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Es geht vorwärts beim Grossprojekt

Die Wehrbaustelle in Ovella für das Gemeinschaftskraftwerk Inn läuft wieder auf Hochtouren.

Fadrina
Hofmann
Mittwoch, 27. November 2019, 04:30 Uhr Stauwehr am Inn
Nach dem Felssturz im vergangenen Winter kann nun weitergearbeitet werden.
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Die Arbeiten bei der Wehrbaustelle für das neue Gemeinschaftskraftwerk am Inn (GKI) in Ovella waren im vergangenen Winter ins Stocken geraten. Nach einem Felssturz im Bereich der Baustelle mussten die Geologen feststellen, dass sich ein grösseres Felspaket zu lösen begann, weshalb die Sicherheit im Baubereich nicht mehr gewährleistet war. Seither arbeiten hoch spezialisierte Unternehmen an der Sicherung des Felspakets. Dazu werden zahlreiche Verankerungen und zusätzliche Steinschlagschutznetze montiert. «Diese Arbeiten sind inzwischen so weit fortgeschritten, dass die eigentlichen Bauarbeiten für das GKI wieder aufgenommen werden konnten», informiert Michael Roth, GKI-Geschäftsführer und Direktor Engadiner Kraftwerke.

Grösstes Kraftwerk der Alpen

Mit dem Gemeinschaftskraftwerk Inn entsteht seit 2014 im Grenzgebiet Schweiz-Österreich das derzeit grösste Laufwasserkraftwerk des Alpenraums. Dieses erstreckt sich grösstenteils unterirdisch von Martina auf dem Gemeindegebiet Valsot über sieben Gemeinden des Oberen Inntals in Tirol. Die Stauanlage mit einem 15 Meter hohen Wehr entsteht auf Schweizer Seite unterhalb des Dorfes Martina bei Ovella. Das dort gefasste Wasser wird in einem über 23 Kilometer langen Druckstollen zu den Turbinen im Kraftwerk Prutz (Österreich) geführt. In Prutz wird nach der Fertigstellung Strom für mehr als 90'000 Haushaltungen erzeugt. Mit einem Investitionsvolumen von 605 Millionen Euro ist das GKI eine der grössten Investitionen in der Region seit Jahrzehnten. Die Inbetriebnahme ist im Jahr 2022 vorgesehen.

Hoffen auf wenig Schnee

In Ovella steht noch viel Arbeit bevor. Nachdem das Stauwehr auf der linken Flussseite bereits im Jahr 2018 fertiggestellt wurde, müssen nun die rechtsufrigen Arbeiten für das sogenannte Einlaufbauwerk, die Fischauf- und -abstiegshilfe sowie das Dotierkraftwerk, mit dem später das Restwasser in den Inn geführt wird, gebaut werden.

«Sofern es die Witterungsverhältnisse erlauben, wird die Baugrube bis im Frühling 2020 erstellt sein», sagt Roth. Dieses Zwischenziel könne nur erreicht werden, wenn Baustelle und Steinschlagschutznetze nicht mit allzu grossen Schneemengen gefüllt sind. «Ansonsten müssten die Arbeiten aus Sicherheitsgründen erneut eingestellt werden.»

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