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2015 wird ein irres Glarner Jahr

Was Nostradamus oder Mike Shiva können, macht Beat Schlatter als «Sonderzukunfts-Redaktor» bei Radio 1: Voraussagen, was 2015 Schlagzeilen schreibt. Doch Schlatter irrt sich. Hier die Version der «Schweiz am Sonntag» Glarus:

Südostschweiz
04.01.15 - 01:00 Uhr
Zeitung

Die «Schweiz am Sonntag» wagt einen Blick in die Zukunft und prophezeit, was 2015 bringen wird

Von Marco Häusler

Sie wohnt zwar in Biel, ging jedoch in Näfels zur Schule. Und mit ihren Glarner Wurzeln macht Andrea Germ am Eurovision Song Contest (ESC) international Furore. Dabei springt sie bei den Schweizer Vorausscheidungen Ende Januar zuerst lediglich als nachnominierter Ersatz für die erkrankte Tiziana in die Bresche – setzt sich dann aber durch und reist als Schweizer Vertretung ans Finale nach Wien.

Die Austragung des 60. ESC in die österreichische Hauptstadt geholt hatte bekanntlich Conchita Wurst. Darauf baut Andrea Germ, die ihren ursprünglichen Song «Tu y yo» kurzerhand zu «my Kalberwurst» umtextet – und damit am 23. Mai den Titel nach 27 Jahren erstmals wieder in die Schweiz holt. Denn, lieber Beat Schlatter, «wenn schon eine Wurst gewinnen soll», wie du das orakelst, ist das sicher keine St. Galler Olma-Bratwurst.

<strong>Das Glarnerland</strong> blendet Schlatter in seinen täglichen Morgen-Kolumnen sowieso völlig aus. Ein weiterer Fehler, denn es wird am 5. April, am frühen Morgen, von regelrechten Schneestürmen heimgesucht. Frau Holle will ausgerechnet zu Ostern alles nachholen, was sie den ganzen Winter durch versäumt hat. Zahlreiche Ostereier, die am Vorabend versteckt wurden, bleiben in der Folge wochenlang verschollen.

Zumindest ein Teil davon taucht am 3. Mai auf dem Zaunplatz in Glarus wieder auf – was die Landsgemeinde in den Fokus des nationalen Interesses rückt. Denn beim Traktandum «Änderungen am Hooligankonkordat» bewirft eine Handvoll Fans des Fussballclubs Netstal Landammann Robert Marti mit Eiern. Die Rowdies werden umgehend verhaftet. Und bei den Hausdurchsuchungen im Zug der weiteren Ermittlungen stösst die Glarner Kantonspolizei auf verschiedene weitere, mittlerweile längst faule Eier.

<strong>Nach «Hypomat»,</strong> «Risikomat» und «Investomat» lanciert die Glarner Kantonalbank (GLKB) Anfang Juli ihr neustes Produkt «Geldomat» – und sorgt auch damit für nationale Schlagzeilen. Erfolge verbucht hatte die GLKB zwar bereits mit all ihren «Vorgängomaten». Sie waren im Vergleich zu «Geldomat» jedoch geradezu «schnöde» Internetportale, auf denen einfach Hypotheken und Versicherungen online abgeschlossen oder Investitionen getätigt werden konnten. Über den «Geldomaten» können sich GLKB-Kunden jetzt aber bequem zu Hause ihr eigenes Notengeld ausdrucken – je nach Kontostand bis zu einem Limit von 2000 Franken pro Tag.

Mit einem Paukenschlag enden auch die Nationalratswahlen am 18. Oktober im Glarnerland. Heinz Hürzeler, Präsident der Glarner Sektion der sozial-liberalen Bewegung (SLB), gewinnt sie überraschend gegen den Präsidenten der Schweizer BDP, Martin Landolt, der zur Wiederwahl angetreten war. Zurückzuführen sei das weniger auf Hürzelers politische Reputation, heisst es im Nachgang in den medialen Analysen, «sondern vielmehr auf die Unterstützung der SVP».

Diese hatte sich im Vorfeld der Wahlen in allen Schweizer Kantonen für Kandidierende eingesetzt, wo diese gegen BDP-Kandidaten antraten – natürlich bereits mit Blick auf die Bundesratswahlen vom 9. Dezember und mit Eveline Widmer-Schlumpf im Visier.

<strong>Auch kulturell</strong> drängt sich das Glarnerland ins Rampenlicht. Denn zum Abschluss des 8. GLKB Stadtopenairs Sound of Glarus gibt R'n'B-Superstar Rihanna ihr einziges Schweizer Konzert auf der Bühne auf dem Rathausplatz in Glarus – gleich nach Andrea Germ. Der Andrang ist riesig, die Shows sind es ebenfalls, und beide Gagen dürften das auch sein. Den Veranstaltern ist dazu aber nichts zu entlocken. Gemunkelt wird lediglich, dass hohe Geldbeträge für die GLKB kein Problem mehr seien – seit sie den «Geldomat» lanciert habe.

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