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Grosse Solidarität für kleine Skilifte

Der Winter 2018/19 wurde für einige Skilifte zum Sammelwinter. So machte sich der Skilift in Lantsch, jener in Hochwang und der im Mastrils auf die Suche nach Spenden – jedes Mal aus unterschiedlichen Gründen. Nun zeigt sich, dass sich solche Aufrufe durchaus lohnen.

Bettina
Cadotsch
Montag, 11. März 2019, 04:30 Uhr Spendenaktionen

Nach über 20 Betriebsjahren ist das Skilift-Seil des Skilifts in Lantsch/Lenz abgenutzt und muss ersetzt werden. Weil die finanziellen Mittel für die grosse Investition der Skilift AG nicht zur Verfügung stehen, entschied sich das kleine Skigebiet in der Nähe der Lenzerheide für eine Crowdfunding Aktion. Die zum Ziel gesetzten 30'000 Franken konnten erfolgreich und innert kürzester Zeit erzielt werden, wie Markus Pieren, Verwaltungsrats-Präsident des Skilifts Lantsch auf Anfrage von «suedostschwiez.ch» bestätigt. «Wir sind unglaublich glücklich darüber, dass wir einen solchen Rückhalt hatten». Insbesondere überraschend sei er, dass das Ziel bereits nach 25 Tagen und nicht wie vorausgesehen nach 100 Tagen erreicht wurden.

Der Skilift in Lantsch/Lenz ist vor allem bei Kindern und Schneesportanfängern beliebt. Für Pieren ist dies auch einer der Hauptgründe, weshalb in den Skilift investiert wurde. «Das Gelände ist klein und übersichtlich, Eltern müssen keine Angst haben, ihre Kinder zu verlieren und das wird von den Menschen geschätzt». Ein weiterer Vorteil sei das Konzept von Crowdfunding, welches ermöglicht, aus vielen kleinen Spenden eine grosse Summe zu erhalten. «Ein Spender hat keinerlei Verpflichtungen und ist nicht wie ein Aktionär gebunden», ergänzt Pieren.

Zuversicht in Hochwang

Auf die Solidarität von Einheimischen und weiteren Gönnern hoffen auch die Bergbahnen in Hochwang bei St. Peter. Sie setzen aber nicht auf ein Crowdfunding, sondern auf eine Spendenaktion. Hinter dieser Idee steckt der Hochwang Club 1983, welcher sich das Ziel gesetzt hat, den wirtschaftlichen Erfolg durch die Unterstützung von Schneesportbegeisterten zu sichern. Bisher wurden von den zum Ziel gesetzten 100'000 Franken rund 70'000 gesammelt, was den Verwaltungsrats-Präsidenten, Rolf Bucher erfreut. Seiner Meinung nach zieht die Aktion aus folgendem Grund: «Die Menschen helfen den Gebieten, die nicht automatisch laufen und etwas weniger modern sind, weniger kommerzialisiert sind und viel Herzblut dahinter steckt». Zurzeit würden sie sich noch über jede weitere Spende freuen, falls die 100'000 Franken nicht zusammengetragen werden, werde Ende des laufenden Geschäftsjahres weiter entschieden, so Bucher. «Heute kann ich sicher sagen, dass es für das nächste Jahr und die kommenden Jahren sehr zuversichtlich aussieht», ergänzt Bucher.

Das dritte Skigebiet im Bund der Geldsammler war jenes in Mastrils. Hier ging es um ein neues Pistenfahrzeug, dessen Kosten sich auf rund 20’000 Franken beliefen. Der Skilift brauchte ein kleines, leichtes Pistenfahrzeug, welches sich für geringere Schneehöhen besser eignet. Die Spenden wurden ebenfalls via Crowdfunding sichergestellt und das Fahrzeug konnte bereits eingesetzt werden. Aufgrund des Schneemangels kann die Skipiste zurzeit – auch trotz neuem Pistenfahrzeug – nicht präpariert werden und der Skilift ist bis auf weiteres ausser Betrieb. (can)

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