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Kommentar

Die Anti-5G-Hysterie

Oliver
Fischer
Montag, 10. Juni 2019, 04:30 Uhr Kommentar
Brambrüesch Antenne
Antenne im Wintersportgebiet Brambrüesch.
YANIK BUERKLI / YANIK BÜRKLI

Seit einigen Wochen könnte man meinen, das Ende der Welt stehe kurz bevor. Und herbeigeführt wird es von Swisscom, Sunrise und Salt mit grosser Unterstützung vom Bund. Die Waffe heisst: 5G-Mobilfunknetz. Da kämpfen spontan gegründete IGs, Einzelpersonen und Politiker mit einem Furor, wie man ihn sonst vielleicht von Impfgegner kennt. Die Strahlung steige durch 5G-Antennen ins Unermessliche, sei höchst gefährlich für Mensch und Tier und könne auf gar keinen Fall in der Nähe von Wohngebieten geduldet werden.

Dass die Strahlung, die den einzelnen Menschen tatsächlich trifft, aber vom Handy im Hosensack oder am Ohr ausgeht, blenden die Antennen-Gegner gekonnt aus. Bis zu 100'000 Mal stärker kann die Strahlung durch das Handy am Ohr lokal ausfallen, als durch die Strahlung, die von der Antenne ausgeht. Das sagt Umweltepidemiologe Martin Röösli, ein Wissenschaftler. Dies passiert ausserdem verschärft, wenn das Signal von der Antenne schwach ist und das Handy viel mehr Energie und Strahlung absondert, um eine stabile Verbindung herzustellen.

Sprich: Gibt es mehr Antennen, die von Handys ohne grosse Suchleistung angepeilt werden können, sinkt die Strahlung in der Nähe der Handynutzer drastisch ab. Oder noch einfacher gesagt: Mehr Antennen bedeuten weniger Strahlung an den Oberschenkeln oder Köpfen. Aus Angst vor schädlicher Strahlung müssten die 5G-Gegner also sofort um 180 Grad umschwenken und 5G-Antennen-Befürworter werden.

Ähnliches sagt auch ETH-Professor Jürg Leuthold, Vorsteher des Instituts für Elektromagnetische Felder. «Ich verstehe den ganzen Meis um 5G nicht ganz», sagte er vor einigen Wochen in der Sendung «TalkTäglich» bei Tele Züri. An der ETH wurden gegen 1000 Studien zu den Auswirkungen von Elektromagnetischer Strahlung auf den menschlichen Körper geprüft. Zwar gingen die Resultate dabei zum Teil sehr weit auseinander. Eines aber habe sich eindeutig gezeigt: «Je mehr Probanden in einer Studie eingeschlossen worden sind, desto weniger Effekte wurden sichtbar.» Sprich: Je zuverlässiger die Resultate einer Studie waren, umso deutlicher zeigten sich keine Auswirkungen auf den Menschen. Dazu kommt, dass mit dem 5G-Standard einzelne Geräte viel präziser angesteuert und die Intensität viel präziser auf den Bedarfsfall gesteigert und gesenkt werden.

Diese Woche hat uns ein Leserbrief erreicht, in dem sich jemand nun nicht Sorgen um unsere Gesundheit macht, sondern einen Antennenwald befürchtet, der unsere wunderschönen Ortschaften und die Natur verschandeln und uns dadurch die Touristen abspenstig machen würde. Und das sei natürlich mit aller Macht zu verhindern. Da wäre es doch konstruktiv, solche Antennen an Orten zu bauen, wo man sie nicht sieht – zum Beispiel im Innern eines Kirchturms. Aber das ist dann ja auch wieder nicht recht.

Und apropos Antennenwald: Man kann sich diesen «Wald» heute schon ganz einfach anschauen. Der Bund betreibt eine interaktive Karte, auf welcher sämtliche Funkmasten und Antennen der Schweiz markiert sind. Sollte sich tatsächlich ein Tourist mehr an einer Mobilfunkantenne stören als an schlechter Internetverbindung, so hat er der Schweiz längst den Rücken gekehrt. Die Logiernächtezahlen des letzten Winters sagen allerdings etwas anderes.

