Dank dem Tiefbau dem Tief entkommen
Der Kies- und Betonindustrie geht es gut. Damit das auch in Zukunft so bleibt, braucht es stetige Veränderungen. So wird die Führung des Branchenverbandes bis nächstes Jahr neu organisiert.
Der Kies- und Betonindustrie geht es gut. Damit das auch in Zukunft so bleibt, braucht es stetige Veränderungen. So wird die Führung des Branchenverbandes bis nächstes Jahr neu organisiert.
«Die Kiesbranche kann glücklich sein», sagte Präsident Jörg Oberrauch an der gestrigen Generalversammlung des Verbands der Bündner Beton- und Kiesindustrie (VBBK). Im Restaurant «Weiss Kreuz» in Malans stellte er den letztjährigen Geschäftsbericht vor. Zugehört haben neben Medienvertretern etwas mehr als 30 Verbandsmitglieder und geladene Gäste wie Regierungspräsident Mario Cavigelli sowie Vertreter des Gewerbe- und des Baumeisterverbandes.
Die Kies- und Betonbranche sei stark. Das habe das vergangene Jahr abermals gezeigt, so Oberrauch weiter. «Während andere Branchen wie beispielsweise der Tourismus noch am Analysieren sind, was nicht funktioniert, sind wir schon einen Schritt weiter. Und das erfolgreich.» Dies unter anderem, weil die Bündner Kiesfirmen gut in die Aufbereitung und das Recycling investiert hätten. Zudem hätten die starken Verbände grossen Anteil daran gehabt, dass die Branche Hindernisse und Hürden immer wieder überspringen konnte.
Kritik an Gesetzesflut
Für Rückschläge gesorgt haben laut Oberrauch immer wieder neue Auflagen, Gesetze und Richtlinien. «Es ist fast unmöglich, einen Überblick über die neuen Auflagen und die neuen Gesetze zu haben», so der VBBK-Präsident. Alle einzuhalten, sei eine Herausforderung für die Kies- und Betonindustrie und kaum möglich. Es sei zu komplex, und es gäbe zudem immer mehr Fachleute, die hinzugezogen werden müssten. «Ich fordere deshalb einen Regulierungsstopp», so Oberrauch.
Zudem sei der Wettbewerb in der Branche im vergangenen Jahr noch intensiver geworden. Und auch die Zweitwohnungsinitiative hat ihr in den letzten Jahren zu schaffen gemacht. «Die Investitionen von Bund und Kanton haben die Einbussen jedoch im Rahmen gehalten», sagte Oberrauch. Seit 2015 erhole man sich vom Zwischentief. Das habe man vor allem auch dem Tiefbau zu verdanken.
Aufwärtstrend wird erwartet
Laut Oberrauch gab es im vergangenen Jahr einen «Bauboom in angepasster Form». Das Bauvolumen habe um 5,9 Prozent zugenommen und sei damit nach 2011 erst zum zweiten Mal über eine Milliarde Franken gestiegen. «Ich bin mit dem Jahr zufrieden», sagte Oberrauch zum Abschluss seiner Rede.
Der Präsident des VBBK wagte dann auch eine Zukunftsprognose: «Meines Erachtens wird es weiter aufwärtsgehen. Die Bauinvestitionen dürften 2018 mindestens gleich bleiben. Und 2019 vielleicht sogar steigen.»
Eine künftige Herausforderung werde die Digitalisierung sein. «Das Ausmass der Digitalisierung dürfen wir nicht unterschätzen.»
Verband wird neu organisiert
«Weg vom Analogen hin zum Digitalen» ist auch das Motto eines geplanten Umbaus in der Führungsstruktur des Verbandes, wie Oberrauch sagte. «Wir möchten unsere Interessen gut vertreten, und dafür muss das Führungsmodell angepasst werden.» Seit der Gründung des Verbands 1973 sei man dem gleichen Muster gefolgt – einem Modell mit sechs Vorstandsmitgliedern. Neu sollen es weniger sein. Zudem sollen sich alle Mitglieder stärker einbringen, und es werden Fachkommissionen gegründet. Zeitgerechter und vernetzter soll das Führungsmodell laut Oberrauch damit werden.
Jörg Oberrauch wird das neue Modell aber nicht mehr als Verbandspräsident, sondern als Ehrenpräsident miterleben. Noch an der gestrigen Generalversammlung hat er nach drei Jahren das Amt an Gian-Paolo Pozzy weitergegeben. Pozzy ist Mitglied der Geschäftsleitung der Griston Holding AG.
«Ich fordere deshalb einen Regulierungsstopp.»
Corinne Raguth Tscharner ist stellvertretende Chefredaktorin Online/Zeitung und Chefin vom Dienst bei «suedostschweiz.ch». Zuvor erlernte sie das journalistische Handwerk als Volontärin in vier verschiedenen Redaktionen (Print, Online, Radio, TV) und war als Online-Redaktorin tätig. Mehr Infos
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Bereits Abonnent? Dann schnell einloggen.