«Auf Wunsch baue ich auch eine Grossküche in der Wüste»
Vom Einmannbetrieb zu einem Unternehmen, das heute über 20 Personen beschäftigt: Die Churer Alig Grossküchen AG ist erfolgreich unterwegs und hat einen riesigen Herd für ein Nobelhotel gebaut.
Vom Einmannbetrieb zu einem Unternehmen, das heute über 20 Personen beschäftigt: Die Churer Alig Grossküchen AG ist erfolgreich unterwegs und hat einen riesigen Herd für ein Nobelhotel gebaut.
Von Dario Morandi
Chur. – Das chromblitzende «Ungetüm» steht mitten in der Werkshalle an der Churer St. Margrethenstrasse. Dort, wo früher Lastwagen repariert wurden und heute Grossküchen entstehen. Roland Alig ist mächtig stolz. «In wenigen Stunden wird er abgeholt und ins Oberengadin transportiert», sagt der Chef der Alig Grossküchen AG und meint den knapp sechs Meter langen und 1,5 Tonnen schweren Kochherd, den seine Fachleute soeben fertiggestelt haben. Eingebaut wird das Gerät in der Küche des Viersternehotels «Cresta Palace» in Celerina. Das werde ziemlich kompliziert, weiss Alig. «Dafür müssen Fensterfronten ausgebaut und ein Kran aufgefahren werden.» Sorgen macht er sich deswegen aber nicht. «Wir sind uns gewohnt, unkonventionelle Lösungen anzustreben.» Auf Wunsch baue er sogar eine Grossküche in der Wüste, sagt er und schmunzelt.
Anlagen werden selber gebaut
Ähnlich wie Microsoft-Gründer Bill Gates hat auch Alig angefangen: in einer Garagenbox. In Domat/Ems realisierte er im Alleingang seine erste Küchenanlage. 1992 gründete Alig dann in Chur sein heutiges Unternehmen, die Alig Grossküchen AG. Und schon bald wurde man in der Planungs- und Baubranche sowie in der Hotellerie auf den umtriebigen, heute 49-jährigen Unternehmer aufmerksam. Nicht etwa, weil er sich Geräte und Mobiliar auf dem Markt beschafft und diese dann bei der Kundschaft installiert. Alig plant und baut seine Profiküchen zum Teil in Handarbeit und ist für den Service besorgt. Auf diesen Unterschied zu anderen Anbietern hinzuweisen, legt er grossen Wert. Dies sei eines der Markenzeichen seines Unternehmens, sagt er.
Beschwerliche Grundstücksuche
Inzwischen beschäftigt die Firma über 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist fast in der ganzen Deutschschweiz tätig. Die Auftragsbücher seien randvoll, Grund zur Klage gebe es keinen, stellt der Firmenchef zufrieden fest. Mit einer Ausnahme allerdings: Der Raum am heutigen Standort wird zunehmend knapp. Alig möchte in Chur einen Neubau realisieren. Doch die Suche nach einem geeigneten Grundstück ist offenbar ziemlich schwierig. «Dabei würden wir noch so gerne in Chur bleiben», sagt Alig. Inzwischen sind die Verhandlungen mit der Stadt aber doch auf gutem Wege.
Tourismus ist kein Klumpenrisiko
Die Grossküchen von Alig stehen in renommierten Häusern, so etwa bei Starkoch Andreas Caminada im «Schauenstein» in Fürstenau, wie Alig erklärt. Oder im Hotel «Grischa» in Davos, im Bergrestaurant «Diavolezza» oberhalb von Pontresina oder auch in der neuen St. Moritzer «Corvigliabar», um hier nur einige Beispiele von vielen zu nennen. Sorgen über ein allfälliges «Klumpenrisiko» durch die vielen Aufträge aus der Tourismusbranche macht sich Alig aber nicht: Dafür sei er in der Baubranche des Unterlandes zu gut vernetzt, erklärt er. Dabei verweist Alig auf mehrere Grossküchenkonzepte, die er ausserhalb von Graubünden in Alterssiedlungen und in Gastronomiebetrieben wie etwa der «Schifflände» am Hallwilersee umgesetzt hat.
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Bereits Abonnent? Dann schnell einloggen.