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LLB (Schweiz) geschlossen – Geldabfluss von 2,5 Milliarden Franken

Die Liechtensteinische Landesbank (LLB) hat ihre Schweizer Tochtergesellschaft LLB (Schweiz) mit Ende des vergangenen Jahres geschlossen. Was derzeit noch bleibt, ist eine Abwicklungsgesellschaft, die den Steuerstreit mit den USA beilegen muss.

Südostschweiz
03.01.14 - 10:56 Uhr

Vaduz. – Auch der Verkauf der Zweigniederlassung Lugano an die Tessiner Privatbank PKB ist mittlerweile über die Bühne gegangen, wie die älteste und sich mehrheitlich im Staatsbesitz befindliche Bank des Fürstentums am Freitag mitteilte.

Die beiden Schritte führen bei der LLB-Gruppe 2013 zu einem Netto-Neugeld-Abfluss von rund 2,5 Milliarden Franken. Zur Jahresmitte 2013 waren die verwalteten Vermögen auf 50,5 Milliarden Franken beziffert worden.

Die Liegenschaft der LLB an der Stampfenbachstrasse in Zürich hat die LLB-Gruppe verkauft. Die Standorte Genf und Erlenbach sind neu Vertretungen der Liechtensteiner LLB und sollen sich auf Kunden aus Zentral- und Osteuropa konzentrieren.

Kategorie-1-Bank

Die Schliessung der LLB (Schweiz) mit rund 100 Mitarbeitern war im vergangenen März angekündigt worden. Der Verkauf der Filiale in Lugano bedeutet, dass insgesamt 26 Mitarbeiter und ein Geschäftsvolumen von rund zwei Milliarden Franken an die Vermögensverwalterin PKB übergehen.

Die LLB (Schweiz) gehört zu jenen 14 Instituten der Kategorie 1 des US-Steuerprogramms, gegen die eine Strafuntersuchung wegen der mutmasslichen Entgegennahme von unversteuerten Kundengeldern eröffnet wurde. Der Fall ist noch offen.

Für den rechtlich in Liechtenstein verankerten Teil der Bank hatte die LLB Ende Juli mit den USA einen Vergleich (Non-Prosecution Agreement) erzielt und der Zahlung von 23,8 Millionen Dollar zugestimmt. Im Gegenzug verzichteten die USA auf eine Strafverfolgung.

25 Millionen Franken Rückstellungen

Für die weitere Abwicklung der Schweizer Bankentochter wurde mit der LLB Verwaltung (Schweiz) AG eine Nachfolgegesellschaft gegründet, wie es am Freitag weiter hiess. Diese steht unter Aufsicht der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma) und muss eine Lösung mit den amerikanischen Steuer- und Justizbehörden aushandeln.

Wegen der ungelösten Situation der Schweizer Tochter enthält die Bilanz der Bank nach wie vor Rückstellungen für den Steuerstreit mit den Amerikanern. Für das Schweiz-Geschäft sind dies rund 25 Millionen Franken, wie ein Sprecher sagte. Er bestätigte damit frühere Angaben der Bank zur speziell für den Steuerkonflikt gebildeten Reserven. (sda)

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