«Ausbau des Stadions ist für Spengler Cup dringend nötig»
Sportlich läuft es beim Spengler Cup rund, die Infrastruktur entspricht hingegen nicht mehr zeitgemässen Erwartungen. Ein Fazit von OK-Chef Fredi Pargätzi vor dem heutigen Final.
Sportlich läuft es beim Spengler Cup rund, die Infrastruktur entspricht hingegen nicht mehr zeitgemässen Erwartungen. Ein Fazit von OK-Chef Fredi Pargätzi vor dem heutigen Final.
Mit Fredi Pargätzi sprach Hansruedi Camenisch
Fredi Pargätzi, zehn Spiele sind am 88. Spengler Cup absolviert. Wie lautet Ihre sportliche Bilanz?
Fredi Pargätzi: Es ist ein gutes Turnier; ich bin sowohl aus sportlicher Optik wie bezüglich Spannung sehr zufrieden. Keine Mannschaft fiel ab – auch resultatmässig nicht. Alle Spiele waren eng. Ob die Partien hochstehend waren, hängt von der Beobachterposition ab. Viele Zuschauer freuen sich über ein 9:8, den Coaches hingegen gefällt ein 2:1 mehr. Ich kann keiner Mannschaft vorwerfen, sie hätte nicht mit Engagement gekämpft.
Salawat Julajew Ufa hat sich mit einem 4:3-Sieg nach Penaltyschiessen gegen den HCD fürs Endspiel qualifiziert – ein Wunschfinalist?
Diesbezüglich habe ich keine Wünsche. Ufa hat sich die Finalteilnahme auf dem sportlichen Weg verdient. Die Mannschaft spielt nicht das spektakulärste Eishockey, doch sie weiss genau, was sie will. Sie kann das Tempo beschleunigen, wenn sie es für nötig hält, andernfalls aber auch den Puck mit Geduld kontrollieren.
Welchen Eindruck hat Ihnen Genf-Servette als Titelverteidiger hinterlassen?
Die Genfer holen unter Trainer Chris McSorley aus ihren Möglichkeiten das Optimum heraus. Sie spielen taktisch sehr gut.
«Alternativen zu Servette noch nicht geprüft»
Servette bestreitet zum zweiten Mal in Folge den Spengler Cup. Welche Alternativen sehen Sie als zweites Schweizer Team neben dem HC Davos?
Falls Servette den Final gewinnt, erhält es als Titelverteidiger natürlich eine Einladung. Sonst gibt es bezüglich des sportlichen Niveaus Alternativen. Welche Klubs aber am Spengler Cup überhaupt antreten wollen, ist offen.
Wie beurteilen Sie das Team Canada?
Die Kanadier spielten sehr gut. Sie wurden im Vorfeld des Turniers von den Medien eher schlecht beurteilt; diese Prognosen trafen aber nicht ein. Das Team Canada stellt an diesem Turnier – ähnlich wie Gennf-Servette – nicht die talentierteste Mannschaft. Doch die Einstellung ist bei beiden Teams hervorragend.
Erstmals verpflichteten Sie gleichzeitig gleich drei Teams aus der KHL. Mit Salawat Julajew Ufa überstand nur eines die Viertelfinals …
Von Medvescak Zagreb durfte man den Vorstoss in die Halbfinals nicht unbedingt erwarten, von Jokerit Helsinki hingegen schon. Jokerit hat eine unglaublich talentierte Truppe. Dass die Finnen jetzt mit null Punkten nach Hause fliegen, entspricht nicht den Erwartungen.
Bereitet Ihnen die Abhängigkeit Ihres Teilnehmerfeldes von der KHL Sorgen?
Das ich drei KHL-Teams verpflichtete, war eher Zufall. Ich entschied mich dazu, obwohl auch andere Klubs gerne an den Spengler Cup gekommen wären. Fakt ist, dass die KHL die mit Abstand stärkste Eishockeyliga in Europa bildet. Für unser Turnier ist es gut, wenn solche Mannschaften nach Davos kommen. Ich sehe aber keine Abhängigkeit von der KHL.
Der Spengler Cup ist nach wie vor ein Zuschauermagnet. Mit Ausnahme einer Partie waren alle restlos ausverkauft.
Wir verzeichnen eine Stadionaus- lasung von 99 Prozent. Das ist unglaublich.
Gibt es Überlegungen, am Stadion etwas zu ändern, zum Beispiel die Sitzplatzkapazität zu erhöhen?
Es bestehen Absichten, die allerdings noch nicht vertieft sind, das Stadion auszubauen. Es ist allerdings dringend nötig – nicht nur im Bereich der Sitzplätze, sondern auch bezüglich Teamkabinen. Die sind zum Teil fast nicht mehr zumutbar. Es gibt aber auch kommerzielle Überlegungen mit zusätzlichen Logen sowie besseren Catering- und Merchandising-Möglichkeiten. Der Ausbau des Stadions ist wirklich dringend nötig, um dem Spengler Cup das Überleben zu gewährleisten.
«Kabinen sind nicht mehr zumutbar»
Gibt es dafür einen Zeithorizont?
Nein.
Ab 1. Januar übernimmt der Spengler Cup die Vermarktung seines Turniers selber. Die ersten Signale sind sehr positiv.
Wir sind in der Tat sehr gut unterwegs. Viele wichtige Gespräche mit Sponsoren konnten wir in den letzten Tagen erfolgreich führen. Da kamen wir bereits einen Riesenschritt voran. Wir sind aber noch nicht am Ziel angelangt und werden weiterhin hart arbeiten. In der ersten Hälfte des kommenden Jahres gibt es noch viel zu tun. Wir sind zuversichtlich, dass wir die hochgesteckten Ziele, die wir uns setzen, alle verwirklichen können.
Planen Sie im Zusammenhang mit der Eigenvermarktung auch einen neuen Auftritt des Spengler Cups?
Im Moment nicht. Grundsätzlich übernehmen wir vorerst das Konzept der IMG. Es ist sehr gut, und die Sponsoren zeigten sich zufrieden. Wir wollen uns zunächst einmal etablieren und Justierungen nach selber gemachten Erfahrungen vornehmen.
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Bereits Abonnent? Dann schnell einloggen.