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43. Yellow-Cup in Winterthur

Am Samstag spielten:Handball si. Die Schweiz beendet den 43. Yellow-Cup in Winterthur auf dem 2. Platz. Nach dem Auftaktsieg gegen die Slowakei (31:29) setzte es für das Team von Rolf Brack am Wochenende einen Sieg gegen Weissrussland (26:

Südostschweiz
05.01.15 - 01:00 Uhr
Zeitung

Am Samstag spielten:

Schweiz – Weissrussland 26:25 (10:12)

Tunesien – Slowakei 28:27

Gestern spielten:

Schweiz – Tunesien 24:26 (9:15)

Weissrussland – Slowakei 29:34

Schlussrangliste (je 3 Spiele): 1. Tunesien 6. 2. Schweiz 4. 3. Slowakei 2. 4. Weissrussland 0.

Schweiz – Weissrussland 26:25 (10:12)

Eulachhalle, Winterthur, 1250 Zuschauer, SR Rieber/Baumgart (De). – Torfolge: 0:1, 1:1, 1:4 (7.), 3:4, 4:5, 4:6, 6:6 (16.), 6:8, 8:10, 9:10, 9:12, 10:12; 10:13, 14:13 (36.), 15:14, 15:16, 17:16, 17:17, 19:17, 22:20, 22:23 (53.), 26:23 (56.), 26:25. – Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen die Schweiz; 3-mal 2 Minuten gegen Weissrussland. – Schweiz: Bringolf (3 Paraden)/Portmann (22. bis 58./8 Paraden); Schmid (3), Liniger (3/1), Baviera, Graubner, Sidorowicz (1), Dähler (2), Von Deschwanden (6), Raemy (4), Mühlemann (2), Linder, Brücker (2), Svajlen (2), Getzmann (1). – Weissrussland: Charapenka (8 Paraden)/Matskewitsch (31. bis 50./2 Paraden); Browka, Babitschew (2), Astraschapkin, Pukhowski (5), Batschko, Kniazew, Siarhei Rutenka (8/4), Dzianis Rutenka (2), Nikulenkow (2), Schilowitsch (3), Niazhura, Tschistabaiew, Schumak (2), Tsitsow (1). – Bemerkungen: Schweiz ohne Freivogel, Striffeler, Baumgartner (alle verletzt), Fellmann (rekonvaleszent) und Portner (überzählig). Bringolf hält Penalty von Siarhei Rutenka (58./26:23). 50. Länderspiel von Michal Svajlen. Länderspiel-Debüt von Brücker.

Schweiz – Tunesien 24:26 (9:15)

Eulachhalle, Winterthur, 1350 Zuschauer, SR Rieber/Baumgart (De). – Torfolge: 0:1, 1:1, 1:6, 3:6, 4:7, 4:9, 7:11, 7:14 (27.), 9:14, 9:15; 11:15, 11:17, 12:18, 15:18, 17:21, 19:21, 19:22, 21:22, 21:23, 23:23 (56.), 23:25, 24:26. – Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 5-mal 2 Minuten gegen Tunesien. – Schweiz: Portmann (1.-19. und für 1 Penalty)/Portner; Schmid (3), Liniger (3/3), Baviera (2), Graubner (1), Sidorowicz (2), Dähler (2), Von Deschwanden (5), Raemy, Mühlemann (1), Linder, Svajlen (4), Getzmann (1). – Tunesien: Helal (1.-41. und für 1 Penalty)/Majed; Hedoui (1), Gharbi, Tej (1), Touati (3/2), Bannour (3), Jallouz (2), Sanai (5), Megannem (5), Boughanmi (2/2), Chouiref (4). – Bemerkungen: Schweiz ohne Freivogel, Striffeler, Baumgartner (alle verletzt), Fellmann (rekonvaleszent), Brücker und Bringolf (beide nicht eingesetzt). Portmann hält Penalty von Bannour (7./1:3). Portner hält Penalty von Touati (56./23:23).

Handball si. Die Schweiz beendet den 43. Yellow-Cup in Winterthur auf dem 2. Platz. Nach dem Auftaktsieg gegen die Slowakei (31:29) setzte es für das Team von Rolf Brack am Wochenende einen Sieg gegen Weissrussland (26:25) und eine Niederlage im Final gegen Tunesien (24:26) ab. Brack wollte am Yellow-Cup ein positives Zeichen setzen, und das ist den Schweizern durchaus gelungen. Zum sechsten Sieg am Traditionsturnier in der Eulachhalle, dem ersten seit Januar 2010, fehlte den Einheimischen nach einer beeindruckenden Aufholjagd gegen Tunesien nur wenig.

