Die lange Trockenheit macht das Heizen teurer
Die Ölpreise in der Schweiz sind hoch, das ist nicht nur internationalen Konflikten geschuldet, sondern zu einem guten Teil auch dem niedrigen Rheinpegel.
Die Ölpreise in der Schweiz sind hoch, das ist nicht nur internationalen Konflikten geschuldet, sondern zu einem guten Teil auch dem niedrigen Rheinpegel.
von Natasha Lanz
Der Wasserstand des Rheins ist tief. Dadurch können viele Frachtschiffe nicht mehr so viel Öl laden. Dies ist mit ein Grund, weshalb die Transportpreise für das Öl höher sind. Laut Jan Fehr, Leiter des Marketings bei Oel-Hauser Netstal, stieg der Transportpreis für eine Tonne Öl von 30 auf mehr als 160 Franken. Das hat auch Einfluss auf die Preise für die Bewohner des Kantons Glarus.
Jakob Freuler zeigt Beispiele für den Anstieg in seinem Betrieb Freuler-Oel: «Im Vorjahr lag der Preis für 100 Liter Öl bei 75 Franken.» Eine Tankfüllung von 6000 Litern kostete letztes Jahr also 4500 Franken. Jetzt kostet dieselbe Füllung 6780 Franken. Denn: «Der Verkaufspreis ist nun bei etwa 113 Franken.» Von ähnlichen Zahlen spricht auch Jan Fehr: «Im Vergleich zum Sommer 2017 stieg der Preis um 40 Franken pro 100 Liter.»
Mehrere Faktoren
Wann die Preise wieder sinken, ist noch nicht klar. «Kurzfristig sollte es definitiv mal regnen», meint Freuler. «Nur sieht es in der nächsten Zeit nicht nach viel Regen aus.» Ein höherer Rheinpegel könnte die Transportpreise senken. «Zu einer Normalisierung des Pegels kommt es dieses Jahr aber nicht mehr», erklärt Fehr. «Würde es aber dazu kommen, könnten wir mit Preissenkungen von 10 Franken pro 100 Liter rechnen.»
Trotzdem gibt es noch andere Faktoren: «International braucht es eine Entspannung in den zahlreichen Konflikten der USA.»
Kein Panikeinkauf
Aus Panik nun Öl zu kaufen, ist aber nicht empfehlenswert. «Wer noch genügend Öl für die nächsten Monate hat, soll abwarten», sagt Freuler. «Falls der Tank noch in diesem Jahr gefüllt werden muss, lohnt es sich, den Preis genau im Auge zu behalten und zeitnah zu bestellen», erklärt Fehr. Wie sich die Preise 2019 entwickeln werden, sei noch offen. Fehr gibt aber Entwarnung: «Niemand muss frieren. Auch wenn kein Öl mehr geliefert wird, haben wir genug Öl, Benzin und Diesel in unserem Pflichtlager für viereinhalb Monate.»
«Niemand muss frieren. Auch wenn kein Öl mehr geliefert wird, haben wir genug Öl, Benzin und Diesel in unserem Lager.»
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Bereits Abonnent? Dann schnell einloggen.