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Stadt sieht zwei Standorte für neuen Entsorgungspark

Die Stadt Rapperswil-Jona sucht ab sofort einen Betreiber für eine zweite Sammelstelle für Abfälle. Sie schlägt dafür zwei sehr unterschiedliche Standorte vor. Sie ist offen für weitere Vorschläge.

Pascal
Büsser
03.07.18 - 04:30 Uhr
Wirtschaft

Für den Mai war sie angekündigt, jetzt ist die Ausschreibung für eine zweite Sammelstelle auf dem Stadtgebiet von Rapperswil-Jona aufgegleist. Bis zum 17. August können sich interessierte Firmen melden, wie die Stadtkanzlei mitteilt. Einige Interessenten hat sie direkt angeschrieben. Ein Inserat soll folgen.

Auftrag der Bürgerschaft

Die Ausschreibung geht auf einen Antrag aus der Bürgerversammlung zurück. Im Juni 2017 hatte sich eine Mehrheit gegen eine Subventionierung der Sammelstelle «Brings» ausgesprochen – zugleich aber den Stadtrat beauftragt, für eine zweite Sammelstelle zu sorgen.

«Brings»-Betreiber Joel Keller hatte im Juli 2017 nach vier Jahren dichtgemacht, weil der Betrieb zu wenig rentierte. Eine Petition mit 1300 Unterschriften, die eine Subventionierung des Betriebs mit 150 000 Franken jährlich forderte, blieb erfolglos. Ein Grund für das Aus war gemäss Keller die Miete im Gebäude der Sozialfirma WTL im Schachen. Für 300 Quadratmeter zahlte er rund 40'000 Franken.

Selbst der «Stapi» bezweifelt, dass sich zu diesen Konditionen ein Betreiber findet.

Der erste Entsorger, die Karl Rüegg AG, zahlte auf einer Parzelle von rund 6700 Quadratmeter der Stadt bisher nur gut 20'000 Franken im Jahr. Unterschied: Sein Entsorgungspark im Engelhölzli liegt in der Zone für öffentliche Bauten (Öba), für die es keinen Markt gibt. Das WTL-Gebäude steht in der Gewerbe- und Industriezone.

Ungleiche Konditionen

Rüegg plant im Engelhölzli, nördlich der Autobahn A53 Richtung Rüti, einen Neubau für den bisherigen Entsorgungspark. Für den zweiten Entsorgungspark schlägt die Stadt zwei Grundstücke mit höchst unterschiedlichen Konditionen vor. Einmal das Gelände des Kinder- und Jugendzentrums an der Stampfstrasse. Dieses zügelt auf das Zeughausareal. Das Grundstück liegt im äussersten Südosten der Stadt und wäre ab Anfang 2020 verfügbar. Laut Bauchef Thomas Furrer ist die Grösse von rund 800 Quadratmetern eher knapp. Da es in der Öba liegt, würde die Stadt bloss 4000 Franken Baurechtszins im Jahr verlangen.

Die zweite Option liegt zentraler. Es ist der Werkhof der Firma Martelli Agosti AG an der Alten Jonastrasse. Vorteil laut Furrer: Die Infrastruktur ist mehrheitlich vorhanden und per sofort verfügbar. Nachteil: Die rund 1200 Quadratmeter kosten rund 45'000 Franken im Jahr. Martelli Agosti will einen Mietvertrag über zehn Jahre abschliessen. Selbst Stadtpräsident Martin Stöckling bezweifelt, dass sich zu diesen Konditionen ein Betreiber findet, wie er sagt. Ähnliche Konditionen wie im Engelhölzli könnte die Stadt nur an der Stampfstrasse bieten. Der Para-Parkplatz beim Lido, der auch in der Öba wäre, fiel aus den Traktanden. Laut Furrer wegen möglicher Reibungen mit der Circus-Knie-Premiere und weil die Stadt das Gebiet längerfristig überbauen möchte.

An Rückkehr interessiert

Sie hofft indes, dass sich die eine oder andere private Firma mit eigenem Areal berufen fühlt, eine Entsorgungsstelle zu betreiben. Ein geeigneter Standort sei dabei ein zentrales Kriterium. Laut Furrer rechnet man auch mit einer Bewerbung von Karl Rüegg für einen zweiten Standort. Rüegg war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Für Joel Keller von «Brings» ist eine Rückkehr eine Option, wie er sagt – «wenn die Konditionen stimmen». Ob dies mit der neuen Ausschreibung der Fall ist, konnte er noch nicht sagen. Er wolle die Unterlagen erst noch studieren.

Ein Betreiber müsste sich für mindestens fünf Jahre verpflichten. Direkte Subventionen und eine Übernahme der Sammelstelle bei Misserfolg schliesst die Stadt aus.

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