Komiker Cony Sutter geht unter die Beizer
Cony Sutters neues Lokal soll zum regionalen Treffpunkt werden. Auch Promis und Fernsehen will der Unterhaltungsprofi künftig ins Seedorf locken.
Cony Sutters neues Lokal soll zum regionalen Treffpunkt werden. Auch Promis und Fernsehen will der Unterhaltungsprofi künftig ins Seedorf locken.
«Schmerke Ahoi» – unter dieser Marke bricht Cony Sutter zu neuen Ufern auf. Der Komiker erfüllt sich mit 59 Jahren einen Traum und eröffnet sein eigenes Lokal – direkt neben dem Bahnhof Schmerikon. Er modelt das Verkaufsgeschäft für Wohnhandwerk und Sattlerei an der Bahnhofstrasse 4 in einen Gastrobetrieb um – samt Terrasse im vorgelagerten Garten. Die Bewilligung dafür hat die Gemeinde vor Kurzem erteilt. Sein Namensvetter Kurt Sutter hatte das Verkaufsgeschäft aufgegeben. Er betreibt nur noch die Werkstatt nebenan weiter.
Krebs zwingt zum Umdenken
Lounge, Bar, Events sind die Stichworte zu Cony Sutters Gastro-Konzept. «Es soll ein Treffpunkt für Einheimische und Menschen aus der ganzen Region Obersee werden», sagt er. Ein solcher fehlt in Schmerikon seiner Meinung nach heute.
Der national bekannte Komiker des mit dem Prix Walo ausgezeichneten Duos Sutter&Pfändler will zudem seine Beziehungen spielen lassen – und Anlässe mit Ausstrahlung auf die Beine stellen. Dies im Wortsinn. «Ich stehe mit einem regionalen Fernsehsender in Kontakt für eine mehrteilige Serie, die man im Lokal drehen könnte», verrät Sutter. Zudem seien Events wie Grill-Kurse, Weindegustationen und Ähnliches angedacht. Als früherer Sportchef bei Radio Z (heute Energy Zürich) und Stadion-Speaker beim FCZ will Cony Sutter auch wichtige Fussball- oder Eishockeyspiele im Lokal zeigen. An Ideen fehlt es nicht.
Er kann sich auch vorstellen, selber im Lokal aufzutreten. Allenfalls sogar regelmässig. Vor Kurzem gab er bekannt, künftig nur noch solo auf der Bühne zu stehen (Ausgabe vom Montag). Grund sind gesundheitliche Probleme. Wegen Herzproblemen musste er Anfang 2017 notfallmässig ins Spital in Uznach. Auch psychisch hatte Sutter danach zu kämpfen. Bei einer Kontrolle im Herbst entdeckten die Ärzte dann einen Tumor auf der Lunge.
Strahlen- und Chemotherapie schlugen nicht an. «Ich machte schwierige Zeiten durch. Aber vieles zu meinem Gesundheitszustand wurde übertrieben und zu dramatisch dargestellt», sagt Sutter mit Blick auf die Boulevardmedien. Der Lungenkrebs ist zwar nicht besiegt, die Situation aber stabilisiert. «Er wächst nicht.» Sutter muss regelmässig zur Kontrolle, versucht jedoch sonst nicht zu viel Energie mit dem Thema zu verschwenden. «Aber für mich gilt ab sofort: Gesundheit first!» Ganz wichtig sei es, Stress zu vermeiden. Deshalb will er nach fast 20 Jahren als Duo mit Peter Pfändler nur noch alleine und reduziert auftreten.
«Keine Konkurrenz für Etablierte»
Der Stressvermeidung sei es auch geschuldet, dass er das Lokal nicht auf Biegen und Brechen noch im Sommer eröffnen wolle, wie ursprünglich geplant. Das Bewilligungsverfahren habe sich etwas hingezogen. «Wahrscheinlich wird es September», so Sutter.
«Wir sind Quereinsteiger. Aber als Gast weiss ich, was mir gefällt.»
Cony Sutter, Komiker und jetzt auch Beizer
Er wagt sich zusammen mit Geschäftspartner Fritz Stucki, in Schmerikon als ehemaliger Motorrad-Garagist bekannt, auf das neue Parkett. Mit dabei ist auch seine Tochter Patricia. Sie habe das Wirte-Patent. «Einer von uns dreien wird immer vor Ort sein», sagt Sutter.
«Wir sind Quereinsteiger», gibt er unumwunden zu. Er sei aber schon in vielen Lokalen gewesen. «Als Gast weiss ich, was mir gefällt.» Als operative Geschäftsführerin an der Front habe er zudem eine erfahrene Gastronomin angestellt, die bereits im «Bistro» tätig gewesen sei, das es bis vor zirka zehn Jahren beim Bahnhof gegeben habe. Die lokale Verankerung ist Sutter wichtig. «Für mich kam für mein Lokal nur der Standort Schmerikon infrage», sagt der Ur-Schmerkner.
Als Konkurrenz für den benachbarten «Seehof» oder das «Pier 8716» an der Seepromenade sieht Sutter sein Lokal nicht. Der «Seehof» sei ein klassisches Speiselokal. «Wir werden keine Menüs, sondern nur Snacks anbieten.» Das Pier wiederum lebe stark von Ausflugsgästen. «Ich habe mit beiden geredet und ein gutes Einvernehmen», sagt Sutter.
Sein Zielpublikum sei möglichst bunt gemischt. «Wie das auch bei Sutter&Pfändler der Fall war.» Vom 18- bis 80-Jährigen möchte er etwas bieten können. Techno und Hardrock sind deshalb nicht eingeplant. Die Musik soll im Normalbetrieb dezent und gefällig, aber nicht beliebig sein. «Schlicht Musik, die nicht nervt.»
Einen sechsstelligen Betrag investieren Sutter und Stucki ins Lokal. Neben viel Herzblut steckt also auch ein gehöriger Batzen im Projekt. Der Businessplan sei auf acht Jahre ausgelegt. Sutter hofft, dass die Einheimischen sein Angebot annehmen. Und künftig mit ihm rufen: «Schmerke Ahoi!»
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