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Bündnerin im Kampf um den Finaleinzug

900 junge Berufsleute stehen ab morgen an den SwissSkills im Einsatz. Unter ihnen ist Tânia Vanessa Perez da Cruz aus Chur. Sie hofft auf einen Finalplatz.

Olivier
Berger
Dienstag, 11. September 2018, 04:30 Uhr SwissSkills
Bereit für die SwissSkills: Tânia Vanessa Perez da Cruz bespricht mit Adrian K. Müller den Zimmerreinigungsplan.
YANIK BÜRKLI

Wie misst man eigentlich Freundlichkeit? Denn darum geht es ja bei einer Hotelfachfrau. Oder genauer gesagt: darum geht es auch. Dass Hotelfachleute mehr können müssen, als den Gästen die Zimmerschlüssel herauszugeben und ihnen den Weg zu Sehenswürdigkeiten zu erklären, wird das Publikum von morgen bis Samstag in Bern erleben. Dort messen sich zwölf Hotelfachfrauen und -männer an den SwissSkills, den Schweizer Meisterschaften der Berufsleute.

Alles, was dazugehört

Schlüssel herausgeben und Sehenswürdigkeiten erklären steht nicht auf dem Wettbewerbsprogramm, in dem Tânia Vanessa Perez da Cruz blättert. «Wir müssen eigentlich alles machen, was zum Alltag einer Hotelfachfrau gehört», sagt die 20-Jährige aus Chur. Die Palette reicht vom Bügeln einer Kochmütze über das Schreiben von Dienstplänen und Tagesprogrammen bis hin zur Zubereitung eines Birchermüeslis. «Und wir müssen einen Knopf annähen – wer am schnellsten ist, hat gewonnen.»

Als sie das erste Mal von den Swiss-Skills gehört habe, habe sie sich nicht anmelden wollen, erzählt die frisch-gebackene Hotelfachfrau aus dem Hotel «Stern» in Chur. Erst als sie bei der Vorbereitung ihrer Lehrabschlussprüfung erfahren habe, dass es noch zwei freie Plätze im Teilnehmerfeld gebe, habe sie angebissen. «Erst sollte ich nur die Ersatzfrau sein, falls jemand ausfällt», erklärt sie. «Dann habe ich erfahren, dass ich definitiv dabei bin.»

«Berufsbild wird aufgewertet»

Perez da Cruz’ Chef, «Stern»-Gastgeber Adrian K. Müller, freut sich über den Einsatz seiner Mitarbeiterin in Bern. «Die SwissSkills sind ein gutes Schaufenster für die Hotellerieberufe», ist er überzeugt. «Durch die Präsentation an diesem Anlass und vor einem grossen Publikum wird das ganze Berufsbild aufgewertet.»

Müller ist nicht nur Hotelier, sondern auch Ausbildner mit Leib und Seele. «Unser Ziel ist es, dass wir in jedem unserer Ausbildungsberufe – Hotelfachfrau, Koch und Restaurationsfachmann – pro Lehrjahr immer einen Lernenden oder eine Lernende im Betrieb haben.» Insgesamt gehörten so in der Regel neun Auszubildende zum Team. «Wenn wir schon fordern, dass unsere Branche genügend Fachkräfte haben soll, müssen wir auch als Betriebe unsere Verantwortung wahrnehmen», betont Müller.

Stolz und Ambitionen

Für Perez da Cruz stehen an den Swiss-Skills im besten Fall drei Runden auf dem Programm – vom Viertelfinale morgen bis zum Finale am Samstag wird das Teilnehmerfeld um die Hälfte reduziert. «Ich hoffe schon, dass ich es ins Finale schaffe», sagt sie. «Aber ich bin nur schon stolz, dass ich es trotz vieler Anmeldungen überhaupt unter die zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer geschafft habe.»

Perez da Cruz ist erst vor sechs Jahren aus Portugal in die Schweiz gekommen. Nach zwei Jahren Oberstufe und dem zehnten Schuljahr habe sie eine Lehrstelle gesucht – und sei im «Stern» gelandet, wo schon ihre Mutter gearbeitet habe, erzählt sie. In die Schweizer Meisterschaften will sie aber auch ein Stück Graubünden tragen. Sollte sie es ins Finale schaffen, steht ihr Motto für die Wettbewerbsdisziplin «Zimmerdekoration» schon fest. «Da setze ich auf ‘Bella Grischa’», verrät sie lachend.

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