Armee verbaut am Scopi 36 Millionen
In der Val Medel beginnen die Arbeiten am Neubau der Militärseilbahn auf den Scopi. Die Luftraum-Überwachungsanlage auf dem Gipfel soll eine zeitgemässe Erschliessung bekommen. Ob die alte Mittelstation weg muss, ist noch offen.
In der Val Medel beginnen die Arbeiten am Neubau der Militärseilbahn auf den Scopi. Die Luftraum-Überwachungsanlage auf dem Gipfel soll eine zeitgemässe Erschliessung bekommen. Ob die alte Mittelstation weg muss, ist noch offen.
Von Jano Felice Pajarola
Medel/Lucmagn. – 36 Millionen Franken – so viel lässt sich das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) die Realisierung einer neuen Seilbahn auf den Scopi unweit des Lukmanierpasses in der Val Medel kosten. Eine militärisch und zivil genutzte Anlage für die Luftraum-Überwachung befindet sich auf der künstlichen, von Bauten durchlöcherten Spitze des 3190 Meter hohen Berges; zehn Arbeitsplätze bietet die Gebirgseinrichtung der so genannten Führungsunterstützungsbasis der Armee. Für den Personen- und Materialzugang ist die Anlage auf eine Transportbahn angewiesen, und die gut 60 Jahre alte bestehende Seilbahn ist erneuerungsbedürftig. Ihre Betriebsbewilligung wäre 2019 abgelaufen. Seit einer Grundsteinlegung gestern Vormittag laufen nun die Bauarbeiten an der Ersatzanlage, die das VBS-Immobilienkompetenzzentrum Armasuisse realisiert.
Sieben statt 25 Minuten Fahrzeit
Das Vorhaben wird in zwei Etappen umgesetzt, wie es in einer Medienmitteilung von Armasuisse heisst. In der ersten Phase wird bis Ende 2015 die eigentliche neue Bahn erstellt, danach erst wird die in zwei Sektionen auf den Scopi führende alte Transportanlage demontiert. Damit bleibt die unterbruchfreie Versorgung des Gipfels gewährleistet. Bis Mitte 2017 errichtet Armasuisse schliesslich den zweigeschossigen Unterkunftstrakt neben der neuen viergeschossigen Talstation der Seilbahn in Stgegia.
Das vom Parlament im letzten Jahr genehmigte Projekt soll für den Betrieb auf dem Scopi verschiedene Verbesserungen bringen. Weil neu eine einzige Bahn vom Tal bis auf den Berg hinauf führt, entfällt das Umsteigen und Umladen in der Mittelstation, und die Fahrzeit verkürzt sich von 25 auf sieben Minuten. Material kann in Zukunft palettiert und damit mit weniger Aufwand transportiert werden. Und die oft rauen hochalpinen Witterungsbedingungen sollen der geplanten Bahn weniger anhaben können – alles in allem «ein signifikanter Effizienzgewinn», wie es in der Medienmitteilung heisst.
Bauten für extreme Bedingungen
Schon bei der Projektierung haben notabene mehrere Firmen aus der Region mitgewirkt. So stammt die Architektur von Aluis Huonder aus Disentis; Bauingenieur, Sanitärplaner und Umweltbaubegleiter sind ebenfalls in der Surselva zuhause. Und den Zuschlag als ausführende Totalunternehmung erhielt eine Bietergemeinschaft mit der Churer Implenia und der Disentiser Baufirma Berther. Die Seilbahn liefert gemäss Medienmitteilung die Glarner Garaventa AG. Die Bauten, so Armasuisse, müssten extremen klimatischen Bedingungen standhalten; eine besondere Baugrubensicherung und Fundation des Gebäudes sei zudem bei der Bergstation erforderlich – wegen des Risikos des sich auflösenden Permafrosts.
Im Bewilligungsverfahren habe sich gezeigt, dass das Projekt umwelt- und landschaftsverträglich sei, betont Armasuisse. Auf ein späteres Verfahren ausgelagert wurden allerdings die Pläne für einen «Energiepark La Stadera» bei der jetzigen Mittelstation. Sie wird überflüssig und müsste rückgebaut werden, das VBS würde sie aber stattdessen gern mit einer Photovoltaik-Anlage ausrüsten. Ausserdem besteht die Idee, auf dem Plateau nebenan einen Windpark einzurichten. Bei der Umweltorganisation Pro Natura Graubünden steht man diesen Plänen nach wie vor ablehnend gegenüber. «Die Mittelstation muss weg», so Geschäftsführer Hans F. Schneider.
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