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Bergün Filisur will neue Wege gehen

Bergün Filisur will neue Wege gehen

Die Leitungsgremien der Destination Bergün Filisur haben sich Gedanken über die touristische Zukunft gemacht und dazu vier Vorschläge ausgearbeitet.

Südostschweiz
vor 2 Monaten in
Wirtschaft
Die touristischen Aufgaben der Gemeinde Bergün Filisur, des Vereins Bergün Filisur Tourismus und der Sportbahnen Bergün sollen neu strukturiert werden. Hier eine Luftbildaufnahme von Bergün.
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Für den Tourismus der Gemeinde Bergün Filisur sind bisher die Gemeinde selbst, der Verein Bergün Filisur Tourismus (BFT) und die Sportbahnen Bergün AG (SBA) verantwortlich gewesen. Nun soll sich das ändern, wie aus einer Mitteilung der Gemeinde hervorgeht. Im Raum stehen verschiedene Vorschläge, die unter anderem vorsehen, dass die touristischen Aufgaben in einer Organisation zusammengelegt und das Kurtaxengesetz überarbeitet werden.

Gedanken über die Zukunft 

Mit der Fusion der Gemeinden Bergün/Bravuogn und Filisur, den veränderten Bedürfnissen der Gäste sowie anstehenden Projekten in der Region habe sich die Situation für den Tourismus in der Destination verändert, heisst es. Hinzu komme, dass die Ressourcen aller touristischen Anbieter seit vielen Jahren knapp sei. Aus diesen Gründen haben sich die Leitungsgremien der Destination Gedanken über die Zukunft gemacht, wie es heisst.

Im Zentrum der Überlegungen standen dabei einerseits die zu verfolgenden Projekte, anderseits die Tourismusstrukturen und die Finanzierung des touristischen Angebots. Zu den Themen liegen nun verschiedene Vorschläge vor.

Vier Themenbereiche

Zusammengefasst handelt es sich um folgende vier Themenbereiche: 

1. Zusammenlegung der Aufgaben in eine «schlagkräftige» Organisation

Die touristischen Aufgaben der Gemeinde, der SBA und des Vereins BFT sollen zusammengelegt werden, um Schnittstellen abzubauen und die Effizienz zu steigern. Die Zusammenlegung soll erfolgen, indem der Verein BFT aufgelöst wird und dessen Tourismusaufgaben an die SBA übergehen. Die bisherige Aktiengesellschaft SBA würde einen neuen Namen erhalten, heisst es weiter. Als Projekttitel wurde Visit Val Alvra AG (VVA) gesetzt.

Die Aktien der SBA im Besitz von BFT werden auf die Gemeinde übertragen. Dadurch werde die Gemeinde etwa einen Anteil von 30 Prozent an der neuen Organisation halten. Primär wird die Gemeinde die Beherbergungs- und Tourismusförderungsabgaben einziehen und die VVA über einen Leistungsauftrag mitfinanzieren. Die VVA selbst würde einzelne Aktien abgeben, heisst es.

Mit der Zusammenlegung entstehe  eine einzige Anlaufstelle für alle touristischen Belangen, was wiederum für die Zusammenarbeit mit den umliegenden Destinationen wie Davos und den touristischen Partnern wie dem Parc Ela wichtig sei. 

2. Administrative Vereinfachung der Kurtaxen

Als weiteren Schritt will die Gemeinde das Kurtaxengesetz überarbeiten. So soll anstelle der heutigen Kurtaxe die vom Kanton ermöglichte Beherbergungsabgabe angewendet werden. Dies vereinfache die Administration des Systems, heisst es weiter. Neu sollen auch die vermietenden Zweitwohnungseigentümer gleich hohe Abgaben leisten müssen wie die Eigentümer, die ihre Wohnungen nicht vermieten. Laut den Verantwortlichen zeigen Vergleiche mit dem Mustergesetz des Kantons sowie mit anderen Destinationen, dass die Tarife bei den Zweitwohnungen tief liegen. Weitgehend unverändert bleibt die Tourismusförderungsabgabe.

3. Erhöhung der Einnahmen

Mit der Revision des Kurtaxengesetzes sollen auch die Einnahmen erhöht werden. Mit den zusätzlichen Einnahmen wollen die Verantwortlichen ein Tourismusentwicklungsfonds schaffen. Dieser soll einerseits dazu genutzt werden, um wichtige Projekte umsetzen zu können. Andererseits sollen Risiken abgesichert werden, indem in einer ausserordentlichen Lage auf diese finanziellen Mittel zurückgegriffen werden kann.

4. Zukunftsprojekte in der Pipeline

Des Weiteren sollen unter dem bestehenden Slogan «Das Bahndorf» die bisherigen Themen wie «Bahnerlebnis» im Sommer (dazu zählt unter anderem das Bahnmuseum Albula) und «Schlittelwelt Bergün» im Winter (unter anderem Schlittelbahnen Preda–Bergün und Darlux) gestärkt und ergänzt werden.

Für die weitere Entwicklung der Destination wurden bereits Ideen und Projekte ermittelt, die in den nächsten Jahren vorangetrieben werden sollen. Dazu gehören etwa der Ausbau des Bahnerlebnisses, unter anderem mit der «Landwasserwelt» und dem geplanten Modellbahnpark beim Bahnmuseum und die Weiterentwicklung der Schlittelwelt Bergün sowie der Kinder- und Familienangebote an den Skiliften.

Umfrage bei der Bevölkerung

Die Einwohnerinnen und Zweitwohnungsbesitzer können bis zum 25. Juli ihre Meinung zu den Vorschlägen im Rahmen einer digitalen Umfrage kundtun. Wie es heisst, werden die Ergebnisse der Umfrage direkt in die weitere Bearbeitung einfliessen. Hier kommt Ihr zur Umfrage. (paa)

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