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In der Airport AG ist Krisenstimmung

Der Geschäftsführer der künftigen Betreiberin des Flugplatzes Mollis will den Bettel hinschmeissen.

Daniel
Fischli
Mittwoch, 09. Januar 2019, 04:30 Uhr Flugplatz Mollis
Flugplatz Mollis.
Die Mollis Airport AG soll den Betrieb des Flugplatzes vom Flugplatzverein übernehmen.
SASI SUBRAMANIAM

Noch in diesem Jahr soll die Mollis Airport AG den Betrieb des Flugplatzes vom Flugplatzverein übernehmen. Der Streit um die Schneeräumung hat jetzt aber offenbar eine Eiterbeule platzen lassen: «Unser Verwaltungsrat ist nicht arbeitsfähig. So kann man keinen Flugplatz übernehmen, und so hat das Ganze keine Zukunft.» Dies schreibt der Vizepräsident des Verwaltungsrates und designierte Geschäftsführer des Flugplatzes, Martin Stüssi, an seine Verwaltungsratskollegen per E-Mail. Das E-Mail liegt der «Südostschweiz» vor.

Stüssi ist Inhaber der Flugschule Ecoflight in Mollis, und er kündigt an: «Ich als designierter Geschäftsführer werde mein Amt unter solchen Umständen bei der Flugplatzübernahme auf keinen Fall antreten, das ist sicher.» Dass eine Frage zum Schneeräumungskonzept «derart ausarten» könne, zeige, «dass im Verwaltungsrat Probleme vorhanden sind, welche eine normale Arbeitsfähigkeit verunmöglichen», so Stüssi weiter. Und: «Dieser Verwaltungsrat braucht eine Mediation.» Viel Zeit bleibt nicht, um sich zusammenzuraufen.

Übelkeit an Bord

Verwaltungsratspräsident Thomas Walt stimmt Stüssi ebenfalls per E-Mail an den Verwaltungsrat zu: «Im Moment ist unser Schiff noch nicht einmal in See gestochen und wird bereits durch selbst verursachten Wellengang durchgeschüttelt, mit dem Ergebnis, dass die meisten bereits mit Übelkeit zu kämpfen haben.» Wie oft geht es bei den Konflikten offenbar schliesslich ums Geld. Die Mollis Airport kann mutmasslich die irgendwann einmal notwendige teure Sanierung der Piste nicht aus den Einnahmen aus dem Flugbetrieb decken.

Einer hat den Bettel bereits hingeworfen: Martin Stucki, Erfinder des Kopter-Helis und heute Inhaber der Linth-Air-Service, ist aus dem Verwaltungsrat zurückgetreten, wie er gegenüber der «Südostschweiz» bestätigt. Verwaltungsratspräsident Thomas Walt schickt ihm hinterher: «Seine beleidigende Kommunikationsweise ist für mich inakzeptabel.»

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