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Bündner Badis ziehen positives Fazit

Der Sommer ist vorbei, die Badesaison auch. Trotz Startschwierigkeiten wegen des Coronavirus haben Bündner Badis dieses Jahr mehr Umsatz gemacht als im Vorjahr.

Südostschweiz
Montag, 14. September 2020, 14:39 Uhr Coronakrise als Chance
Die Bündner Badis haben eine überdurchschnittlich gute Saison hinter sich.
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Lange hats nicht gut ausgesehen für die Bündner Badis. Ihre Saison begann erst Mitte Juni, einen Monat später als normal und auch dann nur mit Einschränkungen. Planschen und liegen – ja, aber nur mit 1,5 Meter Abstand. Nun neigt sich die Corona-Badisaison ihrem Ende zu. Die Betreiber ziehen ein positives Fazit – trotz oder vielleicht sogar wegen der Krise.

Fast 15 Prozent mehr Gäste als im Vorjahr hatte die Badi Vulpera in Scuol zum Beispiel. Trotz Abstandsregeln seien Platzprobleme kein Thema gewesen, sagt Liegenschaftsbetreuer Karl-Heinz Zeck. Ähnlich ist es dem Freibad in Grüsch ergangen. Auch dort zählten die Verantwortlichen mehr Badigäste als im Vorjahr, auch viele aus dem Unterland, wie Geschäftsführer Ranko Radak sagt. Seine Gäste hätten sich gut an die Regeln gehalten.

Beim Schwimmbad Pany ist man diesbezüglich etwas nüchterner. Ja, man blicke mit fast 10'000 Eintritten auf eine sehr gute Saison zurück, sagt Doris Moos von der zuständigen Gemeinde Luzein. Das Schutzkonzept sei anfangs gut eingehalten worden, gegen Ende Saison dann aber nicht mehr so strikt. «Dass im nächsten Jahr wieder Normalität einkehrt, ist wahrscheinlich noch nicht möglich. Wir wünschen uns für die nächste Saison mehr Rücksichtnahme und Eigenverantwortung der Gäste.»

Mehr Touristen als Einheimische

In Churwalden haben sich im Sommer mehr Touristen als Einheimische in der Badi abgekühlt, wie es auf Anfrage heisst. Die Badi dort konnte vor allem von vielen Feriengästen auf der Lenzerheide profitieren. In der Surselva machte sich Aziz Cheikh, Betriebsleiter der Badi Ilanz/Glion, während der ganzen Saison grosse Sorgen. «Was, wenn jemand, der tags zuvor in der Badi war, positiv getestet wird? Dann sind wir alle betroffen.» Vier Monate lang habe er nur dieses Thema im Kopf gehabt, sagt er. Aber auch er ist zufrieden mit der Saison. «Bis jetzt hat alles gut funktioniert. Die Touristen haben uns gerettet.» (jas)

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