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Bündner Luxusski Zai auf dem Weg zur Kultmarke

Die Disentiser Skifirma Zai, die vor acht Jahren gegründet wurde, schreibt nach wie vor rote Zahlen. Nun ist das stetig wachsende Unternehmen erstmals offizieller Ausrüster der alpinen Skiweltmeisterschaften – und auf dem Weg zur Kultmarke.

Südostschweiz
Mittwoch, 02. Februar 2011, 15:00 Uhr

Disentis. – Mit schnörkellosem Design und ausgefeilter Technik ist die Skimarke Zai aus Disentis auf dem Weg zu Kultstatus. Das Unternehmen, dessen rätoromanischer Name «zäh» oder «widerstandsfähig» heisst, gibt es seit 2003. Und es hat den Anspruch auf perfekte Fahreigenschaften.

Der Gründer der Marke, Simon Jacomet, ist ein Spitzensportler, der nicht nur für die Marke Salomon arbeitete und die Schweizer Abfahrtsmannschaft trainierte, sondern auch in Florenz bildende Kunst studiert hat. Weil er aber keine Skis fand, die seinen Ansprüchen genügten, überzeugte er einige Geldgeber und fing selbst mit der Fabrikation an.

Offizieller Sponsor

Zai ist nun erstmals offizieller Ausrüster der alpinen Skiweltmeisterschaften, die vom 7. bis zum 20. Februar im deutschen Garmisch- Partenkirchen stattfinden. Die Firma mit ihren acht Mitarbeitern, die den Besucher mit einem ungezwungenen «Bun Di» begrüssen, wird im Kreis der ganz Grossen sichtbar.

Als offizieller Ausrüster reiht sich Zai in eine Reihe mit den offiziellen Sponsoren wie dem deutschen Energiegiganten Vattenfall, dem Autobauer Audi oder dem Uhrenhersteller Hublot, der als offizieller Zeitnehmer fungiert. Für Hublot fertigt Zai nebenbei eine limitierte Skiserie. Eine zweite solche Serie hat Zai auch mit der britischen Nobelautomarke Bentley aufgelegt.

Kleine Produktion

Im vergangenen Jahr hat Zai 1000 Paar Ski hergestellt. Allerdings: das Unternehmen ist auch acht Jahre nach der Gründung und nach neun Millionen investierten Franken noch nicht rentabel. Die Herstellung der Luxusskis ist eben sehr kostenaufwendig.

Dieses Jahr soll aber die Gewinnschwelle überschritten werden. Die Einnahmen sind im letzten Jahr um ein Drittel auf drei Millionen Franken gestiegen. Im laufenden Jahr erwarte Zai einen Absatz von 1400 Paar Skis, in drei Jahren soll laut Firmenchef Germanier der Umsatz doppelt so hoch sein.

Golfschläger und Sonnenbrillen

Germanier, ein früherer Banker, der 2009 von seinem Freund Jacomet mit der Leitung des Start-Ups betraut wurde, muss dennoch nach neuen Pisten suchen. Das jahreszeitenabhängige Geschäft soll stabiler werden.

In Zusammenarbeit mit dem Walliser Brillenentwickler Marienfeld hat Zai im vergangenen Jahr eine Linie mit Sonnenbrillen lanciert. Sie bestehen aus Titan und kosten etwa 1600 Franken – immerhin 200 Stück haben schon einen Käufer gefunden. Und im Frühling sollen Golfschläger aus Kohlenstofffaser auf den Markt kommen.

Skihelme und handgestrickte Kappen

Mit dem Sportausrüster Salomon zusammen produziert Zai Skihelme. Und nach den handgestrickten Kappen aus Merinowolle, liebevoll gestrickt von Turtè, Maria, Anna und ihren Mitbewohnerinnen aus dem Disentiser Altersheim, soll in der Heimat des Unternehmens auch eine Linie mit Baumwoll-T-Shirts entworfen und gefertigt werden.

Das Credo von Zai ist Authentizität, auch wenn die Kunden Topmanager und der Adel sind, sowie all jene Wintersportfans, die zwischen 3300 und 9800 Franken für ein Paar Ski auszugeben bereit sind. (sda)

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