Wenn wir also einmal tief durchatmen, vom hysterischen Pferd runterkommen und der Wissenschaft glauben würden – wie wir das zum Beispiel beim Klimawandel auch tun (mit Ausnahme einiger Unbelehrbarer) – dann könnten wir sehen, dass ein stabiles, flächendeckendes 5G-Netz für uns ein wichtiger Wirtschaftsfaktor werden könnte.

 

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5G und Bolgenplaza – die Südostschweiz steht auf der falschen Seite, finde ich:
https://antisozial.webnode.com/
https://www.imgbox.de/users/public/images/DC8Z4HlzDE.jpg
Mobilfunk wurde (wie das www) vom US-Militär (!) lanciert zwecks Weltherrschaft (wir alle als heutige Native Americans alias Indianer), finde ich:
https://www.youtube.com/watch?v=jE4uaGdwnAs
https://www.youtube.com/watch?v=4HJmF0awfvQ

Der Author des Artikels scheint die nachrichtentechnischen Grundgesetze nicht zu kennen:
Mehr Bandbreite benötigt höhere Frequenzen und höhere Leistung, was wiederum eine grössere Antennendichte benötigt - soviel zur physikalischen Realität.
Der Rest ist Spekulation, es gibt schlichtweg keine Langzeitstudien in diesem Bereich. Fakt ist jedoch, dass wir hier von zusätzlicher Belastung elektromagnetischer Strahlung reden. Ein Gegenpool zur Profitgesteuerten 5G Industrie wäre hilfreicher.

Wenn es weniger Strahlung geben sollte, wozu muss man dann dazu die Grenzwerte erhöhen? - Das ist wirklich nichts, was einem Schweizer Freude bereitet! Diese Logik sollte eigentlich jedem einleuchten. Das abzulehnen hat mit Hysterie überhaupt nichts zu tun, sondern mit gesundem Menschenverstand.

Schlimm wohin uns der Fortschritt gebracht hat! Fortschritt kann auch Misstritt sein! Wir werden voll angelogen bezüglich Schädlichkeit sämtlicher Mobilfunkanlagen. China mit 5g hat 3000fache Krebs und Tumorraten! Drum stop5g, es schadet Allem Lebendigen, da wurden schon 1996 Untersuchungen gemacht (Handykrieg YT, oder Barrie Trower) In den Mainmedien wird schöngewaschen, es geht ja um viel Geld und viel Kontrolle. Meiner Meinung nach wäre für die Menschheit höchste Zeit für Besinnung und Verantwortung auch für die nächsten Generationen. Wir brauchen nicht noch mehr und schneller, Qualität und Nachhaltigkeit wäre oberstes Gebot. Aber es gibt Leute die tragen Verantwortung nicht mal für ihr eigenes Leben!

Der von Ihnen publizierte Artikel über 5G zeigt, dass Sie den wahren Sachverhalt nicht kennen. Anders einige Ihrer Leser. Ich stelle in solchen Fällen immer wieder dieselbe Frage: Warum gibt man den Elektrosensiblen keine Möglichkeit über ihre Symptome und über ihr elendigliches Dasein zu berichten? Und nicht zuletzt: Sind Sie sicher, ob wirklich niemand in Ihrer Familie davon betroffen ist? Haben Sie jemals darüber nachgedacht, wie es den (vielleicht Ihren eigenen) Kindern geht, gehen könnte? Nicht nur heute, sondern in 10 - 20 Jahren? 406 Studien - zum Anklicken auf www.emfdata.org - könnten Sie zum Nachdenken bewegen. Das Buch "Land im Strahlenmeer", Autorin: Ursula Niggli, ist eine weitere Informationsquelle, die auf Recherchen und Tatsachen beruht. Wir alle möchten nicht mehr auf diese Technik verzichten; sie ist aber auf ein gesundheitsverträgliches Mass zu beschränken. Genau das wurde bisher aber aufs Schwerste vernachlässigt.

