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Neue Plattform für die romanischen Medien

Gute Neuigkeiten für die romanische Schweiz: In Zukunft gibt es ein Medienangebot aus privater und öffentlicher Hand. Die Zusammensetzung von Stiftungsrat und Redaktion ist angelaufen.

Philipp
Wyss
Montag, 25. März 2019, 10:46 Uhr Projekt «Medias rumantschas 2019»
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OLIVIA ITEM

An einer gemeinsamen Medienkonferenz bei der Sprachenorganisation Lia Rumantscha haben am Montagmorgen verschiedene rätoromanische Medien ihre Absicht geäussert, den Medienplatz zu stärken und auch in Zukunft Angebote in Text, Bild und Ton zu gewährleisten.

Vor Ort waren Vertreter der Agentur da Novitads Rumantscha, der Zeitungen «Engadiner Post/Posta Ladina», «La Quotidiana», «La Pagina da Surmeir» sowie von Radiotelevision Svizra Rumantscha. Entsprechend wird das Angebot künftig von privaten und öffentlichen Medienhäusern getragen. Die entsprechenden Leistungsvereinbarungen werden nun erarbeitet.

(Noch) keine Mediengeschichte geschrieben

«Wir meinen nicht, dass wir mit diesem Projekt Mediengeschichte schreiben. Aber das Modell könnte Schule machen», sagte Lia-Rumantscha-Präsident Johannes Flury.

Zwei Jahre nach Bekanntwerden der finanziellen Probleme der Zeitung «La Quotidiana» stellte Martin Gabriel in Chur den ersten Wurf der neuen Medienversorgung der Rätoromanen vor. Dazu wird die Agentur da Novitads Rumantscha in die unabhängige Stiftung Fundaziun da medias rumantschas übertragen. Ob die neue Stiftung über mehr Geld verfügen wird, ist derzeit noch nicht klar. «Wir sind überzeugt, dass wir zusätzliche Bundesgelder bekommen werden», sagte Flury auf die Fragen von Journalisten. Konkrete Zahlen wurden an der Medienkonferenz aber keine genannt.

In Text, Bild und Ton

Waren bisher Partner und Kunden im Stiftungsrat vertreten, dürfen neu keine Politiker und auch keine Vertreter der beteiligten Unternehmen mehr Einsatz im Gremium haben. So werden beispielsweise Nationalrat Martin Candinas und Grossrat Gian Michel aus dem Stiftungsrat ausscheiden. Neben dem neuen Stiftungsrat, für den derzeit die Mitgliedersuche läuft, läuft auch die Suche nach einem neuen Chefredaktor für die Redaktion der Stiftung Fundaziun da medias rumantschas.

Die von der Stiftung betriebene Redaktion wird künftig regionale Texte - und die Radiotelevision Svizra Rumantscha wird die Nachrichten und Aktualitäten beisteuern. Dazu werden alle Inhalte auf einer Plattform allen Kunden zur Verfügung gestellt. Start des Projektes ist der Februar 2020. Flury: «Das Modell ist nach vorne offen. Die Zusammenarbeit wird enger, was sich ökonomisch und qualitativ auszahlen sollte.»

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