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Das Loch im Wald wird zugepflanzt

Der Wald unter den Strommasten wächst nicht nach – jetzt ergreift Stromnetzbetreiber Swissgrid Massnahmen. Er will verhindern, dass die Niederhalteschneise ob Diesbach ins Rutschen kommt.

Südostschweiz
Mittwoch, 08. Mai 2019, 04:30 Uhr Aufforsten
Gerodet und nicht nachgewachsen: Swissgrid hilft dem Wald in der Niederhalteschneise ob Diesbach beim Wachsen nach.
PRESSEBILD

Die Niederhalteschneise ob Diesbach wird von Menschenhand neu bepflanzt. Wie der Stromnetzbetreiber Swissgrid mitteilt, begannen die Arbeiten Anfang Mai. Die Massnahmen zielten darauf, den Schutz vor Erosion in der Niederhalteschneise wiederherzustellen.

Der Wald wurde in den Jahren 2013 und 2014 für den Bau der Hochspannungsleitung vom Tierfehd in die Grynau gerodet. Diese wurde aus dem besiedelten Talboden an den Hang verlegt. Die Pflanzen wuchsen im Abschnitt oberhalb von Diesbach aber nicht wie erhofft nach. «In diesem Gebiet gab es schon vor dem Holzschlag äusserst wenig Neubewuchs», schreibt Swissgrid.

Die jetzt angekündigten Arbeiten erstrecken sich über zwei Jahre. Zuerst werden Begehungswege erstellt und ausgebaut. Weidensteckhölzer und Erlen sollen die Rutschflächen stabilisieren. In der Freifläche unter den Strommasten werden Buchen, Fichten, Grauerlen und Hundsrosen gepflanzt.

Notfalls schiesst der Wildhüter

Sollten etwa Rehe zu viele der Jungpflanzen anknabbern, stehen zu ihrer Abschreckung auch Abschüsse zur Debatte. «Mit dem zuständigen Wildhüter werden Jagdinterventionen wie Vergrämungsabschüsse geprüft», so Swissgrid.

Im Sommer und Herbst 2019 werden rund zwei Dutzend Wildschutzzäune erstellt. Neue Dreibeinböcke mindern die Lawinengefahr. Im Frühling 2020 werden die Wildschutzzäune unterhalten oder ersetzt. Sie schützen die gepflanzten Sträucher und Bäume vor Wildverbiss.

Eine Begleitgruppe unter der Leitung der Gemeinde Glarus Süd hat die Massnahmen ausgearbeitet und begleitet nun deren Umsetzung. Swissgrid trägt die Kosten. Die Wiederbewaldung führe Swissgrid in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Glarus Süd und dem zuständigen Wildhüter durch. (mitg)

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