Bedenken zu Ilanz plus
Der Stadtammann von Ilanz, Rino Caduff, sieht im Fusionsprojekt Ilanz plus zwar einige wesentliche Vorteile für Ilanz, doch er hat auch Vorbehalte. Für Ilanz mache das Projekt nur Sinn, wenn auch Schluein und Schnaus zustimmten.
Der Stadtammann von Ilanz, Rino Caduff, sieht im Fusionsprojekt Ilanz plus zwar einige wesentliche Vorteile für Ilanz, doch er hat auch Vorbehalte. Für Ilanz mache das Projekt nur Sinn, wenn auch Schluein und Schnaus zustimmten.
Von Denise Alig
Ilanz. – In der «Porta Cotschna», dem neuen Publikationsorgen der Stadt Ilanz, äussert sich Stadtammann Rino Caduff zum Fusionsprojekt Ilanz plus, mit dem Ilanz und 13 umliegende Gemeinden der Surselva zusammengeschlossen werden sollen. Caduffs Aussagen fallen in die zurzeit laufende Konsultationsphase des Projekts, wie Roman Cantieni, Medienverantwortlicher von Ilanz plus, sagt. So können die beteiligten Gemeindepolitiker und die Bevölkerung seit der öffentlichen Präsentation des Schlussberichts im Dezember «Anregungen, Wünsche und Forderungen einreichen». Die von alt Ständerat Theo Maissen präsidierte strategische Kommission – sie besteht aus allen 14 Gemeindepräsidenten und allen Gemeindevizepräsidenten – werde dann bereits an ihrer Sitzung vom kommenden Februar über die eingegangenen Postulate diskutieren und das weitere Vorgehen beschliessen, sagt Cantieni.
«Nur mit Schluein und Schnaus»
Der Ilanzer Stadtammann Rino Caduff verfolgt in seinem Beitrag in der «Porta Cotschna» zwei Stossrichtungen. So will er einerseits dafür kämpfen, dass das Quorum für die Zustimmung zum Fusionsprojekt geändert wird. Im vorliegenden Schlussbericht ist das Quorum so definiert, dass mindestens zehn Gemeinden und die Stadt Ilanz dem Fusionsprojekt zustimmen müssen, damit es realisiert wird. Caduff dagegen findet eine Realisierung des Projekts nur dann sinnvoll, wenn Ilanz’ Nachbargemeinden Schluein und Schnaus dem Projekt auch zustimmen. Er begründet seine Haltung mit dem der neuen Gemeinde ansonsten fehlenden Raum für die Ansiedlung von Gewerbebetrieben.
Caduffs zweite Forderung betrifft den von der strategischen Kommission erstellten Finanzplan. Seiner Meinung nach soll zu diesem Plan eine zweite Meinung von Finanz- fachleuten eingeholt werden. Der Ilanzer Stadtammann räumt in seinem Beitrag allerdings ein, dass Ilanz plus den Ilanzern eine steuerliche Entlastung und Arbeitsplätze bescheren würde. Letztere entstünden unter anderem durch die geplante Zentralisierung der Gemeindeverwaltung in Ilanz.
«Das muss sicher diskutiert werden»
Die strategische Kommission nehme Caduffs Anstösse bestimmt auf, sagt Cantieni. «Die Haltung des Stadtrats von Ilanz ist für das Projekt natürlich wichtig, die strategische Kommission wird sicher über diese Vorschläge diskutieren», ist er überzeugt. «Bisher waren die Kommissionssitzungen sehr konstruktiv, man war sich in allen Punkten weitgehend einig», so Cantieni weiter. Er gehe davon aus, dass man sich auch in dieser Frage auf einen Lösungsvorschlag einigen werde.
Bruno Wellinger, Gemeindepräsident von Schluein, äusserte sich gegenüber der romanischen Tageszeitung «La Quotidiana» neutral zu Caduffs Aussagen. Schlueins oberstes Ziel sei es, der Bevölkerung eine saubere Entscheidungsgrundlage zum Fusionsprojekt Ilanz plus zu unterbreiten, sagte er. Parallel dazu würden in Schluein zuhanden der Stimmberechtigten aber auch Zahlen und Fakten zu der sich ebenfalls in Prüfung befindenden Fusion mit Sagogn erarbeitet.
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