jahr nach der Eröffnung startet das Hotel «Bestzeit» in Parpan unter neuem Besitzer in die kommende Wintersaison. Die Familie des ehemaligen SBG-Verwaltungsratspräsidenten Nikolaus Senn hat die Hotelanlage jüngst erworben.
Von Gion-Mattias Durband
Parpan. – Am 12. Dezember vergangenen Jahres erst wurde das für rund 14 Millionen Franken erstellte «Bestzeit Hotel und Sport» eröffnet. Kaum neun Monate später ging die Pächterin, die Bestzeit Hotel und Sport AG, in Konkurs (Ausgabe vom 19. September). Davon haben die Hotelgäste indes wenig zu spüren bekommen: Nach der Konkurseröffnung wurde das Hotel von der Eigentümerin, der Immojag SA aus Churwalden, bis zu den Betriebsferien Ende September weitergeführt. Und: Mit Beginn der Wintersaison wird das «Bestzeit» im Dezember seine Tore wieder öffnen, allerdings mit einem neuen Eigentümer: Seit Mittwoch ist die Hotelanlage im Besitz der Familie von Nikolaus Senn, dem ehemaligen Verwaltungsratspräsident der Bankgesellschaft SBG, der nachmaligen UBS.
«Sport steht weiterhin im Fokus»
Der eigens dafür gegründeten Aktiengesellschaft gehören nebst Nikolaus Senn auch dessen Gemahlin Charlotte Senn sowie deren drei Kinder an. Die Hoteldirektion übernimmt Enkel Conrad Bürgi zusammen mit seiner Frau Yao Wang. An der Ausrichtung des Sporthotels will die Familie Senn aber festhalten. «Es ist nicht so, dass wir das Haus auf den Kopf stellen wollen», sagt der neue Direktor. «Wir bleiben mehr oder weniger auf der gleichen Schiene. Der Sport steht weiterhin im Fokus.»
Im zugehörigen Restaurant will man wie bisher auf regionale Produkte setzen und auch die enge Zusammenarbeit mit den Bergbahnen wird fortgeführt. Allerdings werde das Biking-Angebot, etwa die von den vormaligen Hotelbetreibern noch selbst geführten Mountainbike-Touren, wohl dem Tourismusverein übertragen, so Bürgi. Weiterhin stehen dem Biker oder Skifahrer aber eine Werkstatt und ein Waschraum zur Verfügung. Auch das Fitness- und Wellness-Angebot soll bestehen bleiben. Ebenso wird das «Bestzeit Hotel und Sport» seinen Namen behalten.
Sportgeschäft soll einer Bar weichen
Nicht mehr weitergeführt wird indes das einstige Sportartikelgeschäft in der Hotelanlage. Allein in Parpan gebe es bereits zwei Sportgeschäfte, weitere in Valbella und auf der Lenzerheide, wie Charlotte Senn sagt. «Diese Räumlichkeiten können wir besser nutzen», wahrscheinlich in Form einer «gemütlichen Bar mit nettem Aufenthaltsraum». So gebe es bis zur Wiedereröffnung noch einiges zu tun. Direktor Bürgi lässt aber keinen Zweifel daran, dass das Sporthotel am Saisonstart im Dezember seine Tore öffnen wird: «Das machen wir.»
Starke Verbundenheit mit Parpan
Wie kommt es, dass die Familie des ehemaligen Topbankers Senn in Parpan ein Hotel erwirbt? «Wir sind sehr eng mit Parpan verbunden», erzählt Charlotte Senn, die gemeinsam mit ihrem Mann seit 51 Jahren ein Ferienhaus im Dorf besitzt. Zwei ihrer sieben Enkel – darunter Conrad Bürgi – haben zudem die Hotelfachschule Passugg absolviert. Wie Bürgi selbst sagt, hat beim Erwerb auch der Zufall mitgespielt. Von der zum Verkauf stehenden Anlage hätten sie «eher über den Feldweg» erfahren. Zur Höhe des Verkaufspreises haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Ein «anständiger Batzen» sei es aber schon gewesen, lässt die Bankiersgemahlin wissen.
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