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Lieferengpässe – und das vor Weihnachten

Weltweit müssen Unternehmen aufgrund von Lieferengpässen Anpassungen vornehmen. Zwei Spielwarengeschäfte erzählen, wie sie mit der Situation umgehen und wie sehr sie davon betroffen sind.

30.11.21 - 04:30 Uhr
Wirtschaft
Besonders bei elektronischen Spielwaren aus China ist mit Verspätungen zu rechnen.
Besonders bei elektronischen Spielwaren aus China ist mit Verspätungen zu rechnen.
Bild Archiv / Bild Archiv

Besonders bei elektronischen Spielwaren sei die Auswahl reduziert, erzählt die Geschäftsführerin Martina Schmid von der Papeterie Schmid aus Landquart. Da merke man, dass die Lieferfristen länger dauerten. Dafür gebe es verschiedene Gründe: Einerseits seien die Transportkosten durch Corona angestiegen. Andererseits gebe es bei Produkten aus China unterbrochene Lieferketten. «Wenn Bestandteile von einem Spielzeug aus China nicht ankommen, kann das Produkt nicht auf den Markt», so Schmid.

Bedenken, dass die Kunden um Weihnachten vor leeren Regalen stehen, hat die Geschäftsführerin aber nicht. «Bisher geht es uns gut. Wir haben uns bei den Spielwaren sehr früh auf das Weihnachtsgeschäft vorbereitet. Die Produkte aus dem Weihnachtskatalog bestellen wir jeweils schon im Mai. Wir sind bereit.»

Flexibilität ist gefragt

Von den Lieferengpässen ist auch das Spielwarengeschäft Franz Carl Weber betroffen, das in der ganzen Schweiz 22 Filialen betreibt. Eigentlich wäre es eine gute Zeit für die Branche. Die Nachfrage nach Gesellschaftsspielen sei gerade in Zeiten von Corona extrem gestiegen, sagt der Geschäftsführer Roger Bühler in einem Interview. Zudem stehe Weihnachten vor der Tür. «Wir müssen jetzt abwarten. Wir haben aktuell rund 5.5 Millionen Ausstände und wir erwarten davon 1.5 Millionen im Wareneingang. Das heisst für uns, dass wir Ausweichmöglichkeiten suchen müssen. Wir schauen, wo es ähnliche Produkte zu kaufen gibt, sodass wir unseren Kundinnen und Kunden immer eine Alternative anbieten können,» sagt Bühler. 

Trotzdem umfasst das Sortiment von Franz Carl Weber über knapp 20’000 Artikel, die liefer- und bestellbar sind. Dank langfristiger Planung hätten sie ein volles Lager und würden auf ein gutes Weihnachtsgeschäft hoffen, so Bühler. Von den Kunden erwarte er, dass sie die Geschenke frühzeitig besorgen würden, etwas Geduld mit bringen und bereit seien, auf Alternativen auszuweichen. (so/cbr/spd)

Philomena Koch ist freie Mitarbeiterin bei der «Südostschweiz» und schreibt für «suedostschweiz.ch». Sie studiert aktuell im sechsten Semester Multimedia Production an der Fachhochschule Graubünden und schliesst im September 2022 ihr Bachelorstudium ab. Mehr Infos

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