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Alles elektro oder was?

Die Elektromobilität ist auch in unseren Regionen vertreten. Das Bedürfnis nach E-Autos steigt. Die Umgebung muss dementsprechend angepasst werden.

Anna
Panier
Sonntag, 29. Dezember 2019, 04:30 Uhr Stromproduzenten erzählen
Die «grünen Parkplätze» für Elektro-Autos werden immer öfters errichtet.
PIXABAY

Was vor einigen Jahren noch als Zukunftsvision gegolten hat, ist mittlerweile ein Alltagsthema. Wenn auch ein sehr umstrittenes Thema. Die Rede ist von Elektromobilität. Auf den Strassen findet man zurzeit einige elektrische Fahrzeuge. Und läuft man bei den öffentlichen Parkmöglichkeiten vorbei, stechen einem die grünen Parkplätze ins Auge. So auch zuletzt in Savognin. Sieben Ladestationen für Elektroautos wurden in Betrieb genommen. Immer mehr Stromproduzenten errichten E-Tankstellen. Die Nachfrage ist also vorhanden.

Laut des Bundesamtes für Statistik gab es im letzten Jahr 113' 300 Autos im Kanton Graubünden. Davon waren 416 rein elektrisch. Im Jahr 2017 waren von insgesamt 112' 223 Autos, 317 elektrisch. Die Tendenz ist also steigend. Ähnlich sieht es auch bei unserem Nachbarn aus. Vor zwei Jahren lag der Anteil, der rein elektrischen Personenwagen bei 52 Wagen, von insgesamt 23' 505 Personenwagen in Glarus. In 2018 waren bereits 79 Fahrzeuge rein elektrisch, von insgesamt 23' 657 Personenwagen.

Mehr Strom muss her

Wie die Statistiken aufzeigen, wächst der Anteil an elektronischen Autos stetig. Diese Autos werden über Strom aufgeladen. Bedeutet also, je mehr Elektroautos, desto mehr Steckdosen und Aufladestationen werden benötigt. Markus Kunz, Leiter Markt und Energie und Mitglied der Geschäftsleitung von IBC, bestätigt den Aufschwung an Elektroautos.

Er meint: «Heute werden circa 80 % der Ladungen von E-Autos zu Hause, beziehungsweise auf privatem Areal getätigt. Etwa 20 % der Ladungen finden an öffentlichen Ladestationen statt.» In Glarus belauft sich die Anzahl solcher öffentlichen Stationen auf 43. Sie sind im ganzen Kanton verteilt. In Graubünden gibt es fast doppelt so viele Aufladestationen.

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Die grünen Tankstellen

Die Standorte der E-Tankstellen werden nach bestimmten Voraussetzungen ausgewählt. Laut Kunz, sei bei der Wahl der Standorte vor allem der finanzielle Aspekt wichtig. Der Ort müsse mit einer möglichst grossen Nachfrage verbunden sein. Repower sagt, dass ein hoher Durchgangsverkehr zwar wichtig ist, jedoch gibt es auch Ausnahmen. So besitzen einige kleinere touristische Ortschaften E-Ladestationen für ihre Besucher.

Beide Firmen sind der Meinung, dass das Bedürfnis der Kunden ein ausschlaggebender Faktor ist. «Viele unserer Kunden machen die Erfahrung, dass ihre Gäste, Besucher, Mieter und Mitarbeiter immer öfters mit dem E- Auto anreisen», so Repower. Wenn eine Ladestation beispielsweise bei einem Hotel vorhanden sei, verschaffe es sich Wettbewerbsvorteile. Weiter betont Repower, sie glaube daran, dass eine Infrastruktur für Elektroautos bald schon so selbstverständlich sein wird, wie WLAN in einem Hotel.

In Savognin wurden sieben Ladestationen für E- Autos errichtet.
ELA ENERGIEWELT

Ein weiterer Faktor für den Bau von E-Tankstellen ist das Abklären von technischen Bedingungen. «Die Leistung, welche solche Stationen gebrauchen, kann nicht überall bezogen werden», so Kunz. Die öffentlichen Stationen besitzen eine Leistung von mindestens 22 Kilowatt. Also müsse abgeklärt werden, wo es im Netz möglich sei, eine Ladestation anzuschliessen.

Repower stellt fest, dass eine vorhandene Infrastruktur zwar wichtig ist, grundsätzlich sind aber die meisten Parkplätze für Ladestationen geeignet. Wird ein geeigneter Standort gefunden, müssen anschliessend entsprechende Kabelleitungen gezogen werden, damit die E-Tankstellen mit Strom versorgt sind.

Leben wir bald in einem E-Kanton?

Dass alle Verkehrsteilnehmer bald nur noch mit E-Fahrzeugen unterwegs sind, sei technisch gesehen schon heute möglich, wie Kunz erklärt. Politische Förderungsmassnahmen für die Elektromobilität bringen begrenzt etwas. Kunz betont, solange gute Produkte auf dem Markt vertreten sind und die Nachfrage der Menschen nicht sinkt, entwickelt sich die E-Mobilität selbstständig weiter. Repower sieht das ähnlich: «Wir sind sicher, dass Elektroautos in naher Zukunft den Löwenanteil im Strassenverkehr ausmachen werden.»

Vier Räder reichen nicht aus

Diverse Autohersteller erweitern ihr Sortiment mit elektrischen Fahrzeugen. Das Angebot der strombetriebenen Autos wächst. Immer mehr Verkehrsteilnehmer überlegen sich den Kauf eines elektrischen Autos. Kunz sagt, es gibt viele potenzielle Käufer für E-Autos. Oft stellen sich Interessierte die Frage, ob es genug starke Ladestationen gibt. Das Aufladen hat jedoch mehr mit dem Fahrzeug selbst, als mit der Ladestation zu tun. Dessen sind sich viele Leute nicht bewusst.

Elektroatuo
Auf dem Automarkt gibt es verschiedene Modelle von elektrischen Fahrzeugen.
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Nicht jedes E- Auto lässt sich gleich gut aufladen. Das hängt vor allem davon ab, wie effizient der Strom überhaupt gespeichert werden kann. Kunz meint: «Man kann das Auto an einer optimalen Ladestation einstecken und ist dann enttäuscht, dass es relativ lange dauert, bis es vollgeladen ist». Dieses unerwünschte Szenario hängt mit der Ladetechnologie, welche in den Autos eingebaut ist, zusammen. Die E-Mobilität ist ein junges Thema. Ähnlich wie bei anderen Innovationen hat die Technologie noch Optimierungspotenzial. Dementsprechend werden auch Autos zum Kauf angeboten, die technisch nicht optimal sind. Kunz betont, die Leute sollen sich möglichst gut im Voraus informieren.

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