Die Gastgeber gerieten gegen die Nordafrikaner zwischenzeitlich mit sieben Toren (7:14/27.) in Rückstand, glichen aber in der 56. Minute zum 23:23 aus. Nachdem Torhüter Nikola Portner einen Penalty von Jaleleddine Touati abgewehrt hatte, bot sich Nicolas Raemy die Möglichkeit zur erstmaligen Führung, er scheiterte aber am tunesischen Goalie Wassim Helal. Weil die Schweizer, die Portner durch einen siebten Feldspieler ersetzt hatten, auch im nächsten Angriff scheiterten, zogen die Tunesier auf 25:23 davon. Danach gelang dem Heimteam knapp eine Minute vor dem Ende nur noch der Anschlusstreffer, worauf es nicht mehr in Ballbesitz kam. So feierte Tunesien den ersten Turniersieg in Winterthur. Weissrussland, der Gewinner der letzten beiden Austragungen, musste sich mit dem 4. und letzten Rang begnügen.

Sämtliche drei Partien der Schweizer ähnelten sich, lagen sie zur Pause doch stets hinten. Danach steigerten sie sich jeweils markant. Warum sein Team in der ersten Hälfte jeweils nicht wie gewünscht auf Touren gekommen war, dafür hatte Brack keine Erklärung. Er fand es aber positiv, dass die Mannschaft in der Folge jeweils gut auf seine Inputs ansprach.

Mit Leistungen zufrieden

Dass die Wende gegen Tunesien, denen der Deutsche an der WM in Katar den Einzug in die Achtelfinals zutraut, nicht gelang, fand Brack gar nicht so schlecht. «Das hätte zu viele Dinge übertüncht.» Unter dem Strich könnten sie aber mit allen drei Leistungen zufrieden sein. Sie hätten sich gegenüber dem letzten Yellow-Cup um 50 Prozent gesteigert. Die Mannschaft habe mittlerweile eine klare Struktur.

Brack erhoffte sich in Winterthur in erster Linie eine Verbesserung in der Defensive. Und dieses Ziel wurde erreicht, die Achse mit David Graubner und Michal Svajlen stellt eine gute Basis dar. «Wir haben in der Abwehr in allen drei Spielen eine sehr gute Qualität gezeigt», so Brack. Lobende Worte fand der Sportwissenschaftler auch für die Charakterqualität der Mannschaft. «Die leidenschaftliche Grundeinstellung, die man hier sehen konnte, war der markanteste Fortschritt und auch ein ganz, ganz hohes Ziel. Abwehr hat viel mit Wollen zu tun. Da sahen wir ein neues Signal. Wir haben dort nun eine Basis, um erfolgreichen Handball zu spielen.»

Zweiter Linkshänder fehlt

Auch im Angriff wussten die Schweizer insgesamt durchaus zu überzeugen. Gegen Tunesien beispielsweise unterliefen der SHV-Auswahl bloss fünf technische Fehler, was ein sehr guter Wert ist. «Wir haben eine klare Systemvorstellung entwickelt», sagte Brack. Ein Problem stellte aber nach wie vor der fehlende zweite Linkshänder im Rückraum dar – immerhin gibt es mit Dimitrij Küttel (20) und Ron Delhees (19) zwei Hoffnungsträger, welche diese Lücke bald schliessen könnten. Zudem muss das Zusammenspiel mit dem Kreisläufer und die zweite sowie dritte Welle verbessert werden. Und auch bei den Torhütern liegt noch einiges an Potenzial brach. Diese müssen sich steigern, damit die Schweiz sich wieder einmal für ein grosses Turnier qualifiziert.

Lange Zeit zum Ausruhen bleibt den Schweizern nicht. Am Dienstag und Donnerstag bestreiten sie zwei Testpartien in Österreich. Richtig ernst gilt es am 29. April wieder, wenn die SHV-Auswahl in der EM-Qualifikation in Schaffhausen auf Tschechien trifft. Dann will Brack nach den Niederlagen in Mazedonien (20:27) und gegen Frankreich (24:33) mit einem Sieg «das Tor wieder richtig aufstossen».

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