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Nun sind in Kleinbruggen die Investoren am Zug

Ab heute können sich Investoren bei der Kleinbruggen AG für die erste Bauetappe auf dem Areal Kleinbruggen in Chur bewerben. Ende August 2019 sollen die Verträge unter Dach und Fach sein.

Denise
Erni
Montag, 15. Oktober 2018, 04:30 Uhr Grossprojekt auf Investorensuche
Neuer Wohnraum: Auf diesem Grundstück im Gebiet Kleinbruggen sollen innerhalb von zehn Jahren 400 neue Wohnungen entstehen.
OLIVIA ITEM

Man sei im Hintergrund alles andere als untätig gewesen, meint Werner Derungs, Delegierter des Verwaltungsrats der Kleinbruggen AG und bischöflicher Verwalter. «Aber manche Dinge brauchen eben ihre Zeit, bis sie spruchreif sind.» Nun ist die Zeit reif und die Kleinbruggen AG verrät erstmals ihren Fahrplan über das Grossprojekt für das gleichnamige Areal.

Auch wenn noch keine Profilstangen oder gar Bagger zu sehen sind, nimmt das Projekt kleine Formen an. «Ab heute ist die Website, auf welcher sich Investoren für die erste Etappe bewerben können, aufgeschaltet», sagt Ilario Bondolfi, Verwaltungsratspräsident der Kleinbruggen AG.

Gebaut werden soll das Gesamtprojekt der Zürcher Architekten Nahoka Hara und Zeno Vogel mit dem Namen «Ein wunderschöner Sonntag» in drei Etappen. Insgesamt sind 400 Wohnungen geplant. «In einem ersten Verfahrensschritt werden wir aus allen Vorschlägen neun bis zwölf potenzielle Bewerber auswählen», sagt Bondolfi. «Und in einem zweiten Schritt werden wir uns dann für die besten vier entscheiden.»

Vier Kleinere statt ein Grosser

Die Kleinbruggen AG möchte, dass vier Investoren gemeinsam die erste Etappe realisieren. «Dabei ist nicht entscheidend, welche Investoren am meisten Geld bieten, sondern, wer die besten Ideen für die Projekte präsentiert. Das Konzeptionelle und die Qualität stehen im Vordergrund», sagt Franco Quinter, der die Kleinbruggen AG als Projektleiter begleitet. Man wolle zum Beispiel weder Wohnungen nur für ältere Menschen noch ausschliesslich Luxuswohnungen realisieren. «Natürlich würde ein Gesamtinvestor alles vereinfachen, aber das ist nicht unser Ziel», betont Quinter.

Die ersten Anfragen sind bei Werner Derungs von der Kleinbruggen AG bereits eingegangen. Auch solche, die Interesse für alle drei Etappen gezeigt haben, wie Derungs sagt. «Insgesamt haben sich bisher schon rund 50 Interessenten für das Projekt gemeldet.» Ziel der Kleinbruggen AG ist es, Ende August 2019 mit den Investoren die Verträge unterzeichnet zu haben. Läuft alles nach Plan, kann Anfang 2020 mit dem Bau der ersten Etappe begonnen werden. Es ist die Etappe, die zur Raschärenstrasse hin ausgerichtet ist. Im Jahr 2022 wäre diese Etappe mit 130 Eigentums- und Mietwohnungen fertiggestellt.

Gemäss Plan würde die zweite Bauetappe von 2023 bis 2025 folgen. Und von 2026 bis 2028 wäre dann dritte Etappe in Richtung des Discounters Aldi an der Reihe.

«Das wird der Markt zeigen»

Nur, braucht es in Chur überhaupt noch so viel Wohnraum? «Das wird der Markt zeigen», sagt Verwaltungsratspräsident Bondolfi. «Aber an dieser Lage und mit den Plänen von Chur West sind wir überzeugt, dass das Potenzial vorhanden ist – Stand heute.» Genau aus diesem Grund vergibt die Kleinbruggen AG das Projekt auch in drei Etappen.

Das Gesamtprojekt soll «nachhaltig und zukunftweisend» werden, wie Derungs sagt. So muss die Überbauung die Anforderungen der 2000-Watt-Gesellschaft erfüllen. Dazu gehört, dass unter anderem bei der Nutzung auf einen geringen Wärmebedarf geachtet wird, dass die Wärmeerzeugung mit minimalen CO2-Emissionen durch weitgehend erneuerbare Energien erfolgt oder dass ein reduzierter Elektrizitätsverbrauch durch die Nutzer garantiert wird.

Auch Parkplätze werden nur reduziert gebaut. «In der Tiefgarage werden für die 400 Wohnungen höchstens 450 Parkplätze zur Verfügung stehen», so Derungs. «Die Veloparkplätze werden dafür eine hohe Bedeutung bekommen.»

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Wieder mal ein Fall für "Soll man da lachen oder weinen"?
Eigentlich sollte man von Desaster weg bauen, möchte man Idylle - stattdessen findet das nur in Worten statt und in Taten das Gegenteil?
Das Gesamtprojekt heisst «Ein wunderschöner Sonntag»:
Man baut HIN zu, in Richtung von: A13 (inkl. "grösster Kreisel in GR für 40 Millionen Chur-Süd), Hochspannungsmasten, Waffenplatz Chur (und wie die Gesundheitsquellen sonst noch heissen).
https://www.suedostschweiz.ch/leserbriefe/2018-08-10/waffenplatz-chur
Das Projekt sei «nachhaltig und zukunftweisend» und «In der Tiefgarage werden für die 400 Wohnungen höchstens 450 Parkplätze zur Verfügung stehen». – Nur?!
"Das Konzeptionelle und die Qualität stehen im Vordergrund», man wolle zum Beispiel weder Wohnungen nur für ältere Menschen noch ausschliesslich Luxuswohnungen realisieren."
Meine Güte, welch Widerspruch. Jekami/Einheitsbrei haben wir doch bereits in unserer Wohnen-Malaise. Deswegen kann die Lösung nur Fraktionierung/Melioration sein, wie auch erste Ansätze zeigen:
1) Aus einem Vermieterprospekt: "Bei uns werden Sie als Mieter nicht einfach mit anderen Mietern in einem Haus zusammengewürfelt. Sie sind uns wichtig und sollen sich wohl fühlen. Deshalb achten wir darauf, dass sich Gleichgesinnte in einem Haus wiederfinden."
2) Der Kanton Zürich unterstützt ein Vorbild (europaweiter "Leuchtturm")…
https://www.nzz.ch/zuerich/erstes-haus-fuer-umweltgeschaedigte-ist-bezu…
…während der Kanton GR ein Privat-Hotel mit einer Million unterstützt (und den Privatverein GRF mit x-Millionen):
https://www.grheute.ch/2017/06/23/graubuenden-steuert-eine-million-zu-h…