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Börsen profitieren von Geldschwemme

An den Aktienmärkten liess sich allen Widrigkeiten der Weltpolitik zum Trotz auch 2014 gut Geld verdienen. Hauptgrund für die steigenden Indizes war die anhaltende Geldschwemme der Zentralbanken.

Südostschweiz
30.12.14 - 01:00 Uhr
Zeitung

Von Jürg Rüttimann (sda)

Zürich. – Weder die Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten noch die schleppende Konjunktur in Europa noch die sinkenden Rohölpreise liessen die Anleger an den Aktienmärkten zögern. Denn wie bereits im Jahr davor bestimmten auch 2014 die offenen Geldschleusen der Zentralbanken die Kapitalmärkte. Obwohl mit dem Geld eigentlich Investitionen ermöglicht und das Wirtschaftswachstum angeschoben werden sollte, landete viel davon an den Börsen.

Aus Sicht der Anleger gab es allerdings auch kaum Alternativen zu Aktien: Mit festverzinslichen Anlagen können nur noch Renditen aufs eingesetzte Kapital erwirtschaftet werden, welche die wenigsten Kapitalbesitzer befriedigen. Und die Rohstoffmärkte sind noch volatiler und risikobehafteter als die Aktienmärkte. Weil darum viel Geld in Aktien investiert wurde, stiegen die Börsenwerte vieler Unternehmen kräftig. Die Aktienmärkte weltweit haussierten.

SMI kann zulegen

Der Swiss Market Index (SMI), der die Kursentwicklung der 20 wichtigsten und grössten an der Schweizer Börse SIX kotierten Unternehmen abbildet, stieg um zehn Prozent. Sogar noch etwas mehr legte der Wert der im breiten Swiss Performance Index (SPI) abgebildeten Unternehmen zu. Im Herbst hatte die Situation an den Börsen indes nicht so rosig ausgesehen wie jetzt zum Jahresende. Die Furcht, dass die ohnehin schwächelnde Konjunktur wieder zum Erliegen kommt, liess die Anleger unsicher werden und die Kurse fallen. So rutschte der SMI Mitte Oktober unter die Marke von 8000 Punkten. Die Chartkurve des SMI bewegte sich damit analog zu den Indizes vieler anderer Börsen. So tauchte auch der Dow Jones oder der deutsche DAX zu diesem Zeitpunkt.

Gestartet ins Jahr war der Leitindex der Schweizer Börse bei nicht ganz 8200 Punkten. Nach einem Auf und Ab in den ersten Monaten – damals belasteten etwa Währungsturbulenzen in Schwellenländern und die Ungewissheit über die chinesische Konjunktur, vor allem aber der Beginn der Ukraine-Krise die Märkte – bewegte sich der Index von Mitte April bis Anfang Sommer fast nur noch aufwärts. Im Sommer konnte sich der SMI zwischen knapp 8500 und 8700 Punkten halten, ehe im August die Kurse wieder zurückfielen. Die Märkte rappelten sich daraufhin aber erneut auf, so dass sich der SMI im September um die 8800 Punkte herum bewegte.

Das Versprechen der EZB

Nicht unwesentlich bei der Marktentwicklung war immer wieder die Europäische Zentralbank (EZB). Aufwind erhielten die Märkte etwa, als Anfang September der Leitzins in der Eurozone erneut gesenkt, gleichzeitig ein Kaufprogramm für Kreditverbriefungen angekündigt und ausserdem die Entschlossenheit zu weitere Massnahmen im Kampf gegen eine Deflation demonstriert wurden. Für die Marktteilnehmer waren solche Versprechen Garant dafür, dass sich die Wirtschaft in Europa einigermassen behaupten kann und vor allem viel Geld in die Aktienmärkte fliessen dürfte. Im Gegensatz dazu taten sich die Anleger denn auch mit Ankündigungen der amerikanischen Notenbank Fed schwer, die kleine Schritte hin zu einer Zinserhöhung wagte. Schob das Fed dagegen einen Schritt zur Normalisierung der Geldpolitik auf die lange Bank, applaudierten die Anleger.

Vom Jahrestiefpunkt Mitte Oktober bis Anfang Dezember kletterte der SMI wie die anderen wichtigen Indizes kontinuierlich in neue Höhen. Am 19. November hatte der SMI erstmals die 9000er-Marke überschritten, am 5. Dezember war die 9200er-Marke dran, ehe dann eine zeitweilige Korrekturbewegung begann. In den letzten Handelstagen des Jahres notierte der SMI schliesslich um die 9000 Punkte herum.

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