In die Joner Gastro-Szene kommt neuer Schwung
Zwei neue Lokale im Zentrum von Jona bringen Leben in die Gastronomie-Szene. Der Grossverteiler Coop schliesst derweil sein Restaurant im Eisenhof und baut seinen Laden während mehrerer Monate um.
Zwei neue Lokale im Zentrum von Jona bringen Leben in die Gastronomie-Szene. Der Grossverteiler Coop schliesst derweil sein Restaurant im Eisenhof und baut seinen Laden während mehrerer Monate um.
Während in der Rapperswiler Altstadt zahlreiche Restaurants und Cafés um Kundschaft buhlen, ist das gastronomische Angebot in Jona überschaubar. «Es gibt kaum noch ein Lokal, das bereits am Morgen offen hat», klagte eine Einwohnerin unlängst an der Bürgerversammlung der Stadt. Mit dem Restaurant «Stadttor» ging Ende Jahr eine weitere traditionelle Beiz für immer zu (die «Südostschweiz» berichtete).
Zwei neue Lokale im Joner Zentrum bringen nun frischen Wind in die Gastro-Szene. Bereits diesen Samstag eröffnen drei junge Jonerinnen im Stadttor-Komplex das Café «Galerie». Sie wollen mit süssen Cupcakes, salzigen Bagels, speziellem Kaffee und trendigem Interieur die Laufkundschaft der umliegenden Läden ködern.
Wenige Meter daneben, in der Molkereistrasse, öffnet eine Woche später, am 20. April, ein neues Thai-Restaurant seine Türen. Dahinter steht allerdings eine alte Bekannte in der Stadt. Wirtin ist Yvonne Eberle, die bis Ende Jahr während neun Jahren die «Krone» in Kempraten führte – ebenfalls mit Fokus auf Thai-Food.
Coop: Take-Away statt Restaurant
Von der Bildfläche verschwindet Anfang Juni dafür das Coop-Restaurant im Eisenhof. Der Grossverteiler gibt auf Anfrage der «Südostschweiz» an, dass das Restaurant ersatzlos gestrichen werde. Dies steht im Zusammenhang mit der Modernisierung der Filiale. Sie soll zwischen Juni und Ende Oktober umgebaut werden, wie Coop-Sprecher Markus Eugster erklärt.
Während der mehrmonatigen Umbauphase bleibe der Laden mit verkleinerter Fläche offen. Ein Teil der heutigen Restaurantfläche werde künftig für die Coop-Verkaufsstelle genutzt. Auf dem anderen Teil plant der Detaillist Sitzgelegenheiten. Dort sollen Kunden verweilen oder Take-away-Produkte aus dem Laden konsumieren können. Ein klassisches Restaurant entspricht laut Coop nicht mehr den Kundenbedürfnissen.
Die Betreiberinnen der zwei neuen Lokale im Joner Zentrum sind derweil zuversichtlich – trotz unterschiedlicher Ausgangslagen.
Die drei jungen Jonerinnen Ulla Altenburger (25), Katja Wippel und Angela Schuster (beide 27) realisieren mit dem Café einen langgehegten Traum. Punkten wollen die Quereinsteigerinnen mit einem Angebot, dass es so in Jona noch nicht gibt: süssen Cupcakes, tassengrosse Küchlein mit Guss oder einer Crèmehaube. Die verzierten Kleingebäcke liegen im Trend. Die drei jungen Frauen brachten schon mehrmals am Christkindlimärt ihre Gebäcke unter die Leute. «In drei Tagen verkauften wir jeweils 1000 bis 1500 Cupcakes», sagt Katja Wippel. Sie und ihre Schwester Ulla Altenburger entstammen einer südafrikanischen Bäckerfamilie.
Junge Künstlerin stellt aus
Als salzige Spezialität gibt es Bagels. Das sind runde Sandwiches mit einem Loch in der Mitte. «Wir legen Wert darauf, alle Zutaten wie Fleisch oder Käse von lokalen Betrieben zu kaufen» sagt Ulla Altenburger. Die Speisen hätten deshalb ihren Preis, seien aber alle handgemacht und qualitativ hochwertig.
Das Café «Galerie», das sich in den Räumen des ehemaligen Fotostudios Meli befindet, verfügt über rund 45 Innenplätze. Zudem sollen die Gäste im Sommer im Innenhof der Überbauung Stadttor sitzen können.
Speziell am trendigen Interieur sind diverse Bilder. Sie stammen von der jungen Künstlerin Andrea Rädler (28). Die Wirtinnen haben sie aus einem Dutzend Bewerber auserwählt, um über längere Zeit im Lokal Werke ausstellen zu können und Vernissagen zu veranstalten. Rädler kommt aus der Graffiti-Szene und kreiert ihre fotorealistischen Werke mit Spraydosen. «Aktuell mache ich das nebenberuflich», sagt die gelernte Fotofachfrau. Sie hofft durch die Präsenz in Jona aber auf mehr Aufträge. Neben Bildern gestaltet sie auch ganze Wände.
Am Joner Frühlingsfest Ende April werden die drei Jungwirtinnen mit einem Festzelt auf sich aufmerksam machen. Die Plattform Frühlingsfest will auch Yvonne Eberle nutzen. Sie betreibt ab 20. April in der ehemaligen «Raiffeisen»-Filiale in der Molkereistrasse ein Thai-Restaurant.
Neuer Ort, bewährtes Konzept
Neun Jahre lang hatte sie die «Krone» in Kempraten geführt. Ebenfalls mit Fokus auf Thai-Spezialitäten. Sie zählt deshalb auf eine treue Stammkundschaft, die sie auch am neuen Ort aufsuchen dürfte. Durch die zentrale Lage hofft sie daneben auf neue Gäste. Ihr Lokal hat sie «Suvarnabhumi» getauft. So heisst auch der Flughafen in Bangkok – das Wort bedeutet goldene Erde oder goldenes Land. Eberle will damit zum Ausdruck bringen, dass sie sich sofort in den Standort verliebt hat, als sie im letzten Herbst zufällig darauf aufmerksam wurde.
Mit ihrem Lokal möchte sie «Leben ins Herzen von Jona» bringen. Sie hat sich dabei auf ein langfristiges Wirken eingestellt. Küche, WCs und Inneneinrichtung lässt sie auf eigene Kosten machen. Aktuell sind die Umbauarbeiten noch voll im Gang.
Ihr achtköpfiges Team, das mehrheitlich aus Thais besteht, hat sie aus der «Krone» mitgenommen. Eine authentische Küche ist ihr wichtig. Dafür kommt zweimal die Woche eine Lieferung aus Thailand. «Wenn jemand ein Gericht weniger scharf möchte, nehmen wir natürlich darauf Rücksicht.»
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