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Halbleiter-Zulieferer Comet hofft auf besseres Marktumfeld

Das Jahr 2018 war für Zulieferer der Halbleiter-Industrie kein einfaches. Das bekam auch die Freiburger Technologiefirma Comet zu spüren.

Agentur
sda
Montag, 11. Februar 2019, 13:22 Uhr Flamatt
Comet spürt Gegenwind in Halbleiterindustrie. (Symbolbild)
Comet spürt Gegenwind in Halbleiterindustrie. (Symbolbild)
KEYSTONE/MARTIN RUETSCHI

Nach Jahren des Wachstums sank der Umsatz und der Umbau des Geschäfts drückte auf das Ergebnis. Wie es am Markt weiter geht, bleibt ungewiss.

Mit dem abrupten globalen Abschwung im Halbleitersektor hat die Wachstumsgeschichte von Comet im vergangenen Jahr ein vorläufiges Ende gefunden: Der Umsatz sank um 1,5 Prozent auf 436 Millionen Franken, wie die Freiburger am Montag mitteilten.

Noch vor einem Jahr sah die Welt für Comet bedeutend besser aus. Damals konnte man für 2017 ein Umsatzwachstum von beinahe einem Drittel auf einen neuen Rekordwert vermelden und für 2018 wurde ein weiteres Wachstum in Richtung der Schwelle von einer halben Milliarde Franken vorausgesagt.

Verunsicherung der Chiphersteller

Doch das Bild trübte sich im Verlauf des vergangenen Jahres ein. Geopolitische Risiken, wie etwa der eskalierende Handelsstreit zwischen den USA und China, verunsicherten die Chipersteller. Sie hätten als Folge davon Investitionen in die Ausrüstung ihrer Fabriken verschoben, schreibt die in der Halbleiter-, Vakuum- und Beschichtungsindustrie tätige Comet.

Unter der schwachen Nachfrage hatte bei Comet besonders der Bereich «Plasma Control Technologies» zu leiden. Comet musste die Umsatzprognose in der zweiten Jahreshälfte zweimal nach unten korrigieren, was an der Börse schlecht ankam. Die Aktie verlor 2018 beinahe die Hälfte ihres Wertes und erholt sich nun schrittweise von diesem Sturz.

Massnahmen zur Korrektur

Um sich auf die neue Lage am Markt einzustellen, ergriff Comet Massnahmen. So reduzierte man die Produktionskapazitäten, trennte sich vom Hersteller der «ebeam»-Systeme am US-Standort Davenport, und es wurde ein umfassendes Programm zur Verbesserung der Ergebnisse im Röntgensystemgeschäft an die Hand genommen. Gleichzeitig investiere man weiter in zukunftsgerichtete Projekte, sagte Firmenchef René Lenggenhager im Gespräch.

In der Rechnung hinterlässt die Restrukturierung aber deutliche Spuren: Das Betriebsergebnis hat sich beinahe halbiert und unter dem Strich verblieb noch ein Reingewinn von 12,3 Millionen nach zuvor 35,3 Millionen.

An die Aktionäre will Comet weniger Geld ausschütten, was kaum überrascht. Der Verwaltungsrat schlägt eine Dividende von 1,20 Franken je Aktie vor. Das sind 30 Rappen weniger als im Vorjahr. Bankexperten hatten mit einem deutlicheren Einschnitt gerechnet.

Für Aufschwung bereit

Für René Lenggenhager bleibt es schwierig abzuschätzen, wie sich das Marktumfeld entwickeln wird. «Die Visibilität im Halbleitermarkt ist nach wie vor gering. Daher können wir heute keine Aussagen zum Ausblick machen», sagte er. Doch sollten die Märkte anziehen, dann sei Comet bereit, um davon zu profitieren.

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