Streit eskaliert – Ärzte gehen rechtlich gegen Spital Linth vor
Nächste Eskalationsstufe im Medizinknatsch in der Region: Die Ärzteschaft von Rapperswil-Jona beschreitet den Rechtsweg gegen das Spital Linth in Uznach.
Nächste Eskalationsstufe im Medizinknatsch in der Region: Die Ärzteschaft von Rapperswil-Jona beschreitet den Rechtsweg gegen das Spital Linth in Uznach.
Stein des Anstosses für die Ärzte sind die Pläne des Spitals Linth, Räumlichkeiten beim Bahnhof Jona zu mieten. Das Spital will dort Physiotherapie und spezialärztliche Behandlungen anbieten. Spitaldirektor Urs Graf begründete das damit, dass man während des Umbaus in Uznach mehr Platz brauche. Ob sich das Spital nach den Arbeiten aber aus Jona zurückziehen wird, liess er offen.
Vorgängig hatte der Entscheid der Uzner Spitalleitung, sich bereits nach einem knappen Jahr wieder aus der gemeinsamen Notfallpraxis mit den Ärzten in Rapperswil-Jona zurückzuziehen, bei der Ärzteschaft für Unmut gesorgt. Die Spitalleitung gab ein sechsstelliges Betriebsdefizit als Grund für den Rückzug an.
Aussprache fruchtet nicht
Eine Aussprache zwischen der Ärzteschaft Rapperswil-Jona und der Leitung des Spitals Linth in Uznach brachte nun offenbar keine Aussöhnung. Auch Gespräche mit den Fraktionspräsidenten der bürgerlichen Parteien sowie Gesundheitsdirektorin Heidi Hanselmann (SP) führten aus Sicht der Ärzteschaft zu keinem Ergebnis.
Deshalb beschreitet die Ärzteschaft nun den Rechtsweg. Die 43 Ärzte der Rapperswil-Jona AG gelangen mit einem anwaltlichen «Gesuch um anfechtbare Anordnung über ambulante Dienstleistungen des Spitals Linth ausserhalb seiner Mauern» an den Verwaltungsrat der öffentlichen Spitäler des Kantons, heisst es in einer Mitteilung der Ärzteschaft vom Mittwoch.
Happig Vorwürfe an die Politik
Die Ärzte sparen nicht mit Kritik an allen Seiten: «Wenn sich im Kanton St. Gallen weder das Parlament noch die Gesundheitsdirektorin dafür verantwortlich fühlen, die Bürger vor unnötigen Kostensteigerungen im Gesundheitswesen und in ihren Rechten als Patienten zu schützen, so tun dies jetzt wenigstens die freien Ärzte von Rapperswil-Jona.»
Die ambulante Medizin der Spitäler sei rund doppelt so teuer, wie diejenige der freiberuflichen Ärzteschaft. Diese Tatsache habe der Dachverband der Krankenversicherer (Santésuisse) errechnet und belegt, schreiben die Ärzte. «Santésuisse geisselt deshalb spitalexterne Praxen als Fehlentwicklung, welche dringend zu stoppen sei.»
Zudem fehle gemäss Bundesverfassung sowie Krankenversicherungs- und anderen Bundesgesetzen dem Spital Linth sowie sämtlichen anderen öffentlichen Spitälern die rechtliche Grundlage, ausserhalb seiner Mauern Arztpraxen und andere ambulante medizinische Einrichtungen, wie zum Beispiel Physiotherapien, zu betreiben, behaupten die Ärzte.
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