Beat Schelbert nimmt zum 40. Mal am Priis-Chlepfä teil
MUOTATHAL Beat Schelbert nimmt bereits zum 40. Mal an der Schwyzer Meisterschaft im Chrüzlistreich teil. Über hundert Chlepfer werden am 6. Januar vor die Jury treten.
MUOTATHAL Beat Schelbert nimmt bereits zum 40. Mal an der Schwyzer Meisterschaft im Chrüzlistreich teil. Über hundert Chlepfer werden am 6. Januar vor die Jury treten.
«Chlepfen ist ein idealer Ausgleich.»
Beat Schelbert,?Chrüzlistreich-Teilnehmer
Guido Bürgler
Schon zum 48. Mal findet am Dreikönigstag, 6. Januar, auf dem Hauptplatz in Schwyz die Schwyzer Meisterschaft im Chrüzlistreich statt. Über hundert Chlepfer werden antreten und in den Kategorien Schüler, Junioren und Senioren um den Meistertitel kämpfen. Ein ganz spezieller Tag ist das diesjährige Priis-Chlepfä für den Muotathaler Beat Schelbert. Der 52-jährige Postangestellte nimmt nämlich schon zum 40. Mal teil. Nicht ein einziges Mal hat er in dieser langen Zeit gefehlt, auch in jenem Jahr nicht, als er in Luzern die Verkehrsschule besuchte. Dort war kein Feiertag, doch hatte Beat am Nachmittag frei. So reiste er mit Bahn und Bus nach Schwyz, und seine Mutter Rosmarie brachte ihm die Geissel und das weisse «Hirthemli» per Bus nach Schwyz.
Für 75 Franken Geissel gekauft
Wie kam Beat Schelbert zum Geisle-Chlepfä? Als Elfjähriger beobachtete er mit grossem Interesse, wie seine Nachbarn Erwin Föhn (der spätere dreifache Schwyzer Meister) und Richard Heinzer fleissig trainierten. Er wollte aber nicht nur zuschauen, sondern selber chlepfen. Dies probierte er mit einer Geissel aus, die ihm sein Grossvater (z Sunnäwirts Xaveri) geschenkt hatte. Wie alle, die mit dem Chlepfen beginnen, machte der Schüler zuerst einige unangenehme Erfahrungen: Der «Zwick» sauste ihm ein paar Mal an die Ohren oder sogar direkt ins Gesicht.
Das tat weh, und es brauchte schon etwas Mut, um weiterzumachen. «Viele hören leider auf, wenn ihnen das passiert», sagt Beat Schelbert. Und er fügt an, dass es viel Übung brauche, um die richtige Technik zu finden. Die Schlinge muss in Form einer liegenden Acht abwechselnd auf vier Seiten flach über den Kopf geführt werden. «Wenn man jedoch den Trick herausgefunden hat, macht das Chlepfen grosse Freude», sagt Schelbert. Er hatte als Siebzehnjähriger für 75 Franken eine leichte Geissel gekauft, die er noch heute verwendet. Die Schlinge musste er seither dreimal ersetzen.
Schätzt die Kameradschaft
Was aber motiviert den Muotathaler immer wieder, am Priis-Chlepfä teilzunehmen? «Das Chlepfen ist ein idealer Ausgleich zu meiner Arbeit am Postschalter», sagt Beat Schelbert. Mit dem Chlepfen pflege und fördere man einen schönen Brauch, und er schätze die gute Kameradschaft, die in der Chlepfer-Szene herrsche. Für ihn kommt das Mitmachen denn auch vor dem Rang. Schelbert chlepft seit vielen Jahren sehr ausgeglichen und erzielt am Priis-Chlepfä meistens 28 bis 29 von 35 möglichen Punkten. Sein bestes Resultat war ein sechster Rang in der Junioren-Kategorie. Beat Schelbert hat schon viele schöne Preise erhalten, die meisten davon sind Holzgeschenkartikel wie etwa ein Horämänel, Melkstuhl oder Fleischteller. Dieses Jahr erhalten alle Mitwirkenden schöne Chlefeli als Erinnerungspreis.
Nachwuchsförderer und Sekretär
Der OK-Präsident Stefan Bürgler meinte auf Anfrage: «Beat Schelbert gehört zu jenen älteren Chlepfern, die seit Jahrzehnten teilnehmen und die ihr breites Fachwissen an die Jungen weitergeben.» Dies wisse das OK des Priis-Chlepfä sehr zu schätzen, so Bürgler. Beat Schelbert gibt in der Chlepfer-Hochburg Muotathal aber nicht nur seine Erfahrungen weiter, sondern erledigt seit vielen Jahren auch die administrativen Arbeiten für die Trainings. Er ist also der Chlepfer-Sekretär im Thal, und sein Wunsch ist es, dass in Zukunft wieder vermehrt Schüler das Geisle-Chlepfä erlernen möchten. Nun freut er sich auf den Dreikönigstag und hofft, dass er mit seinen «alten» Kollegen noch viele Jahre am Priis-Chlepfä in Schwyz teilnehmen kann.
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Bereits Abonnent? Dann schnell einloggen.