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Brennpunkt Zebrastreifen

In den letzten Wochen ist es zu zahlreichen Unfällen auf Zebrastreifen gekommen. Ein TCS-Test stellt (auch) in Chur mangelnde Sicher- heit im Bereich von Fussgängerstreifen fest.

Südostschweiz
24.12.11 - 01:00 Uhr

Von Silvia Kessler

Zehn Fussgängerstreifen in zehn Städten quer durch die Schweiz hat der TCS im zu Ende gehenden Jahr auf deren Sicherheit überprüft. Der auf insgesamt drei Jahre angelegte Test kommt zum Schluss: Jeder zweite Fussgängerstreifen in der Schweiz erfüllt die Sicherheitsanforderungen nicht. In Chur wurde lediglich ein Zebrastreifen für «gut» befunden, fünf wurden mit «ausreichend» und vier mit «mangelhaft» bewertet.

Weder Ueli Caluori, Kommandant der Stadtpolizei Chur, noch der Stadtingenieur Peter Dürst wurden über die Ergebnisse der zum Monatsbeginn publizierten Studie in Kenntnis gesetzt, obwohl sie dies sogar begrüsst hätten. «Die Sicherheit auf Fussgängerstreifen hat bei uns einen hohen Stellenwert», betonte Caluori. So habe er kürzlich den Auftrag erteilt, alle 380 Fussgängerstreifen in Chur auf deren Sicherheit zu überprüfen. Die Weisung sei übrigens noch vor den sich häufenden Medienberichten über Fussgängerunfälle erfolgt. Bei den Kontrollen handle es sich um eine Daueraufgabe, die laufend situativ und in regelmässigen Abständen auch umfassend erfüllt werde.

Unumgänglicher Kompromiss

Vom TCS kritisiert wurde ein nicht abgesenktes Trottoir an der Fontanastrasse. Rollstuhlfahrern würde so der Zugang auf den Zebrastreifen verunmöglicht. Unweit von dieser Stelle, an der Engadinstrasse, sei auf Anregung eines Rollstuhlfahrers, der dort regelmässig die Strasse überquere, eine solche Absenkung realisiert worden, so Dürst. «Bei Bedarf setzen wir das auch an Nebenstrassen wie der Fontanastrasse um.»

Einen negativen Eindruck bei den TCS-Testern hinterliess zudem die Fussgängersituation im Bereich der Kantonsschule an der St.-Luzi-Strasse. Jene Verhältnisse seien tatsächlich nicht optimal. Vertreter der Kantons- und der Stadtpolizei sowie von Behindertenorganisationen hätten die betreffende Region «ganze Nachmittage lang unter die Lupe genommen», erklärte der Stadtingenieur. Weil die Schülerinnen und Schüler und auch weitere Passanten von allen Seiten in diesen Bereich gelangen könnten, sei die momentane Lösung – ein Zebrastreifen, verbunden mit einer Tempo-40-Zone und einer Warntafel «Vorsicht Fussgänger» für Automobilisten – als die beste beurteilt worden. So wie in Chur sind «Grossinspektionen» im Bereich von Fussgängerstreifen zurzeit im ganzen Kanton im Gange. bSeite 5

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