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Coop legt die Messlatte höher

Detailhandel Die Coop-Gruppe kann im Jahr 2014 ?erneut wachsen. Vor allem im Detailhandel lief das Geschäft besser als im Vorjahr – trotz Preissenkungen.

Südostschweiz
07.01.15 - 01:00 Uhr
Zeitung

Lucia Theiler, sda

wirtschaft@luzernerzeitung.ch

Die Basler Detailhändlerin Coop blickt auf ein erfreuliches Geschäftsjahr 2014 zurück. Der Nettoerlös der Gruppe stieg währungsbereinigt um 1,3?Prozent auf 27,2 Milliarden Franken. Das entspricht einem Plus von 0,7 Prozent. Allein im Detailhandel, dem Herzstück der Gruppe, wuchs Coop 2014 um 1,9 Prozent auf einen Nettoerlös von 17,7 Milliarden Franken. Dies, obwohl die Preise in den Coop-Regalen auf breiter Front gefallen sind. Über das gesamte Sortiment gesehen spricht Coop von einer Minusteuerung von 0,5 Prozent. Ohne Preisrückgang hätte die Umsatzzunahme im Detailhandel 2,4 Prozent betragen. «Das gute Geschäftsjahr war nur möglich dank dem grossen Engagement unserer Mitarbeitenden», sagte der Vorsitzende der Coop-Geschäftsleitung, Joos Sutter, auf Anfrage unserer Zeitung. Zu verdanken sei diese Steigerung auch der Eröffnung von neuen Läden. Die Anzahl Verkaufsstellen im Detailhandel wuchs um 38 auf 1971. Der Nettoerlös der 837 Coop-Supermärkte erreichte 10,6 Milliarden Franken (+0,7 Prozent). Die 32 City-Warenhäuser erzielten einen Umsatz von 896 Millionen Franken (+0,7 Prozent).

Online wurde mehr verkauft

Besonders erfreulich war für den Coop-Chef Sutter, dass der Handel im Internet besser lief. «Im Onlinehandel haben wir erstmals über eine Milliarde Umsatz erzielt.» Hier zählt Coop die Umsätze im Grosshandel dazu. Doch allein im Detailhandel erreichte der Onlineumsatz 450 Millionen Franken. Positiv wirkten sich auch die zugekauften Firmen auf den Umsatz aus. Dank den Akquisitionen von nettoshop.ch und Schubiger beträgt das Plus satte 53 Prozent. Das Portal Coop@home (Supermarkt, Wein, Blumen, ­Geschenke und Mobile) erzielte einen Nettoerlös von 114 Millionen Franken (+10,8 Prozent).

Damit liegt Coop allerdings immer noch hinter der Konkurrentin Migros?zu­rück. Deren Onlineladen Le Shop hatte nach eigenen Angaben 2014 ein Umsatzplus von 4 Prozent erzielt und insgesamt Waren im Wert von 165 Millionen Franken verkauft. Die Umsatzzahlen für den Migros-Konzern dürften in den nächsten Wochen bekannt werden.

Eigenmarken waren gefragt

Besonders stark konnte der Elektronikhändler Interdiscount zulegen, der inklusive Onlineportal microspot.ch 985 Millionen Franken zum Detailhandelsumsatz beigetragen hat. Dessen Erlöse stiegen um 6,8 Prozent, real aber um 12,1 Prozent. «Und besonders freut mich, dass die Coop-Kunden unsere Nachhaltigkeitseigenmarken schätzen und wir damit auf hohem Niveau weiter zulegen konnten», sagt Sutter weiter. Beliebt bei den Konsumenten waren vor allem auch Bioprodukte, regionale Erzeugnisse und Artikel mit Gütesiegel für fairen Handel. Der Nettoumsatz mit solchen Produkten stieg um 2,5 Prozent auf 2,2 Milliarden Franken. Der Haushaltsgerätehändler Dipl. Ing. Fust wuchs dank den zwei Zukäufen von Schubiger und nettoshop.ch um 14,5?Prozent auf 985 Millionen Franken. Einbussen verzeichnen musste Coop im Mineralölhandel: Trotz sieben zusätzlichen Tankstellen ging der Nettoerlös des Bereichs um 2,3 Prozent auf 2,5 Milliarden Franken zurück. Schuld daran sind die tieferen Treibstoffpreise.

Rubel-Zerfall wirkt sich aus

Im Grosshandel und in der Produktion, die zusammen mit dem Detailhandel das Gruppenergebnis ausmachen, blieb der Nettoerlös währungsbereinigt (+0,1 Prozent) nahezu konstant bei 11,2 Milliarden Franken. Das magere Plus dürfte im Zusammenhang stehen mit dem Wertzerfall der Währungen in Russland, Polen und Rumänien. Zum Bereich Grosshandel und Produktion zählt nebst dem Fleisch- und Lebensmittelverarbeiter Bell nämlich insbesondere die Transgourmet-Gruppe, die unter anderem in diesen Ländern Abholgrossmärkte ­betreibt. Transgourmet erzielte einen Nettoerlös von 8,2 Milliarden Franken, was währungsbereinigt einem Plus von 0,7 Prozent entspricht. Auf Anfrage teilte Coop mit, dass Transgourmet in Russland in der Landeswährung mit zweistelligen Raten wachse, was den Währungseffekt beim ausgewiesenen Umsatz mindere. Zudem würden die Kosten ebenfalls in russischen Rubeln bezahlt. Die nominalen Veränderungen im Grosshandel und der Produktion sowie Details des Geschäftsjahres will Coop erst an der Bilanzmedienkonferenz im Februar bekannt geben.

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