Basilic, Chur
Das «Basilic» über den Dächern von Chur ist zurück. Und das kleine Restaurant mit dem kleinen Team überzeugt mit einer grossen Küche. Gerichte aus Grossmutters Zeiten werden elegant und veredelt präsentiert.
Das «Basilic» über den Dächern von Chur ist zurück. Und das kleine Restaurant mit dem kleinen Team überzeugt mit einer grossen Küche. Gerichte aus Grossmutters Zeiten werden elegant und veredelt präsentiert.
Von Susanne Turra
Endlich. Die Churer haben ihr Restaurant «Basilic» hoch über den Dächern der Bündner Hauptstadt wieder. Was darf es sein? Hacktätschli mit Tomatenchutney oder halbes, grilliertes Küken mit Knusperkrümeln? Das macht Appetit. Doch halt. Immer schön der Reihe nach. Genau genommen heisst das «Basilic» heute nämlich «Thomas & Romana's Basilic» – benannt nach den neuen, jungen Gastgebern Thomas Portmann und Romana Hendry. Als Nachfolger von 15-«GaultMillau»-Punkte-Koch Gion Rudolf Trepp wissen die neuen Pächter, was sie exakt am 4. Mai dieses Jahres übernommen haben: den Gourmettempel von Chur schlechthin. «Bevor wir das Restaurant übernommen haben, stand es eineinhalb Jahre leer», erzählt Portmann. Oh ja, das wissen die Churer. Hat doch so mancher Einheimische früher gerne den Lift in der Altstadt benutzt, der direkt zur Kälberweide führt, wo das «Basilic» vor rund 20 Jahren erbaut wurde. Die einmalige Aussicht auf die älteste Stadt der Schweiz ist geblieben. Die Gastronomie ist neu – und in ihrer edlen Einfachheit grad ebenso einmalig.
Zitronensorbet in Coca-Cola
Fast wie ein kleiner Wintergarten präsentiert sich «Thomas & Romana's Basilic», elegant in Marmor, Stein und Holz gehalten, inmitten einer atemberaubenden Kulisse über Chur. Klein ist auch das Team, das insgesamt aus vier Mitarbeitern besteht. Und auch die Karte ist klein, aber – ebenso wie die Weinkarte – fein und auserlesen. Als Vorspeisen werden unter anderem Blattsalate mit frischen Gartenkräutern, Kalbfleischtatare mit Bündner Alpkäse oder auch Maiscremesuppe mit rassigen Erdnüssen und Blätterteig-törtchen angeboten. Als Hauptgang darf es dann Medaillon von zerlegtem Rindshohrücken mit nordländischem Kartoffelstock, Lammfilets mit Röstkartoffeln oder Zanderfilet auf gebratenem Basmatireis sein.Wir probieren gleich das Mittagsmenü, das jeden Tag neu im Angebot steht. Dazu eine Flasche einheimischen Pinot-Noir. Und das kleine Fischragout auf Sommerwirsing in Peperonischaum, die rosa gebratenen Lammhüftchen mit Kartoffel- tarte und Mischgemüse sowie das Blätterteig-Millefeuille mit flambierten Nektarinen munden so gut, dass sich sogar unser Grosser daran gütlich tut. Die Kleine indessen bekommt ein feines paniertes Schnitzeli mit Basmatireis und Gemüse. Und zum Schluss – hammermässig – ein Zitronensorbet, das in Coca-Cola badet! Mmhh. «Bei uns riecht es nicht nach Pommes frites, und wir haben auch keine Kinderkarte», erklärt Gastgeberin Hendry. «Wir geben den Kindern einfach, was wir haben.» Das funktioniert.
Der Luzerner und die Sedrunerin
Doch, wer sind eigentlich, die neuen Gastgeber? Obwohl beide erst gut 30-jährig, sind sie absolute Vollblutgastronomen. Beide haben Koch gelernt und beide haben die Hotelfachschule in Zürich absolviert. «Dort haben wir uns auch kennen gelernt», verrät Portmann, der aus Luzern stammt und dessen Berufserfahrung bis nach Südafrika reicht. «Ich habe eineinhalb Jahre in der Nähe von Kapstadt gearbeitet», so der Gastgeber. Das schlägt sich auch auf seine Küche nieder, die der Koch gleich selbst beschreibt: «Meine Gerichte stammen aus Grossmutters Küche, sind aber elegant und veredelt und haben einen Hauch afrikanischen Style.» Gastgeberin Hendry ist Bündnerin – Sedrunerin genaugenommen. Und sie ist die Kräuter- expertin. «Ich war einige Jahre lang die Assistentin von 'Chrüter-Oski' in der 'Moospinte' bei Bern», erzählt sie. Klar, dass auch ihre Gerichte heute mit eigenen Gartenkräutern angereichert sind. Mittlerweile sind der Luzerner und die Sedrunerin schon richtige «Kälberweidler» geworden. So sehr, dass sie nicht weit um die Ecke wohnen und Portmann das «Basilic» ursprünglich sogar «Kälberweidli» nennen wollte. Doch Hendry winkte ab. Es gebe hier auch kein «Schäfli» oder «Rössli». Das passe einfach nicht in diese Gegend. Recht hat sie. «Thomas & Romana's Basilic» passt da schon viel besser. Also Churer, getraut euch wieder. Nehmt den Lift, und fahrt hoch zu Thomas und Romana. Geniesst die Aussicht und dazu Hacktätschli oder ein halbes grilliertes Küken.
Restaurant «Thomas & Romana's Basilic», Thomas Portmann und Romana Hendry, Susenbühlstrasse 43, 7000 Chur; Tel. 081 253 00 22; info@basilic.ch; Dienstag bis Samstag, mittags und abends geöffnet, Sonntag und Montag geschlossen.
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