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Den ersten Kartellhinweis gabs bereits 2009

Den ersten Kartellhinweis gabs bereits 2009

Seit 2012 untersucht die Wettbewerbskommission des Bundes angebliche Preisabsprachen in der Bündner Baubranche. Wie ein Insider berichtet, wurde der Kanton bereits drei Jahre vorher informiert.

Südostschweiz
vor 7 Jahren in
Wirtschaft
Statt Offerte 1 (links) wird Offerte 2 (rechts) eingereicht, damit am Ende die vereinbarte Partei den Zuschlag erhält.

Chur. – Im Herbst 2009 habe er sich mit Vertretern des Bündner Tiefbauamtes getroffen, erzählt Adam Quadroni. Detailliert habe er dabei dargelegt, wie Bauunternehmer im Unter­engadin systematisch Preise und Auftragsverteilung untereinander aufteilten – und sich mit den Absprachen Preisaufschläge von bis zu einem Viertel sicherten.

Quadroni ist selbst Bauunternehmer – und war über mehrere Jahre an diesen Absprachen beteiligt. Unfreiwillig, wie er beteuert: «Es wurde Druck ausgeübt.» Und das sei angesichts des grossen Kreises der beteiligten Unternehmen nicht schwer. «Man ist angewiesen auf Material.» Ohne Beton oder Transporte können keine Aufträge erfüllt, letzlich auch keine Rechnungen bezahlt werden.

«Zu schwach dokumentiert»

Bei dieser Unterredung beim kantonalen Tiefbauamt in Chur habe er auch einschlägige Unterlagen gezeigt und ausgehändigt, versichert Quadroni. Darunter sind etwa handgezeichnete Tabellen mit Bauaufträgen und der Verteilung auf die beteiligten Unternehmen.

Auf dem Tiefbauaumt wird das Treffen bestätigt. Die Unterlagen seien zwar gezeigt, jedoch nicht ausgehändigt worden, sagt der stellvertretende Amtsleiter, Roger Stäubli. Anschliessend sei man in Absprache mit dem zuständigen Departement zum Schluss gelangt, dass die «Anschuldigungen zu schwach dokumentiert» seien, um weiteres zu unternehmen, als die Mitarbeiter zusätzlich zu sensibilisieren. (gmd)

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