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Graubünden führt digitale Bussen ein

Graubünden führt digitale Bussen ein

Die Kantonspolizei Graubünden und die Stadtpolizei Chur stellen auf Online-Bussen um. Zukünftig können Bussen direkt mithilfe eines QR-Codes bezahlt werden.

Gianna
Jäger
10.08.21 - 04:30 Uhr
Wirtschaft
Digital unterwegs: Eine Polizistin scannt mit dem Handy die neue Busse mit QR-Code.
MAYK WENDT

Wer künftig in der Stadt Chur eine Ordnungsbusse erhält, kann auf schnelle und einfache Art direkt bezahlen. Wie das vor sich geht, zeigte je eine Patrouille der Stadtpolizei Chur und der Kantonspolizei Graubünden am Montag vor den Medien auf. Die Polizei hinterlässt einen Bussenzettel beim Fahrzeug, auf welchem sich nur noch ein QR-Code und eine Nummer befinden. Die Bussenempfängerin oder der Bussenempfänger kann diesen QR-Code mit dem Smartphone oder dem Tablet scannen und gelangt direkt auf das Online-Bussenportal der Stadtpolizei Chur oder der Kantonspolizei Graubünden.

Online einsehbare Busse

Die meisten Smartphones verfügen über einen in der Kamera integrierten QR-Code-Scanner. Für gewisse Smartphone-Modelle ist zum Scannen des Codes eine eigene App erforderlich. Das Online-Bussenportal kann auch auf dem Computer unter bussen.chur.ch (Stadtpolizei) oder auf bussen.gr.ch (Kantonspolizei) aufgerufen werden. Auf dem Online-Portal können alle Details der Busse abgefragt werden. Gebüsste Personen können die Bussen via Mastercard, Visa oder Twint bezahlen. Wer nicht auf diese Weise zahlen kann oder will, kann einen Einzahlungsschein anfordern und erhält diesen nach Hause geschickt. Auf den Busszetteln der Stadtpolizei ist eine entsprechende Telefonnummer aufgedruckt. Wer nicht innert 30 Tagen bezahlt, erhält eine Übertretungsanzeige mit Einzahlungsschein per Post zugestellt. Damit kann auf gewohntem Weg bezahlt werden und es fallen keine zusätzlichen Kosten an. Letztere Möglichkeiten beziehen sich vor allem auf Personen, die kein Smartphone besitzen. 

Weitverbreitetes System

«In anderen Kantonen ist der neue Bussenzettel schon sehr verbreitet», erklärte Andrea Deflorin von der Stadtpolizei Chur. Die Bündner Polizeiorgane hätten bewusst noch etwas zugewartet, damit sich die Bevölkerung an das neue Bussverfahren gewöhnen kann. Die Stadtpolizei setzte die Umstellung auf das neue Bussensystem per sofort auf dem ganzen Stadtgebiet ein. Die Kantonspolizei Graubünden führt die QR-Bussen laut Roger Padrun bis Mitte September gestaffelt im ganzen Kanton ein. Interessierte Gemeinden können sich dem Projekt ab 1. Oktober ebenfalls anschliessen.

Deflorin und Padrun gehen davon aus, dass sich die Bevölkerung schnell an die digitalen Bussen gewöhnen wird. Schon heute würden Parkplatzgebühren in der Stadt Chur zu über 50 Prozent digital bezahlt, so Roland Hemmi, stellvertretender Kommandant der Stadtpolizei Chur. (jag)

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