Wo die Liebe hinfällt
Neuer Pächter im Sun Peak
Neuer Pächter im Sun Peak
Allerdings bringen einem teils doch auch die Storys vor der eigenen Haustüre den Glauben an die Liebe zurück. So spielen sich in Davos sicherlich nicht nur eine Romanze mit Zukunftspotenzial oder solche, die schon seit Jahrzehnten halten, ab. Doch sind wahre Geschichten über Liebe nicht immer die Schönsten und mitreissendsten?
Ein Abenteuer wie aus einem Drehbuch
Hätte man den gelernten Dachdecker Philip Henzi vor einigen Jahren auf den Baustellen im Unterland gefragt, ob er in naher Zukunft einmal Teil einer solchen Romanze werden würde, hätte er dies sicherlich verneint. Doch machte sich der sympathische Zuger vor rund vier Jahren auf in ein Abenteuer. Und was haben wir aus den Hollywoodstreifen gelernt? Genau, auf solchen Unterfangen wird sich verliebt. «Eigentlich bin ich für einen Tapetenwechsel nach Davos gezogen. Als ich herkam, arbeitete ich von Saison zu Saison vorwiegend in der Gastronomie. Die Luftveränderung ist mir damit definitiv sehr gut gelungen, und ich habe mich schnell in meine neue Heimat verliebt», erzählt Philip. Doch nicht nur der Ort selbst hat es dem Zuger schnell angetan.
Gesehen im Rotliechtli – verlobt vor dem La Onda
Er ist sicherlich kein Kind von Traurigkeit, und als interessierter Gastronom hat er auch die eine oder andere Bar schon von innen gesehen. Doch der Blitz schlug schlussendlich im Rotliechtli ein. «Als ich ihn das erste Mal gesehen habe, habe ich ihn direkt nach Hause geschickt, weil er am nächsten Tag arbeiten musste», erinnert sich seine Frau Anna. «Anschliessend hat es extrem gefunkt, da wussten wir beide nicht mehr, wie uns geschieht. Nach dem Kennenlernen ging alles sehr schnell. Wir sind uns näher gekommen und haben uns beim gemeinsamen ‹Kochen› immer weiter ineinander verliebt.»
Ja, Liebe geht halt durch den Magen. Und so verlobten sich die beiden schon kurze Zeit später. «Ich hatte den Ring gekauft und wollte Anna einen richtig schönen Antrag machen. Schlussendlich konnte ich aber nicht mehr warten und habe sie im Ausgang nach einer doch eher feuchtfröhlichen Nacht gleich vor dem La Onda gefragt», so Philip. «Der Antrag war schlussendlich wunderschön. Das Wichtigste ist und bleibt für mich, dass er und nicht wo oder wie er gefragt hat», weiss Anna ihren Mann zu beruhigen.
Das nächste Abenteuer wartet schon
So sieht es aus, als ob das Paar dem perfekten Drehbuch folgt. Doch die beiden Familienmenschen sind noch lange nicht am Ziel. «Ab diesem Winter werde ich eine Berghütte übernehmen», erzählt Philip. Welche das sein wird, will er noch nicht preisgeben. «Man wird es sicher bald hören. Aber das Essenzielle soll sein, dass sich alle willkommen fühlen. Ich will einen Ort für die Einheimischen und die Familien schaffen. Es ist mir ein grosses Anliegen, dass wir im Restaurant eine hohe Qualität zu bezahlbaren Preisen bieten können. Ebenso, dass man sich wohlfühlen kann und trotzdem nicht sein letztes Hemd geben muss», fasst der Gastronom sein Konzept kurz zusammen. «Für mich persönlich bedeutet das Restaurant der erste Schritt in Richtung Selbstständigkeit. Das wird sicher ein grosses Abenteuer.»
Wenn eine Herausforderung zu wenig ist
Und wo die Liebe auf diesem hinfallen wird, ist auch schon klar. Denn das Paar erwartet noch im Oktober Nachwuchs. «Bald sind wir nicht mehr nur zu zweit. Unsere Tochter wird Mitte des Monats auf die Welt kommen», freut sich Anna. Tochter, Restaurant und das Leben selbst können aber sehr anspruchsvoll werden. Als junge Eltern hätten viele schon genug mit dem Kind zu tun. «Es hat – wie bei uns eigentlich immer – einfach alles gepasst. Aber wir wissen, dass gerade die erste Wintersaison sehr anspruchsvoll wird. Das haben wir einige Male schon besprochen. Zum Glück können wir auf eine breite Unterstützung von unserer biologischen, aber auch der Davoser Familie zählen», erklärt das Pärchen. Und wenn man sieht, wie sie ihre Blicke austauschen, dann glaubt man fest daran, dass sie die kommenden Herausforderungen, auch wenn sie gross sind, gemeinsam meistern werden. Und da soll noch jemand sagen, es gebe keine wahre Liebe mehr. (von Yves Weibel)
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