BDP könnte erneut auf Andy Kollegger setzen
Die Bündner BDP will im Herbst bei den Nationalratswahlen ihren Sitz verteidigen. Und dabei wird die Parteileitung voraussichtlich auf ein bewährtes Zugpferd setzen.
Die Bündner BDP will im Herbst bei den Nationalratswahlen ihren Sitz verteidigen. Und dabei wird die Parteileitung voraussichtlich auf ein bewährtes Zugpferd setzen.
Von Dario Morandi
Chur. – Ob er im Herbst für seine Partei tatsächlich erneut in die Hosen steigen wird, ist noch nicht bekannt. Der Churer BDP-Grossrat Andy Kollegger will dazu offenbar noch nicht Stellung nehmen. Eine Anfrage blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet.
Oliver Hohl, Vorstandsmitglied der BDP Chur, kann sich aber durchaus vorstellen, dass Kollegger versuchen wird, in Bern die Nachfolge von Nationalrat Hansjörg Hassler anzutreten. Er habe gehört, «dass sich Kollegger dafür interessiert», sagt Hohl. Seiner Meinung nach wäre es «geradezu fahrlässig», wenn die Parteistrategen der BDP Graubünden den 48-Jährigen nicht an die Spitze der Wahlliste rücken würden. Ähnlich sieht es der frühere «Königsmacher» der Churer BDP, Andrea von Rechenberg: An Kollegger werde wohl kein Weg vorbeiführen, glaubt er.
Klecks im politischen Reinheft
Hohl und von Rechenberg sprechen damit die Wahlerfolge an, mit denen Kollegger in den letzten Jahren das Parteiestablishment in Entzücken versetzt hatte. Bei den Nationalratswahlen 2011 konnte er mit über 11 000 Stimmen das zweitbeste BDP-Wahlresultat verbuchen. Damit hätte er bei einem vorzeitigen Rücktritt von Nationalrat Hassler direkt in den Nationalratssaal marschieren können. Und auch bei den Grossratswahlen im vergangenen Frühjahr mischte Kollegger an vorderster Front mit. Der einzige Klecks im politischen Reinheft ist sein ungelenker Versuch, 2012 das Churer Stadtpräsidium erobern zu wollen.
Lieber Bauer als Ingenieur
Der peinliche Flop in Chur hatte damals in der Partei gehörig Staub aufgewirbelt und scheint bis heute nicht vergessen zu sein. Deshalb fragt sich jetzt so mancher Parteigänger, ob man bei den Nationalratswahlen nicht besser die Finger von Kollegger lassen sollte. Vor allem in der Bauernschaft und in Südbünden werden solch böse Lieder abgesungen. Die Engadiner möchten ohnehin lieber den amtierenden Standespräsidenten und Bauern Duri Campell als einen Elektroingenieur aus Chur nach Bern entsenden. Sollte die FDP der ehemaligen Davoser Landammann und Bergbauern Hans Peter Michel ins Rennen schicken, sähe die Ausgangslage für Kollegger aber wieder besser aus.
Noch in Schweigen gehüllt
Was die Kandidatenkür angeht, hüllt sich BDP-Parteichef Andreas Felix in Schweigen. Die Suche laufe momentan, und der Wahlvorschlag werde voraussichtlich im Frühling präsentiert, erklärt er. Eines verrät Felix aber dennoch: «Wir werden auch auf Persönlichkeiten zurückgreifen, die bei den letzten Wahlen mit dabei waren.»
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