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Circus Knie soll sein Zelt neu neben Kinderzoo aufschlagen

Die Stadt Rapperswil-Jona hat ihr Entwicklungskonzept für das Lido vorgestellt. Das Parkplatz-areal, wo der Circus Knie jeweils sein Zelt aufstellt, soll überbaut werden. Auch rund ums Stadion wird geplant. Die Uferzone soll aber grün bleiben.

Südostschweiz
23.05.14 - 02:00 Uhr

Von Pascal Büsser

Rapperswil-Jona. – Ein neues Gesicht für das Lido-Areal: Dies war das Thema der gestrigen Sitzung des Stadtforums. Das Lido-Areal ist ein Gebiet, welches das Erscheinungsbild der Stadt Rapperswil-Jona bereits heute prägt. Kinderzoo, Eishalle, Fussballplatz, Wassersportzentrum, Freibad, Minigolf gehören zum Kern des städtischen Freizeitangebots.

Das Potenzial des Areals, das sich fast gänzlich im Besitz der Stadt befindet, ist aber bei Weitem nicht ausgeschöpft, wie Bauchef Thomas Furrer erläuterte. Mit dem Ara-Parkplatz gegenüber der Eishalle liegen rund 30 000 Quadratmeter Boden brach. Auch rund um das Stadion hat es Platz für bauliche Veränderungen.

BWZ, Hotel und Wohnhäuser

Um sich nicht blind in einzelne Bauvorhaben zu stürzen, hat der Stadtrat ein Entwicklungskonzept für das ganze Areal erstellen lassen. Dabei geht es noch nicht um konkrete Projekte, sondern um mögliche Nutzungen.

So soll der Ara-Parkplatz, wo der Circus Knie jeweils sein Zelt aufstellt, überbaut werden – in der Höhe absteigend Richtung See. Der Stadt schwebt vor, dass der Kanton hier dereinst den Neubau für das Berufs- und Weiterbildungszentrum (BWZ) erstellt. Dies wird aber wohl frühstens in zehn Jahren passieren.

Richtung Osten sind Wohnhäuser, Richtung Westen ein Hotelgebäude vorgesehen. Laut Stadt gibt es dafür mehrere Interessenten. Zur Debatte steht auch der Umzug der Jugendherberge Busskirch.

Zwischen den Gebäuden sollen genügend Grünflächen erhalten bleiben beziehungsweise entstehen. Die Parkplätze würden grösstenteils unter die Erde verlegt.

Fussballplatz soll weg

Laut Stadtrat Furrer haben die drei Hektaren Bauland einen Wert von rund 60 Millionen Franken. «Je nach Nutzungsvergabe ist finanziell mehr oder weniger rauszuholen», sagte Stadtpräsident Erich Zoller auf eine entsprechende Frage aus dem Forum. Bei einem Projekt wie dem BWZ würde die Gewinnmaximierung nicht im Vordergrund stehen, da es sich um einen wichtigen Standortfaktor handle.

Der Circus Knie müsste sein Zelt künftig auf dem Fussballplatz neben dem Kinderzoo aufschlagen, der zu einer Allmend für verschiedene Nutzungen umgestaltet werden soll. Dort soll es auch 200 Reserveparklätze für Spitzenzeiten geben. Für die Parkierung der Circus-Wagen wäre laut Bauchef noch eine Lösung zu finden.

Positives Echo im Forum

Das drängendste Projekt ist auf der Südseite der Oberseestrasse die Sanierung des Lido-Freibads. Bereits 2012 hatte die Stadt aus einem Ideenwettweb ein Siegerprojekt auserkoren. Dieses stammte vom Team Strebel Architekten/Hager Landschaftsarchitekten aus Zürich.

Das Gespann hat nun das Gesamtkonzept für das Areal erstellt. Und soll nun auch die Gestaltung des Freibads samt Restaurant am See konkretisieren. Ende 2014 oder Mitte 2015 will die Stadt bei der Bürgerschaft den Planungskredit beantragen. Der Baubeginn ist auf 2017 geplant. Noch in diesem Jahr klären will die Stadt mögliche Schnittstellen mit der Eishalle. Dort muss ein Ersatz für das sanierungsbedürftige Aussen-Eisfeld her, allenfalls gekoppelt mit einer Trainingshalle.

Im Bereich der Wassertechnik und Eisaufbereitung sieht die Stadt mögliche Synergien. Obwohl nun eine Gesamtschau vorliegt, sollen die einzelnen Bauprojekte – im Wissen um die Schnittstellen – schrittweise realisiert werden können.

Im Stadtforum stiess das Entwicklungskonzept gestern weitgehend auf positives Echo. Die meisten Bedenken betrafen den Verkehr. Schon heute sei die Situation zu Spitzenzeiten angespannt. Auch die Finanzierung war Thema. Auf dieser «Flughöhe» befinde man sich noch nicht, hiess es seitens des Stadtrats.

Ein Teilnehmer stellte «ketzerisch» die Frage, ob das Lido-Freibad wirklich dort stehen müsse oder ob andere Standorte denkbar und besser seien. Andere forderten, gleichzeitig ein Hallenbad zu prüfen. Eine weitere Teilnehmergruppe sprach sich für eine autofreie Siedlung nördlich der Oberseestrasse aus. Der Stadtrat gab an, die Inputs, so weit wie möglich, in der weiteren Planung zu berücksichtigen.

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