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Alte Mauern, neue Pläne

Die Gemeinde Seewis hat zusammen mit Grüsch die Sanierung der Burgruine Solavers in Angriff genommen. Anschliessend möchte Seewis die Burgruine Fracstein in der Chlus ebenfalls einer Instandstellung unterziehen.

Südostschweiz
19.12.13 - 01:00 Uhr

Obwohl die Burg Solvares auf Seewiser Gemeindegebiet steht, ist sie das Wahrzeichen von Grüsch. Nach Auskunft von Gemeindepräsident Georg Niggli dürfte diese Wahrnehmung auch ausschlaggebend dafür sein, weshalb sich Grüsch an der von der Gemeinde Seewis in die Wege geleitete Sanierung der Burgruine beteiligt. Auch wenn von der Gemeinde noch kein Sanierungsplan eingereicht worden ist, wird nach Auskunft von Johannes Florin, Bauberater von der kantonalen Denkmalpflege, das Vorhaben vom Kanton begleitet und voraussichtlich auch unterstützt.

Den wohl eindrücklichsten Teil der Burgruine bildet die 57 Meter lange Wehrmauer, die sich über die ganze Hügelkuppe hinzieht und die Burganlage gegen Norden absicherte. In der Nähe des Burgtores hat die Mauer eine Stärke von 1,6 Metern, auf der höchsten Stelle ist sie nur noch 60 Zentimeter dick. Mauerfugen zeigen, dass die Mauer mehrmals erweitert und erhöht worden ist. Zwei vermauerte Öffnungen in mehreren Metern Höhe führten vermutlich zu Holzerkern, die der Verteidigung dienten. Unmittelbar hinter der Mauer, auf dem höchsten Punkt des Burghügels, war eine der Jungfrau Maria geweihte Kirche, deren ältester Teil, das Langhaus, in romanische Zeit zurückreicht. Der eckige Chor mit seinen gotischen Fenstern stammt aus dem 15. Jahrhundert.

Stauden und Büsche

Bislang wurden in die Sanierung rund 200 Mannstunden investiert. Unter der Leitung des Seewiser Revierförsters Hanspeter Thöny wurden im Spätherbst auf dem Burgareal zahlreiche Bäume gefällt, Hecken zurück geschnitten, Büsche beseitigt und das überständige Gras gemäht. Da das Areal in den vergangenen Jahren nicht mehr wie früher im Frühjahr und Herbst als Schafweide genutzt wurde, haben Stauden, Hecken und Bäume auf dem Burgareal überhand genommen. Im Weiteren wurden die herumliegenden Steine auf Haufen zusammengetragen und das Areal von herumliegendem Kehricht gesäubert. Im Einsatz waren insgesamt vier Fortwarte und zwei Lehrlinge.

Mit Mörtel und Geissen

Mit der eigentlichen Sanierung des Mauerwerks wird im Sommer 2014 begonnen. Wie Florin ausführte, geht es bei diesen Massnahmen darum, den Verfall des Gemäuers, das seit mehr als 500 Jahren der Verwitterung ausgesetzt ist, zu verlangsamen.

Die vorgesehen Arbeiten werden sich auf die Mauerkronen, den Fundamentbereich und das Stopfen von Fugen beziehen. Um der Verbuschung in Zukunft Einhalt zu gebieten, will die Gemeinde Seewis nach Auskunft von Gemeinderat Hanspeter Aebli das Burgareal mit einer kleinen Geissenhabe beweiden. Die Geissen sind bekanntlich die besten «Landschaftspfleger» und sollen diese Funktion dort wahrnehmen.

Sobald die Instandstellungsarbeit auf Solavers abgeschlossen sind, möchte die Gemeinde Seewis ein weiteres Kulturdenkmal auf ihrem Territorium einer Sanierung unterziehen: Die Burgruine Fracstein in der Chlus.

In Anbetracht der Lage (am Fusse einer Felswand auf der rechten Seite der Landquart) handelt es sich um ein sehr ehrgeiziges Vorhaben. In einem ersten Schritt soll der Zugang, der bislang nur aus einem schalen Pfad besteht, durch einen Weg ersetzt werden.

Die Mittel, die für Solavers und Fracstein von der Gemeinde Seewis eingesetzt werden, werden im Budget unter «Kulturförderung» verbucht. EDY Walser

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