Markus Meili: «Es geht nicht um Erpressung»
Markus Meili von den Engadiner Bergbahnen hat das Nein zu Olympia 2022 noch nicht verdaut. Und weil Nordbünden aus seiner Sicht schuld am Olympia-Aus ist, sollen jetzt Unternehmer dieser Region für das Nein des Volkes büssen.
Markus Meili von den Engadiner Bergbahnen hat das Nein zu Olympia 2022 noch nicht verdaut. Und weil Nordbünden aus seiner Sicht schuld am Olympia-Aus ist, sollen jetzt Unternehmer dieser Region für das Nein des Volkes büssen.
St. Moritz/Chur. – Laut Markus Meili, Geschäftsführer der Engadin St. Moritz Mountains AG, stoppt das negative Abstimmungsresultat einen dringend benötigten kantonalen Entwicklungsprozess zur Neuausrichtung der Bündner Lebensgrundlage, dem Tourismus. Es seien Investitionen und laufende Ausgaben in Milliardenhöhe verhindert worden. Und darum sollen jene Regionen, in denen ein Nein zu Olympia 2022 resultierte, jetzt bitteschön auch die Konsequenzen tragen.
Meilis Brief geht an 130 Unternehmen in diesen Regionen. Er schreibt: «Künftig werden wir die gelebte Loyalität unserer Zulieferer gegenüber der gemeinsamen Lebensader Tourismus’ als Auftragskriterium stärker gewichten und gegebenenfalls Alternativen suchen.» Im Klartext: Wer in einem Gebiet ansässig ist, das Nein zu Olympia sagte, bekommt von Meili keinen Auftrag mehr.
Frauenquote und ISO-Zertifizierung
Aber mit Drohungen oder Erpressungen gegenüber den Nordbündner Unternehmen habe sein Brief nichts zu tun. Die Engadin St. Moritz Mountains AG hätte nur ein zusätzliches Kriterium festgesetzt. «Andere Auftraggeber verlangen zum Beispiel eine ISO-Zertifizierung oder eine bestimmte Frauenquote ihrer Lieferanten, wir ein Bekenntnis zu unserer Lebensgrundlage, dem Tourismus.»
Diskussion anregen
Hanspeter Jörg ist Geschäftsführer der Constructa Bau AG in Domat/Ems. Das Dorf hat Olympia abgelehnt. Die Firma ist im Fassadenbau sowie in der Bauspenglerei tätig und hat schon für die Oberengadiner Bergbahnen gearbeitet. «Meili war zufrieden mit unserer Arbeit», sagt Jörg. «Ich dachte, vielleicht kommt wieder mal ein Auftrag.» Doch auch er hat einen Brief von Meili bekommen. (hap)
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Bereits Abonnent? Dann schnell einloggen.