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Beim HC Davos steckt der Wurm tief drin

Das Gute für den HC Davos vorweg: Es verbleiben nur noch zwei Spiele bis zur letzten Pause wegen Terminen der Nationalmannschaft. Es ist für das Team von Arno Del Curto die letzte Chance vor den Play-offs, um sich die entscheidenden Fragen zu stellen, Antworten zu finden und die entsprechenden Schritte zu tätigen.

Südostschweiz
28.01.15 - 01:00 Uhr
Zeitung

Gestern, nach der dritten matten Vorstellung innert vier Tagen, konnte nur eines festgestellt werden: Der HCD ist weit weg von einer in den Play-offs nötigen Form, es gibt derzeit nur wenige NLA-Teams, die sich dermassen in ein Tief manövriert haben. Ebenfalls gut für den HCD: Abgerechnet wird erst Ende Februar und nicht gestern oder heute.

Am Freitag in Biel und tags darauf gegen die ZSC Lions wird der HCD zumindest versuchen, Platz 3 oder 4 und damit einen Rang zu bewahren, der ihm wenigstens den Heimvorteil in der ersten Play-off-Runde bescheren würde. Gegen die Lions, beim Klassiker und Spitzenkampf, darf auch mit einer stimmungsvolleren Affiche gerechnet werden als gestern, da vieles trostlos wirkte. Es wird, wenn alles nach Plan läuft, Spiel Nummer 1000 von Reto von Arx im HCD-Dress sein. Gestern, beim 998. Auftritt in Blau-Gelb, war auch «RvA» weit weg von Festlaune oder gar Festform. Doch das traf bei der 1:3-Niederlage gegen Lausanne auf fast alle Davoser zu. Mauro Jörg, bezeichnenderweise einziger Torschütze, war so eine Ausnahme. Und Goalie Leonardo Genoni war gar der Beste seiner Farben. Und das sagt bei einer Heimniederlage gegen Lausanne eigentlich schon alles.

Eine Überraschung war es ja nicht wirklich, was sich da im Rink der Vaillant Arena abspielte Der Lausanne HC spielte sein Spiel, das ihn schon mehrheitlich letzte und auch diese Saison und vor allem im Kalenderjahr 2015 auszeichnet: Kompaktes Spiel: Zwar auch oft in der Grauzone mit viel Haken, Ösen und Behinderungen in der Defensive, aber mit Entschlossenheit bei den selteneren Besuchen in der Offensivzone. Die Lausanner Bilanz im neuen Jahr: sieben Siege, eine (Overtime-)Niederlage, 16:10 Tore. Chapeau, Lausanne! Doch wer Spektakel und viele Tore sehen will, besucht lieber nicht die Spiele des Teams von Trainer Heinz Ehlers.

Auch der HCD zeigte zum Leidwesen seiner gestern hinter dem Tor nur spärlich erschienenen Anhänger das, was seit dem Jahreswechsel zu oft zur Gewohnheit wurde. Ein in der Offensive ohne Streben nach Tore zelebriertes Spiel mit vielen Pässchen und den entsprechenden Puckverlusten, während in der Defensive die Souveränität praktisch allen Spielern abhanden gekommen ist – auch den Routiniers, der grossen «Jungschar» sowieso. Hier zeigt sich der grosse Unterschied zu den Galatagen mit den vielen Siegen zu Saisonbeginn. Wenn es läuft, lassen sich auch die Unerfahrenen mitreissen und spielen am oder gar über dem Limit. Diese Zeiten sind definitiv vorbei. Der Wurm ist drin im HCD-Spiel. Immerhin: Noch hat er genug Zeit und Chancen, bis zu den Play-offs den Turnaround zu schaffen.

998

Spiele

hat für Davos bestritten. Der HCD sparte sich die Festlaune wohl für Samstag auf..

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