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Die Autobetriebe Sernftal erhalten Heimatschutz

Die Autobetriebe Sernftal AG müssen bei der Vergabe der Heimstrecken vorerst keine Konkurrenz fürchten: Kanton und Bund werden diese definitiv nicht ausschreiben. Trotzdem fühlt sich die AS vom Markt gedrängt.

Südostschweiz
Donnerstag, 13. Juni 2019, 04:30 Uhr Konkurrenzlos
Im Oktober 2018 können die Autobetriebe Sernftal AG die frequentierteste Sommersaison aller Zeiten registrieren.
ARCHIVBILD

von Aldo Lombardi

An der Generalversammlung der Autobetriebe Sernftal AG (AS) nahm Verwaltungsratspräsident Mathias Zopfi Stellung zur «Angelegenheit Buslinien Mittel- und Unterland». Denn bekanntlich haben sich die AS zusammen mit der Bus Ostschweiz AG um die Konzession dieser Linien beworben und sind nicht berücksichtigt worden. «Die Postauto Schweiz AG hat ein Angebot eingereicht, das aus unserer Sicht schlicht und einfach nicht kosten- deckend sein kann», erklärte der Verwaltungsratspräsident am Dienstagnachmittag. Man habe zu Konditionen offeriert, die vermuten liessen, dass man bewusst einen Verlust in Kauf nehme.

Beschwerde vor Gericht

Die Bus Ostschweiz AG hat daher, unterstützt von den AS, Beschwerde beim Verwaltungsgericht eingereicht. Zopfi hofft auf ein positives Urteil. Es dürfe nicht sein, dass ein riesiger Player im Markt unter dem Preis kalkuliere, um andere, kleinere Unternehmen aus dem Markt zu drängen.

Positiv sieht es hingegen mit den bestehenden Linien der AS aus. Der Kanton und das zuständige Bundesamt haben festgelegt, dass diese Linien definitiv nicht ausgeschrieben werden. Die AS werden in den kommenden Jahren eine sogenannte Zielvereinbarung für diesen Auftrag erhalten.

«Sicher, es wird für uns härter werden in unserem Markt», sagte Zopfi. Weil nach dem Postautoskandal vermehrt geprüft werde. «Es ist ein bisschen wie bei den Banken: Die Grossen haben den Seich gemacht, reguliert werden dann aber auch die Kleinen», fuhr der Präsident fort. Es gebe eine gewisse Tendenz, dass man so kleine Unternehmen unter Druck setze.

Bestfrequentierte Sommersaison

Nicht nur Negatives, sondern auch Positives wurde an der Generalversammlung behandelt. So wurde auch auf das hervorragende Geschäftsjahr 2018 zurückgeblickt. Im Oktober 2018 konnte die frequenzreichste Sommersaison aller Zeiten registriert werden. Insgesamt wurde auf allen Linien über das ganze Jahr ein Plus von 10,9 Prozent erreicht.

Das wirkt sich auch auf die Zahlen aus. Der Unternehmensgewinn beträgt rund 220 000 Franken gegenüber einem Verlust von rund 59 000 Franken im Vorjahr. Die Versammlung war damit einverstanden, den Gewinn auf die neue Rechnung vorzutragen. Diskussionslos genehmigt wurden auch alle übrigen statutarischen Geschäfte.

ÖV-Mensch von der Pike auf

Der Verwaltungsrat wurde mit dem im Glarnerland aufgewachsenen Markus Grünenfelder erweitert. Wechsel gab es auch in der Geschäftsführung: Meinrad Schmid will eine neue Herausforderung antreten und musste deshalb ersetzt werden. Als neuer Geschäftsführer wurde Daniel Schmidt gewählt. Er sei ein «ÖV-Mensch von der Pike auf», sagte Zopfi und fuhr fort, dass Schmidt ins Kleintal passe und es von Wanderungen und Ausflügen her kenne. Erfreulich sei auch, dass er selbst Bus fahren könne und wolle.

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