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2,5-Zimmer-Wohnung kostet 3400 Franken – pro Nacht

Während der WEF-Woche ist Davos das teuerste Pflaster der Schweiz. Das gilt für Hotels, Ladenlokale und auch immer mehr für private Häuser und Wohnungen. Diese werden auf Airbnb zum Teil zu Tausenden von Franken pro Nacht angeboten, und sind nur rund ums WEF buchbar.

Südostschweiz
Dienstag, 08. Januar 2019, 09:22 Uhr WEF-Preise
Für diese 2,5-Zimmerwohnung mitten in Davos muss man während des WEFs ordentlich was hinblättern.
SCREENSHOT AIRBNB

Wer vom 22. bis 25. Januar in Davos übernachten will, muss tief in die Tasche greifen. Denn, es ist WEF-Zeit. Und da steigen die Kosten pro Bett ins schier Unermessliche. Und das betrifft längst nicht mehr nur Hotelbetten, sondern auch die Angebote auf Airbnb, wo private Haus- und Wohnungsbesitzer ihre Räume anbieten. Dieses Jahr habe das Ausmass der Preiserhöhungen auf der Plattform aber Formen angenommen, die selbst den WEF-Verantwortlichen unangenehm seien, schreibt «20 Minuten.ch». «Wir mussten einen grossen Teil der Mitarbeitenden in Klosters unterbringen, wo die Preise noch vernünftiger sind», wird WEF-Mediensprecherin Micol Lucchi zitiert.

«20 Minuten» führt drei Beispiele an, ein Haus in Davos, das 7000 Franken pro Nacht kostet und neun Betten bietet, eine Wohnung in Klosters, die für 2000 Franken pro Nacht und vier Betten zu haben wäre und eine Wohnung etwas ausserhalb von Davos mit zwei Betten für total 1400 Franken pro Nacht. Das teuerste Bett kostet in diesen Beispielen also 777 Franken, das günstigste 500.

Ein Blick auf Airbnb am 8. Januar zeigt, das aktuell teuerste Angebot für die WEF-Zeit ist eine 2,5-Zimmer-Wohnung mit vier Betten für 3400 Franken pro Nacht, also etwas mehr als 850 Franken pro Person. Buchbar ist die Wohnung nur vom 16. bis 28. Januar, also rund um das Weltwirtschaftsforum.

Wohnungsangebot während des WEF in Davos

Ein anderes Angebot kostet 3000 Franken pro Nacht für eine 4-Zimmer-Wohnung mit sechs Betten. Der Preis pro Person und Nacht liegt hier also nur noch bei 500 Franken. Auch diese Wohnung ist nur ums WEF herum buchbar.

Wohnungsangebot während des WEF in Davos

Die Suche auf Airbnb zeigt aber auch, es ist in Davos selbst fast nichts mehr zu finden. Angebote für eine Wohnung für zwei Personen, die zwischen 70 und 200 Franken pro Nacht kosten soll, findet man in Arosa, Lenzerheide, im Engadin und selbst noch in der Surselva – immer mit Suchdestination Davos – aber nichts von Landquart über Klosters und Davos bis Tiefencastel.

Aber auch von ganz teuren Angeboten findet man nur noch ein knappes Dutzend in Davos oder Klosters. Wer also ans WEF will und noch keine Unterkunft gebucht hat, der muss tatsächlich tief in die Tasche greifen oder täglich eine längere Anreise in Kauf nehmen.

Überraschend ist das grundsätzlich nicht, kennt man das Phänomen gerade bei den Hotelpreisen seit langem. Laut «20 Minuten» würden Hotels ihre Preise in der WEF-Woche zum Teil um bis das 30-Fache erhöhen und dass Ladenlokale für die WEF-Zeit zu exorbitanten Preisen an internationale Unternehmen vermietet werden, ist auch nichts Neues.

Immer wieder gab es in der Vergangenheit Kritik an der «Preistreiberei» und «Abzockerei», die während der WEF-Woche in Davos stattfinde und die WEF-Organisation kokettierte mehr oder weniger offen mit einem Abgang aus Davos, dementierte diesen aber auch immer. Am Weltwirtschaftsforum geht es zwar auch um Politik, aber vor allem natürlich um die globale Wirtschaft. Und die spielt auch im kleinen Davos. (ofi)

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