15 Wünsche für 2015 – an die drei Weisen
Was wir noch nicht gewünscht haben, aber gut brauchen können: Vielleicht bringen es die drei Könige, deren Besuch beim Christkind heute gefeiert wird, in die manchmal etwas gar kleine Glarner Welt.
Was wir noch nicht gewünscht haben, aber gut brauchen können: Vielleicht bringen es die drei Könige, deren Besuch beim Christkind heute gefeiert wird, in die manchmal etwas gar kleine Glarner Welt.
Von Fridolin Balthasar Rast
Kaspar, Melchior und Balthasar sollen sie geheissen haben, die drei Sterndeuter aus dem Morgenland. Aus dem Osten und damit aus dem heutigen Irak oder Iran, vom damaligen Judäa in der römischen Provinz Syria aus gesehen.
Wie die Bibel berichtet, sind sie nach Nazareth gekommen, um den in die Welt gekommenen Jesus mit Geschenken zu verehren. Jenen Jesus, der der Welt den Frieden bringen wollte und an dieser Aufgabe wahrscheinlich immer noch arbeitet. Besonders wohl, weil die Menschen in dieser Sache bis heute nicht sehr kooperativ sind.
Friede, Freude und kein Eierkuchen
Darum sei gewünscht, dass die drei Könige zu Gold, Myrrhe und Weihrauch noch ein paar Zutaten mitbringen. Damit Glarner das Jahr 2015 auch im Lande Fridolins blühen lassen können, wünsche ich mir also:
• den Frieden im Grossen, verbunden mit der Einsicht, dass es erst gut kommt, wenn die Schweizer mitsamt den grossen Rohstoffhandelsfirmen und Banken an mehr interessiert sind als nur den Bodenschätzen und den Profiten aus dem heutigen Irak und dem Rest der Welt. Den Frieden dank der Einsicht, dass wir auch den Flüchtlingen aus dem heutigen Syrien helfen müssen. Gerade jenen, die zu uns kommen auf der Suche nach einem würdigen und freien Leben.
• den Frieden im Kleinen und im Glarnerland. Sei es in Elm, das den Aufschwung aus gemeinsamer (Glarus-Süd-)Kraft dringend braucht. Sei es in Glarus, das den lautstarken Kampf des ehemaligen Chefs eines grossen öffentlichen Werks gegen den heutigen Chef eines (anderen) öffentlichen Werks nicht dringend braucht. Sei es in Glarus Nord, das in der Raumplanung am meisten tragfähige Lösungen suchen muss.
• Spirituelle Tiefe, die den Sinn des Lebens erfahrbar macht und daraus Freude und Liebe wachsen lässt. Die nicht in Kirchen stattfinden muss, sondern auch beim Wandern in den Bergen die Grösse der Welt erleben lässt.
• Künstlerinnen und Künstler, die nicht nur in den grossen Städten wie Berlin oder New York Inspiration finden, sondern auch im Glarnerland ...
• ... und die Offenheit der Glarner, in den Spiegel zu schauen, den sie von der Kunst und Kultur vorgehalten bekommen.
• Kreative in allen Lebensbereichen und Berufen, die das Undenkbare denken. Samt einer Regierung mit dem Mut anzupacken, statt nur zu verwalten und zu sparen ...
• ... und die Umgebung, in der kreative Köpfe ihre Ideen zu innovativen Produkten und Dienstleistungen machen können. Und manchmal die Unterstützung, die ihnen den Start einer eigenen Firma möglich macht. Damit im Glarnerland neue, sozial verträgliche Arbeitsplätze entstehen – vom (Kunst-)Handwerk über die Industrie bis zu Internetfirmen und Tourismusperlen.
• Ganz viele Frauen, die sich in der Politik und in der Arbeitswelt etwas zutrauen und damit immer mehr Teams bis in die Chefetage zu gemischten Teams werden lassen.
• Ganz viele Männer (und Frauen!), die deren Fähigkeiten neidlos anerkennen und sie neben und manchmal auch über sich akzeptieren. Sowie ganz viele Männer, die zur Familienarbeit so beitragen, dass die Frauen diesen Weg auch tatsächlich gehen können.
• Die Weltoffenheit, die sich die Glarner so gern auf die Fahne schreiben – als gelebte Weltoffenheit, die viel, viel mehr ist als die Ausbeutung von Textilarbeitern in Bangladesch, die billige Kleider für uns herstellen.
• Den Willen der Einheimischen, die Zugezogenen zu integrieren – auch mit Angeboten, die Geld kosten. Damit nicht länger zwei von neun im Glarnerland lebenden Menschen von den politischen Entscheiden ausgeschlossen bleiben.
• Den Willen der Zugezogenen zur Integration, die mit jedem Jahr hier mehr von ihrer alten Heimat aufgeben und denen nicht verwehrt werden soll, das Positive und Bereichernde auch hier zu leben.
• Den Sinn des Einzelnen für die Gemeinschaft und den Sinn der Gemeinschaft für den Einzelnen. Oder wie ein Hotelier im Südtirol einmal sagte: «Wenn es meinem Nachbarn gut geht, hab ich auch etwas davon.»
• Eine Politik und Politiker, die gute Lösungen für alle erarbeiten statt sich in Parteienhickhack zu verlieren. Die ihre Rolle sehen und gut erfüllen – und die die Rolle ihres Gegenübers verstehen und respektieren können.
• Sorge und Respekt für die Natur und die Landschaft, aber auch für den eigenen Lebensraum. Damit unsere Kinder auch in 15 Jahren noch Winter mit Schnee und Sommer ohne Klimaextreme erleben können.
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