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«Ich will bis zum letzten Tag ein CEO mit viel Einsatz sein»

Ende September tritt Alois Vinzens als CEO der Graubündner Kantonalbank ab. Nach seiner letzten Bilanz-Medienkonferenz haben wir mit ihm über das – erneute – Rekordjahr 2018 vor allem aber über seine letzten Monate im Amt gesprochen.

Südostschweiz
Freitag, 08. Februar 2019, 14:50 Uhr Interview
Jahresabschluss 2018 Graubündner Kantonalbank MK GKB
GKB-CEO Alois Vinzens hat zum letzten Mal ein Jahresergebnis der Bank präsentiert.
OLIVIA ITEM

Am Freitagmorgen hat Alois Vinzens zum letzten Mal als CEO der Graubündner Kantonalbank ein Jahresergebnis präsentieren dürfen. Dürfen auch deshalb, weil sich das Jahr 2018 für die GKB in den gleichen rekordhohen Sphären bewegt hat, wie schon das Jahr 2017. Warum die GKB derart erfolgreich arbeitet, und was er in seinen letzten Monaten als CEO noch alles geplant hat, hat Vinzens im Interview mit Radio-Südostschweiz-Reporter Dario Gruber erklärt.

Herr Vinzens, nach dem Rekordjahr 2017 schreibt die GKB auch ein Rekordjahr 2018. Wie zufrieden sind Sie persönlich mit diesen Zahlen?

Ich bin mehr als zufrieden. Es ist immer schön, wenn man ein Jahr mit einem guten Resultat abschliessen kann. Doppelt Freude macht es, dass es auch ein sehr solides Ergebnis ist, sprich es kam nicht durch irgendwelche Zufälle und glücklichen Fügungen zu Stande.

Nach dem letzten Jahresabschluss verliehen sie der GKB quasi eine Goldmedaille. Welche Medaille bekommt die Bank fürs 2018?

Daran kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Aber wenn das so war, dann würde ich das sicher wiederholen.

Es gibt nun einmal das Problem mit den Negativzinsen.

Was waren denn genau die Gründe für das erneute Rekordergebnis?

Da gibt es zwei Haupttreiber. Erstens hatten wir im Bereich der Kundengewinnung sehr grossen Erfolg gehabt. Das vor allem im traditionellen und im Hypothekargeschäft. Aber auch mit dem Kauf der Albin Kistler Vermögensverwaltungs AG einen ganz neuen Akteur im Konzern, der sehr erfolgreich ist und geholfen hat dieses positive Ergebnis zu schreiben.

Wurde im letzten Jahr irgendwo ein besonderer Fokus gelegt?

Ein grosser Fokus lag auf unserer Zinswelt, mit dem Ziel diese so zu gestalten, dass wir vernünftig über die Runden kommen. Es gibt nun einmal das Problem mit den Negativzinsen, das für die Bank selbst ein Problem ist, aber auch für unsere Kunden zum Problem wird. Denn es geht letztlich um Profitabilität. Da mussten wir einige Massnahmen ergreifen, um das positiv gestalten zu können.

Negativzinsen werden weiterhin eine grosse Herausforderung darstellen.

Was waren die grössten Herausforderung 2018?

Die Negativzinsen waren sicher die grösste Herausforderung. Aber auch unser Wachstum dorthin zu bringen, wo wir es von den Risiken her mit unserer Kreditpolitik vereinbaren können.

Schauen wir nach vorn. Wo liegt der Fokus im Jahr 2019?

Gewisse Themen werden auch dieses Jahr aktuell bleiben, etwa die Negativzinsen. Diese werden weiterhin eine grosse Herausforderung darstellen. 2018 profitierten wir noch von alten Absicherungsgeschäften, die 2019 wegfallen. Da müssen wir uns natürlich Gedanken machen, ob wir irgendwann entsprechende Kundenlimiten einführen müssen, um die Kundengelder kontrollieren zu können.

Ende September endet Ihre Zeit als GKB-Chef. Was steht in den letzten Monaten noch auf dem Programm?

Ich will wirklich bis zum letzten Tag ein CEO sein mit viel Engagement. Aber natürlich will ich auch Zeit und Kraft dafür verwenden, meinen Nachfolger einzuführen, damit Daniel Fust dann, wenn er das Zepter der GKB übernimmt, bestens vorbereitet ist.

Im Juli wurde bekannt, dass Alois Vinzens (60) die GKB nach rund 17 Jahren als Vorsitzender der Geschäftsleitung/CEO die operative Leitung Ende September 2019 abgeben wird. Vinzens bleibt nach seinem Austritt Präsident der Privatbank Bellerive AG in Zürich und Verwaltungsrat der Albin Kistler AG in Zürich. Weiter ist geplant, dass er Mandate übernehmen wird.

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