Die Menschheit muss zuerst leiden und fallen, damit sie lernen kann.
Doch heut zu Tage sind alle nur am Verblöden, weil man glaubt was die Leute in den Medien schreiben oder im Bundeshaus gequatscht wird.
Die Menschen vernichten sich Gegenseitig.

Leider ein einseitig recherchierter Artikel.
Bei diesem sehr komplexen Thema ist weder Pnikmache noch lässige Verharmlosung gefragt. Auch sie Herr Fischer tragen mit ihren Texten eine Verantwortung beim Umgang mit diesem Zukunftsthema. Hier dazu zwei Inputs: Alle Bestrebungen von 5G u. 6G etc. führen in Richtung hochfrequenten Mikrowellenbereich. Wir sind hier mit den momentan vom Bund bewilligten Frequenzen erst ganz am Anfang der von den Mobilfunkanbietern angestrebten Entwicklung. Die nächsten Frequenzbänder und Antennenstandorte kommen schneller als es uns zum Nachdenken reicht. Für ein flächendeckendes 5G... Netz braucht es tausende von Antennen, welche zwar schwächere Sendeleistungen haben aber bedeutend näher bei unseren Schafzimmern stehen. Und hier spreche ich nicht vom sowieso vorhandenen WIFI im Haus, welches wir mind. teilweise selbst beeinflussen können. Verharmlosen sie nicht Dinge von welchen wir weder für uns Menschen noch die Tiere die längerfristigen Konsequenzen kennen. Ihre Kinder danken es ihnen.

Martin Maron / FLIMS

Ich empfehle jedem im deutschen Patent- und Markenamt die Offenlegungsschrift DE 102 53 433 A1 einmal zu studieren und daraus eigene Schlüsse zu ziehen. Die Erde mit ihrer Atmosphäre schützt uns vor diversen Strahlen, ebenso vor Mikrowellen. Diese gehören nicht in unser Lebensraum. Ebenso wird der rassante technologische Fortschritt keinem ethischem Aspekt gegenübergestellt.

Alles was neu ist ist nicht automatisch gut und notwendig. Es gibt viele sogenannte revolutionäre Neuerungen die sich nachträglich als sehr schädlich herausstellten und von den Produzenten und Dienstleistern als inovativ und unverzichtbar präsentiert wurden, z. B. Asbest, revolutionär, sensationell, dauerhaft usw... schlussendlich kam die Ernüchterung mit vielen Toten und Kranken.... betreffend der 5G Antennen haben wir keine relevanten Daten... also stellt die Gegner nicht wie Idioten dar, vielleicht haben sie ja recht.....

Herr Fischer, wie haben Sie herausgefunden, dass die sogenannten 5G-Gegner das Thema Smartphone ausblenden? Bitte liefern Sie Ihre Recherche-Ergebnisse dazu.
Menschen, die sich ernsthaft mit der Strahlenthematik auseinandersetzen, wissen um die Gefahr der Handys in der Hosentasche oder am Ohr. Ich zum Beispiel stelle mein Handy immer in den Flugmodus und nutze es nur wenn es wirklich nicht anders geht. Ich trage es nie am Körper und telefoniere übers Festnetz. Und so machen es ganz viele andere Menschen auch. Bei 5G geht es um eine komplett neue Technologie, deren Unverträglichkeitsstudie des Bundes derzeit noch aussteht. Darum sprechen Sie doch bitte nicht von "Weltuntergang", indem sie nur Personen aus der Eso-Ecke zitieren. Zahlreiche Wissenschaftler beschäftigen sich damit, für deren Forschung interessieren sich die Medien jedoch nicht. Bitte, betreiben Sie doch Journalismus im eigentlichen Sinne und bringen Sie beide Seiten zur Sprache. Wenn sie radikale Apokalypse-Maler zitieren, dann ist das alles andere. Aber sicher nicht Journalismus. Prüfen Sie Ihre Quellen!

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