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Glarus hat mehr Strom produziert

Im Kanton Glarus ist 2019 deutlich mehr Strom produziert worden als noch im Jahr davor. Grund dafür sind vor allem die höheren Niederschläge – aber nicht nur.

Südostschweiz
Montag, 17. Februar 2020, 11:42 Uhr Dank Niederschlag und Abfall
Überdurchscnittlich viel Niederschlag füllte 2019 die Glarner Stauwerke.
AMT FÜR UMWELT, WALD UND ENERGIE GLARUS

Genau 1036 GWh Strom wurden im Kanton Glarus im vergangenen Jahr produziert. Eine deutliche Steigerung zu 2018, als noch 833 GWh produziert wurden. Wie das Departement Bau und Umwelt mitteilt, lag die Glarner Produktion an Elektrizität ohne Pumpbetrieb von Wasserkraftwerken damit um mehr als 24 Prozent höher als im Vorjahr.

Grund dafür seien vor allem die leicht überdurchschnittlichen Niederschläge im Frühling und Herbst gewesen, heisst es weiter. Neben Regen und Schnee sind aber auch andere Faktoren entscheidend. Der wichtigste ist laut der Mitteilung das Stauvolumen der grossen Speicher wie Limmernsee, Klöntalersee, Muttsee und Garichte am Anfang und Ende eines Jahres. Sei der Stand dieser Speicher Ende Jahr nicht gleich wie am Anfang, könne das die Jahresproduktion deutlich beeinflussen. 2019 hat die Speicherbewirtschaftung die Jahresproduktion jedoch kaum beeinflusst. Auch, dass in den letzten Wochen des Jahres das Kraftwerk Doppelpower in Mitlödi in Betrieb genommen wurde, hat die Jahresproduktion nicht merklich vergrössert.

Die Elektrizitätsproduktion des Kantons Glarus stammte 2019 überwiegend aus der Wasserkraft (91,3 Prozent), daneben aus der Kehrichtverbrennung (7,7 Prozent), Fotovoltaik (0,8 Prozent) und Biogas (0,2 Prozent). Die Produktion an Elektrizität lag im Jahre 2019 um fast das Dreifache höher als der Verbrauch im Kanton Glarus, welcher etwa 350 GWh beträgt.

Die Jahresproduktion aus den Wasserkraftwerken lag 2019 etwa im gleichen Bereich wie 2012 und 2013 mit ähnlichen Niederschlagswerten, wie es weiter heisst. Einige Kraftwerke wie das Kraftwerk Sernf der SN Energie, wurden wegen Unterhaltsarbeiten über längere Zeit stillgelegt und produzierten entsprechend weniger Strom.

Andere Kraftwerke, wie das Kraftwerk Obersee, das Brummbachwerk in Linthal und das Kraftwerk am Luchsingerbach, haben im langjährigen Vergleich auffallend viel Elektrizität erzeugt.

Mehr Strom durch Abfall

Auch die Kehrichtverbrennungsanlage Niederurnen (KVA Linth) produziert Strom. Mit 80 GWh lag die Produktion dort im langjährigen Bereich und deutlich über dem Wert des Vorjahres. Damals lag jedoch auch ein Maschinenschaden vor, wie das Departement Bau und Umwelt weiter schreibt.

Ebenso produzierten die Fotovoltaik-Anlagen im Kanton mehr Elektrizität als noch im Vorjahr. Es wurden wiederum einige recht grosse Anlagen in Betrieb genommen, wodurch die gesamte produzierte Elektrizitätsmenge auf etwa 8 GWh stieg. In den Ortschaften Bilten, Näfels, Mollis, Schwanden und Braunwald wird am meisten Sonnenstrom produziert. (rac)

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