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RAV stockt Personal in Chur und Samedan auf

Die regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) haben ihre Personalbestände aufgestockt. Schweizweit werden über 200 Stellen neu besetzt. Vier davon entfallen auf den Kanton Graubünden und betreffen die Zentren in Chur und Samedan.

Südostschweiz
07.07.20 - 16:00 Uhr
Wirtschaft
Die regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) stocken Personal auf. In Graubünden werden vier neue Personen angestellt.
Die regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) stocken Personal auf. In Graubünden werden vier neue Personen angestellt.
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Die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat sich aufgrund der Coronakrise verschärft. Lagen die Arbeitslosenzahlen in Graubünden Anfang Jahr bei den üblichen 1,2 Prozent, schossen sie binnen zweier Monate um über zwei Prozentpunkte auf 3,4 Prozent in die Höhe. Ein Trend, der schweizweit zu beobachten ist und die regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) zu spüren bekommen. Gemäss «Blick» werden in der Schweiz als Folge 200 Personen neu angestellt – ein stolzer Zuwachs bei einer Belegschaft von bisher rund 1500 Angestellten.

Neue Stellen auch in Graubünden

Paul Schwendener, Vorsteher des Amtes für Industrie, Gewerbe und Arbeit, sagt gegenüber Radio Südostschweiz, dass auch im Kanton Graubünden neue Stellenprozente geschaffen werden sollen. Man wolle für noch höhere Arbeitslosenzahlen gewappnet sein, begründet er. «Das RAV in Chur wird um drei Personen verstärkt und in Samedan wird eine zusätzliche Person eingesetzt.» Eine weitere Aufstockung sei bisher nicht vorgesehen, sei aber je nach Arbeitslosenzahlen auch nicht ausgeschlossen. 

Lockdown nicht der einzige Grund

Die steigenden Arbeitslosenzahlen in Graubünden haben gemäss Schwendener zwei Haupttreiber. Einerseits waren die behördlichen Massnahmen zur Verhinderung einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus massgebend, aber auch die Saisonalität spielt im Kanton Graubünden eine Rolle. «Saisonale Schwankungen sind wir uns in Graubünden als Tourismuskanton gewohnt. Wir dürfen unseren Personalbestand nicht einzelnen saisonalen Schwankungen anpassen, sondern müssen den Durchschnitt betrachten», sagt Schwendener weiter.

Kommt die Entlassungswelle erst noch?

Ein Blick in die Zukunft gestaltet sich bei der angespannten weltwirtschaftlichen Lage schwierig. «Wir fahren weltwirtschaftlich mit angezogener Handbremse. Das hat einen Einfluss auf den Tourismus. Unter diesen Umständen zuverlässige Prognosen zu machen, ist beinahe ein Ding der Unmöglichkeit», beurteilt Paul Schwendener die aktuelle Lage.

Es ist durchaus möglich, dass, wenn die Kurzarbeit ausläuft, Arbeitnehmer entlassen werden müssen. Das muss aber nicht alle Kantone gleich treffen. Der Inlandtourismus, dass also Herr und Frau Schweizer Ferien in der Schweiz machen, komme dem Kanton Graubünden stark entgegen, ergänzt Schwendener.

Wie stark der Kanton Graubünden von einer möglichen Entlassungswelle betroffen sein wird, ist reine Spekulation. Klar hingegen ist, dass am morgigen 8. Juli die neuen Arbeitslosenzahlen für den Monat Juni veröffentlicht werden und neue Anhaltspunkte geben werden. (bae)

Kurzarbeit in Graubünden
Im Mai 2020 hatten ca. 5825 Betriebe mit ca. 51'000 Arbeitnehmenden Kurzarbeit eingeführt. Gegenüber dem Vormonat mit ungefähr 5700 Betrieben und ca. 48'000 Arbeitnehmenden ist die Kurzarbeit weiter gestiegen. Bei den angegebenen Zahlen handelt es sich um die Werte gemäss Voranmeldung. Eine exakte Zahl der effektiv Kurzarbeitenden kann nicht angegeben werden, da die Unternehmungen die Kurzarbeitsentschädigung zeitlich verzögert bei verschiedenen Arbeitslosenkassen abrechnen. Der weitere Anstieg ist auf die einschneidenden Massnahmen des Bundesrates zur Bekämpfung des Coronavirus zurückzuführen. (Quelle: Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit)

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