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Gefragtes Ehrenamt bei der Berghilfe

Gefragtes Ehrenamt bei der Berghilfe

150 Arbeitstage mehr als üblich haben die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schweizer Berghilfe im vergangenen Jahr geleistet – wegen der coronabedingten finanziellen Ausfällen. Die Pandemie machte zudem deutlich, wie wichtig der persönliche Kontakt zu den Gesuchstellern ist.

Südostschweiz
vor 2 Wochen in
Wirtschaft
Die Schweizer Berghilfe setzt sich dafür ein, dass die Landschaft auch in abgelegenen Gebieten bewohnt und bewirtschaftet wird.
SYMBOLBILD PIXABAY

Zwei Millionen Franken für rund 100 Projekte: Mit diesem Betrag sind im vergangenen Jahr im Rahmen der Corona-Soforthilfe Kleinst- und Kleinunternehmen von der Schweizer Berghilfe* unterstützt worden, wie die Berghilfe in einer Mitteilung schreibt. Diese Unternehmen seien von der Coronakrise besonders hart getroffen worden.

Wird bei der Berghilfe finanzielle Unterstützung für ein Projekt beantragt, so wird dieses vor Ort von Experten geprüft – auf rund 30 Expertinnen und Experten kann die Berghilfe zählen, ihre Arbeit ist ehrenamtlich. Der Besuch vor Ort zur Beurteilung eines Projekts wird von den Verantwortlichen als sehr wichtig eingestuft, «denn dieser kann den Eindruck vom Papier vollständig kehren», wie eine der Expertinnen zitiert wird. Es sei zentral, das Gelände, die Installationen und die Arbeitsbedingungen vor Ort zu sehen; ein essenzieller Aspekt für die Beurteilung des Gesuchs. Während des Lockdowns im vergangenen März war aber ein Besuch vor Ort nicht mehr möglich. Projekte nur aus der Distanz zu beurteilen, sei sehr schwierig gewesen, sagt ein Experte.

1200 zusätzliche Arbeitsstunden

Gemäss Mitteilung werden im Durchschnitt pro Jahr 600 Projekte mit rund 35 Millionen Franken von der Berghilfe unterstützt. Über die von den Expertinnen und Experten beurteilten Gesuche entscheidet einmal pro Monat der vierköpfige Projektausschuss. Neben den regulären 8500 Arbeitsstunden seien im vergangenen Jahr 1500 Stunden mehr Arbeit angefallen.

Andrea Gilli ist Vorsitzender des Projektausschusses.
PRESSEBILD

Doppelt so viel Aufwand wie üblich hatte Andrea Gilli zu bestreiten. Der Gemeindepräsident von Zuoz ist Vorsitzender des Projektausschusses. Statt zwei Tagen pro Monat habe fast vier Tage monatlich für die Schweizer Berghilfe aufgewendet, heisst es in der Mitteilung. Die Motivation für den grossen Aufwand beziehen die Experten aus den direkten Kontakten zu den Menschen in den Bergen und der Faszination für ebendiese. So sagt denn auch Gilli: «Ich liebe die Berge, der Alpenraum und der Jura sind für mich zentral. Die Berge sind mein Lebensraum, und den will ich fördern!» (sz)

* Die Schweizer Berghilfe ist eine ausschliesslich durch Spenden finanzierte Stiftung mit dem Ziel, die Existenzgrundlagen und Lebensbedingungen der Schweizer Bergbevölkerung zu verbessern. Die Unterstützung trägt dazu bei, der Abwanderung aus dem Berggebiet entgegenzuwirken. Die Unterstützung der Schweizer Berghilfe löst ein Mehrfaches an Investitionen aus, die primär beim lokalen Gewerbe Wertschöpfung und Arbeitsplätze schaffen. Die Schweizer Berghilfe trägt das Gütesiegel der Stiftung Zewo.

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