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Im Team Robotik hat es so viele Mädchen wie noch nie

Für das Team 6417 Fridolins Robotik geht es in die sechste Runde. Die Schülerinnen und Schüler sowie Lernende sind fast täglich nach der Schule sowie samstags in der Kantonsschule an der Arbeit.

Südostschweiz
07.03.22 - 04:30 Uhr
Wirtschaft

von Charlotte Freund*

Das sechste Jahr hintereinander hören Sie nun von uns: dem Fridolins-Robotik-Team; einem Team aus jungen Glarnerinnen und Glarnern, die sich zu Jahresbeginn zusammenfindet, um gemeinsam einen wettkampftauglichen Roboter zu bauen. Auch dieses Jahr starten wir wieder an der «First Robotics Competition», dem internationalen Wettkampf für Roboterbauer.

Wie jedes Jahr muss der Roboter vorgegebene Aufgaben bewältigen können und sich dabei mit gegnerischen Teams messen. Zu den diesjährigen Anforderungen zählen unter anderem das Klettern auf bis zu anderthalb Metern Höhe sowie das gezielte Aufsammeln und Schiessen von Bällen an dafür vorhergesehene Ziele.

Das Team hat sich entwickelt

Im Laufe der Jahre hat sich unser Team immer besser auf die Wettkampfvorbereitung und die da­raus resultierenden Anforderungen und Aufgaben eingestellt. Von einem Anfangsteam, für das vor sechs Jahren diese Art von Wettstreit sowie das Bauen eines Roboters Neuland waren, hat das Team eine starke Entwicklung durchlebt. Das ursprüngliche Pilotprojekt ist mittlerweile fester Bestandteil im Schuljahresprogramm der Kanti und bestimmt während der aktiven Projektphase den Alltag der mitwirkenden Schülerinnen und Schüler, Lernenden und Mentoren.

Im Vergleich zu den Anfangszeiten ist unser Team auch um einiges gewachsen. Dieses Jahr wirken 24 Teilnehmende, darunter drei Lernende und 21 Kantischülerinnen und -schüler mit. Erstmalig sind mehr als die Hälfte der teilnehmenden Mädchen. Auch in der heutigen Zeit, in der viele Informationsprogramme und Aktionen initiiert werden, um junge Frauen für Naturwissenschaften zu begeistern, ist das keine Selbstverständlichkeit.

Erfahrung macht Unterschied

Wesentliche Dinge haben sich durch die Erfahrung verändert, die unser Team über die Zeit hinweg gesammelt hat. Viele der früheren Teilnehmenden sind jetzt im Studium und begleiten das Team als Mentoren. Das umfangreiche Wissen, das sie sich angeeignet haben, geben sie an die jüngeren Teammitglieder weiter, wodurch diese viel schneller dazulernen können.

Aufgrund ihrer Erfahrungen mit dem Projekt und dem Wettkampf, können sie jüngere Teilnehmende gezielt beraten und für die Herausforderungen des Projektes coachen. Auch in Sachen Projekt- und Zeitmanagement haben sich das Team sowie die Mentoren weiterentwickelt und viel dazugelernt. Wir kennen mittlerweile unsere Fehlerquellen deutlich besser und können sehr gut abschätzen, wo es Risiken für Staus oder Produktionsschwierigkeiten gibt.

Eine starke Förderung

Einen grossen Anteil an den Entwicklungen unseres Projektes hat die Leitung der Kantonsschule Glarus. Über die Jahre hinweg konnten wir uns dank grosszügiger Unterstützung von Sponsoren nach und nach einen Bestand an Maschinen aufbauen. Dieses Jahr etwa ein hochwertiger Lasercutter sowie einen 3-D-Drucker, welcher unglaublich stabile Teile herstellen kann. Diese Investitionen eröffneten uns ganz neue Möglichkeiten und trugen ebenfalls dazu bei, dass wir in diesem Jahr schnell und effizient an unserem Projekt arbeiten konnten. Ebenso unterstützen uns viele Firmen, indem sie wichtige Teile für uns herstellen und mittlerweile haben wir auch eine Reihe an Sponsoren, welche unser Projekt aktiv fördern. Das Robotik-Team hat sich als erstes derartiges schweizerisches Team einen Namen gemacht und ist inzwischen vielen Interessierten ein Begriff. Das hilft uns, den Kreis der Befürworter und Unterstützer stetig zu erweitern.

Corona bringt auch Positives

Doch wie aktuell verschiedenste Bereiche unseres Lebens, war auch unsere Projektarbeit von Corona geprägt. Dies bedeutete aber nicht nur Nachteile für uns. Im Gegenteil: Weil im vergangenen Jahr kein Wettkampf stattfand, war der Zeitdruck nicht so gross wie in den Vorjahren. Dadurch konnten die vielen neuen Teammitglieder ohne Hektik in verschiedene Aufgaben und Aspekte des Projektes reinschnuppern. So konnten sie zum Beispiel beim CAD oder dem Zusammenbau, aktiv mitwirken und bereits im ersten Teilnahmejahr entscheidende Erfahrungen sammeln. Dadurch sind wir alle dieses Jahr deutlich erfahrener und schneller.

Sogar das SRF interessierts

Das Robotikprojekt hat als einzigartiges Projekt des Landes schon des Öfteren Aufmerksamkeit auf sich gezogen. So erschien unser Team zu Anfang des Jahres in der SRF-Sendung 10 vor 10. Interessenten aus Gesellschaft, Politik und Wissenschaft waren zu Besuch und haben sich die Arbeit angesehen. Darunter Ständeratspräsident Thomas Hefti mit seiner Frau, Regierungsrat Markus Heer sowie Margit Osterloh, Forschungsdirektorin von Crema (Center for Research in Economics, Management and the Arts) in Zürich gemeinsam mit ihren Assistentinnen. Sie alle zeigten grosse Begeisterung für unser Projekt.

Bald gehts nach Istanbul

Noch bis zum 10. März arbeitet das Team in Glarus auf Hochtouren am Roboter, danach verlässt er das «Robo-Lab» und wird zum Wettkampf nach Istanbul transportiert. Dort tritt unser Team dann in mehreren Runden gegen die Konkurrenz an und es wird sich zeigen, ob sich die investierte Zeit und Mühe auszahlt.

Gelohnt hat es sich für das Team von Fridolin Robotik aber auf jeden Fall. So ist bereits die Teilnahme an diesem besonderen Projekt ein einzigartiges Erlebnis. Uns Schülern und Lernenden gibt das Projekt interessante Einblicke in die verschiedenen technischen Aspekte, die mit dem Zusammenbau eines Roboters zusammenhängen, sowie die Organisation und Aufgabenteilung innerhalb eines Arbeitsteams. Wir nehmen Erfahrungen mit, die uns auch noch Jahre nach dem Projekt auf unserem Weg begleiten werden.

*Charlotte Freund ist bei 6417 Fridolins Robotik im Medienteam

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