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Allstar Game als Belohnung

Der Meisterschaftsbetrieb hat am letzten Wochenende in der KHL geruht. Stattdessen fand in der letztjährigen Olympiastadt Sotschi das Allstar Game statt.

Südostschweiz
29.01.15 - 01:00 Uhr
Zeitung

Zusammen mit ZSKA-Moskau-Trainer Dimitri Kwartalnow, den man in der Schweiz aus seiner Spielerzeit bei Ambri kennt, durfte ich die Auswahl der West-Conference coachen. Für mich kam die Wahl völlig überraschend, absolviere ich zurzeit doch mein erstes Jahr als Headcoach bei Dynamo Moskau. Ich betrachte die Nomination als grosse Ehre. Und für junge Spieler, die erstmals am Allstar Game dabei waren, war es die Belohnung für ihre herausragenden Leistungen.

Im Match zwischen der West- und der Ost-Conference ging es nicht ums Resultat, Spass und Spektakel standen im Vordergrund – sowohl für alle auf dem Eis als auch für die 12 000 Zuschauer. Die Spieler hatten Raum und Zeit für Showeinlagen und technische Kabinettstückchen. Befreit von jeglichen defensiven Fesseln trumpften die Offensivkünstler auf. Zu Bedauern waren hingegen die Torhüter, die von ihren Vorderleuten regelmässig im Stich gelassen wurden. Entsprechend fiel das Resultat aus – die Auswahl der Ost-Conference siegte mit 18:16.

Das Offensivspektakel am Allstar Games steht ganz im Gegensatz zum Meisterschaftsalltag in der KHL. Da besitzt die Defensive oberste Priorität. Einzelne Spiele kann man zwar mit Sturmläufen gewinnen. Aber wer in der Meisterschaft vorne mitreden will, braucht dafür primär ein solides defensives Fundament. Natürlich ergeben sich so weniger Torchancen. Umso wichtiger ist eine gute Chancenauswertung, und auch dem Powerplay kommt eine grosse Bedeutung zu.

Zuletzt gewann ich mit Dynamo Moskau sowohl gegen Neftechimik als auch gegen Slovan Bratislava je mit 2:0. Dazwischen verloren wir gegen Lada Togliatti mit 1:2. nach einer unserer schwächsten Leistungen in dieser Saison überhaupt. Wir sind bereits für die Play-offs qualifiziert, obwohl für uns in der 60 Runden dauernden Qualifikation bis am 24. Februar noch elf Partien ausstehen. Da ist es nicht immer einfach, die Spieler für jeden Match optimal zu motivieren. Aber ein vorübergehendes Nachlassen kommt nicht in Frage. Unser Vorstand erwartet in jedem Match den Sieg; da gibts keine Entschuldigungen. Trotzdem spüre ich im Training ab und zu, dass nicht alle Spieler Vollgas geben. Dann spreche ich sie gleich darauf an. Und wenn das nichts nützt, habe ich das Training auch schon mal abgebrochen oder dann zusätzliche Laufeinheiten eingebaut. Als Headcoach bin ich immer noch ständig am Lernen.

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